Sichere Erkennung
Der Feldhase (Lepus europaeus) ist mit 3,5 bis 6 kg deutlich größer als das Wildkaninchen (DJV, stallbedarf24). Seine langen Ohren tragen an der Spitze einen charakteristischen schwarzen Fleck. Die Hinterläufe sind kräftig ausgebildet. In der Sasse liegt er flach gedrückt am Boden, flieht bei Gefahr erst spät mit hoher Beschleunigung und erreicht im Sprint bis zu 80 km/h (stallbedarf24).

Brunft und Fortpflanzung
Die Paarungszeit des Feldhasen erstreckt sich von Februar bis Oktober (stallbedarf24, DJV WILD-Bericht). Die Tragzeit beträgt etwa 42 Tage. Häsinnen können mehrmals im Jahr Junge zur Welt bringen. Die neugeborenen Junghasen sind behaarte Nestflüchter, die bereits sehen können und von der Mutter ein- bis zweimal täglich gesäugt werden (stallbedarf24).

Lebensweise und Verhalten
Bei Gefahr drückt sich der Feldhase flach in seine Sasse. Wird er aufgescheucht, flüchtet er mit einem Sprint von bis zu 80 km/h und kann Sprünge von bis zu zwei Metern Höhe ausführen (stallbedarf24). Er lebt überwiegend einzelgängerisch und dämmerungs- sowie nachtaktiv.

Bestandszahlen und Jagdstrecke
Die Bestandsentwicklung des Feldhasen wird durch Lebensraumeigenschaften, Witterung und Beutegreifer beeinflusst (DJV WILD-Bericht). In geeigneten Habitaten können stabile Frühjahrsdichten erreicht werden.
Biologie und Lebensweise
Der Feldhase ist ein Pflanzenfresser mit zeitlebens nachwachsenden Zähnen (DJV). Die Nahrung besteht aus Gräsern, Kräutern, Feldfrüchten sowie im Winter aus Wurzeln, Knospen und Rinde.
Bejagung und Hege
In Deutschland dürfen Feldhasen nach der Bundesjagdzeitenverordnung vom 1. Oktober bis 15. Januar bejagt werden (§ 1 Nr. 7 BJagdZ-VO). In der Schweiz gilt nach Art. 5 Abs. 1 Bst. f JSG eine Schonzeit vom 1. Januar bis 30. September. Die Bejagung erfolgt vor allem im Spätherbst und Winter.
Anatomie und Fährtenbild
Die Sasse ist eine flache Mulde am Boden, in der der Hase ruht (stallbedarf24). Die Fährte zeigt den typischen Hasensprung, bei dem die größeren Hinterläufe vor den kleineren Vorderläufen aufsetzen.
Krankheiten und Fallwild
Bedeutende Erkrankungen des Feldhasen sind die Hasenpest (Tularämie), eine durch Francisella tularensis verursachte Zoonose (AGES), sowie die Myxomatose und EBHS (European Brown Hare Syndrome).
Bestand und Management
Das Niederwildmanagement stützt sich auf die Aufwertung von Lebensräumen (Blühstreifen, Brachen, Grenzlinien) sowie die angepasste Raubwildbejagung.
Jagdpraxis
Die Bejagung erfolgt im Rahmen von Gesellschaftsjagden oder durch die Einzeljagd. Wichtig ist eine verantwortungsvolle Prüfung des Besatzes vor der Freigabe von Abschüssen.
Wildbret
Das Wildbret des Feldhasen ist dunkel, mager und aromatisch. Beim Aufbrechen ist auf Anzeichen von Zoonosen wie Tularämie zu achten (AGES).
Lebensraum und Ansprüche
Der Feldhase besiedelt offene und halboffene Kulturlandschaften, Acker- und Grünlandbereiche sowie Saumbiotope mit guter Einsehbarkeit und Deckung.
Schutz und rechtlicher Rahmen
In der FFH-Richtlinie ist der Feldhase in Anhang V aufgeführt. Schonzeiten und jagdliche Nutzungsbeschränkungen sichern den Bestand in Abhängigkeit vom regionalen Zuwachs.
Lebensraummanagement
Förderlich für Feldhasen sind strukturreiche Agrarlandschaften mit ganzjährig verfügbarer Äsung und Deckung sowie das Belassen von Altgrasstreifen.
Artenschutz & Handelsstatus: Feldhase
Status: Jagdbar nach Berner Konvention Anhang III / Nicht CITES-reguliert. Der Feldhase (Lepus europaeus) unterliegt nicht den CITES-Bestimmungen, ist jedoch in Anhang III der Berner Konvention als geschützte Tierart mit geregelter Nutzung gelistet. Für den grenzüberschreitenden Transport von Trophäen (Hasenbart, Blume, Balg) und Wildbret innerhalb des Schengen-Raums gelten die allgemeinen jagd- und veterinärrechtlichen Vorgaben (Erlegungsnachweis, Einhaltung der Schonzeiten).
- Keine CITES-Genehmigung erforderlich (nicht CITES-gelistet)
- Gelistet in Anhang III der Berner Konvention
- Beachtung des nationalen Jagd- und Schonzeitenrechts
- Veterinärrechtliche Hygienevorschriften beim Transport von Wildbret
Was bei der Einfuhr einer Trophäe zusätzlich zu CITES gilt – TRACES NT, Veterinärbescheinigung, Zoll –, steht im Leitfaden zum Trophäenimport.
Alters- und Kategorieansprache
Merkmale zur Altersbeurteilung vor und nach dem Schuss (Gebissentwicklung, Trophäenmorphologie, Habitus und Klassen).
Ansprachemerkmale & Kriterien
Die Altersbeurteilung erlegter Hasen stützt sich auf äußere Merkmale wie das Stroh'sche Zeichen (eine Epiphysenverdickung an der Elle bei Junghasen) sowie Mauser- und Gewichtsmerkmale.
Gebissentwicklung & Zahnabschliff
Die Zähne des Feldhasen wachsen lebenslang nach (DJV). Ein Zahnabschliff nach Lebensjahren ist daher nicht bestimmbar.
Altersklassen & Klassifizierung
Diesjährige Junghasen weisen typischerweise ein tastbares Stroh'sches Zeichen auf. Bei Althasen ist die Epiphysenfuge verknöchert.
Vergleichbare & verwandte Wildarten
Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Hasenartige (Lagomorpha / Leporidae).
Der Feldhase (Lepus europaeus) unterscheidet sich von seinen nächsten heimischen Verwandten, dem Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) und dem Schneehasen (Lepus timidus), durch fundamentale biologische, morphologische und ökologische Merkmale: 1. Körperbau & Proportionen: Der Feldhase ist mit 3,0 bis 5,5 kg deutlich größer und langläufiger als das Wildkaninchen (1,2 bis 2,2 kg). Seine Löffel sind mit 11–14 cm länger als der Kopf und tragen stets schwarze Spitzen; beim Kaninchen sind die Löffel mit 6–8 cm kürzer als der Kopf ohne schwarze Enden. Der Schneehase (bis 3,5 kg) ist gedrungener, hat kürzere Löffel und eine hellgelbe Iris (Feldhase: bernsteinbraun). 2. Fortpflanzung & Nachwuchs: Feldhasen sind strikte Nestflüchter – Junghasen werden oberirdisch in der Sasse voll behaart und mit offenen Augen geboren (Tragzeit ca. 42 Tage). Kaninchen sind Nesthocker – sie werden nackt und blind in unterirdischen Setzröhren geboren (Tragzeit 28–31 Tage). 3. Fluchtverhalten & Sozialstruktur: Der Feldhase lebt als Einzelgänger und ist ein typischer Ausdauerflüchtling (Fluchtgeschwindigkeiten bis 70–80 km/h im weiten Zickzack-Lauf mit Haken). Kaninchen leben in Kolonien mit strenger Rangordnung und flüchten auf kürzestem Weg in den schützenden Bau. 4. Winteranpassung: Der Schneehase wechselt im Hochgebirge zu einem schneeweißen Wintertarnkleid und besitzt stark spreizbare, dicht behaarte Pfoten (Schneeschuh-Effekt). Der Feldhase behält ganzjährig sein ockergraues bis erdbraunes Haarkleid. 5. Trophäe & Brauchtum: Beim Feldhasen gilt die Blume bzw. das Hasenfell und vor allem der Hasenbart (Schnurrhaare) als traditioneller Hutschmuck; Altersansprache erfolgt über das Stroh'sche Zeichen am Vorderlauf.
Verbreitung
Nachgewiesene Vorkommen von Feldhase nach Ländern. Die Karte markiert die Jagdregionen mit Vorkommen, keine Reviergrenzen.
- Albanien
- Australien
- Belgien
- Bosnien und Herzegowina
- Chile
- Deutschland
- Dänemark
- Estland
- Georgien
- Griechenland
- Lettland
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Montenegro
- Neuseeland
- Niederlande
- Nordmazedonien
- Polen
- Schweiz
- Slowakei
- Ukraine
- Ungarn
- Uruguay
- Österreich
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.
Verbreitung von Feldhase
Grün: Länder mit Nachweis. Punkte: Jagdregionen mit eigenem Profil.
- Land mit Nachweis
- Jagdregion mit Profil
Staatsgrenzen: Natural Earth (gemeinfrei) · Darstellung: JAGDNAVIGATOR · Die Grenzen zeigen Staaten, keine Jagdgebiete.
Wissenschaftliche Nachweise & Vorkommen: Feldhase

Kartengrundlage: GBIF-Basiskarte, © OpenStreetMap contributors, © OpenMapTiles · Nachweise: GBIF.org, CC0 · Stand: 23. Oktober 2026 · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Bürgerbeobachtungen & Fotobelege: Feldhase
Neben amtlichen Zählungen liefern wissenschaftlich verifizierte Sichtungen (Research Grade) von Jägern, Förstern und Naturbeobachtern Daten zu Ausbreitung, Wechseln und Vorkommen dieser Art in ihrem Verbreitungsgebiet.
Wo diese Art vorkommt
DACH 35
Bundesländer und Kantone mit Regionsprofil
- Aargau
- Baden-Württemberg
- Basel-Landschaft
- Bayern
- Bern
- Brandenburg
- Burgenland
- Freiburg
- Genf
- Hessen
- Jura
- Kärnten
- Luzern
- Mecklenburg-Vorpommern
- Neuenburg
- Niederösterreich
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Oberösterreich
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Salzburg
- Schaffhausen
- Schleswig-Holstein
- Solothurn
- Steiermark
- Thurgau
- Thüringen
- Tirol
- Vorarlberg
- Waadt
- Zug
- Zürich
Jagd- und Schonzeiten nach Rechtsraum
Jagdzeiten setzt jedes Bundesland und jeder Kanton selbst fest, oft getrennt nach Wildklasse. Die Tabelle gibt die Zeiten für Feldhase aus 34 Verordnungen wieder. Verbindlich ist die amtliche Fassung, die auf der jeweiligen Rechtsraumseite verlinkt ist.
| Rechtsraum | Wildklasse | Jagdzeit |
|---|---|---|
| Burgenland (AT) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Wien (AT) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Salzburg (AT) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Kärnten (AT) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Niederösterreich (AT) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Niederösterreich (AT) | in Weingärten und in den an Weingärten angrenzenden Grundflächen bis zu einer Tiefe von etwa 200 m sowie in Weingartenrieden | 1. Oktober bis 31. Januar |
| Oberösterreich (AT) | alle Klassen | 16. Oktober bis 31. Dezember |
| Steiermark (AT) | Bezirke Deutschlandsberg, Feldbach, Fürstenfeld, Graz-Stadt, Graz-Umgebung (außer Frohnleiten), Leibnitz, Radkersburg, Hartberg, Weiz | 16. Oktober bis 15. Dezember |
| Steiermark (AT) | übrige Bezirke und Gerichtsbezirk Frohnleiten | 1. November bis 31. Dezember |
| Tirol (AT) | Feld- und Alpenhase | 1. Oktober bis 15. Januar |
| Vorarlberg (AT) | Feld- und Schneehasen | 1. Oktober bis 15. Januar |
| Basel-Landschaft (CH) Fassung bis | rechtlich jagdbar, freiwillig geschont | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Basel-Stadt (CH) Fassung bis | rechtlich jagdbar, freiwillig geschont | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Solothurn (CH) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Luzern (CH) Fassung bis | alle Klassen | 1. November bis 15. Dezember |
| St. Gallen (CH) Fassung bis | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Obwalden (CH) Fassung bis | alle Klassen | 5. Oktober bis 24. Oktober |
| Bern (CH) | Patent B | 1. Oktober bis 15. November |
| Waadt (CH) Fassung bis | alle Klassen | 5. Oktober bis 16. Oktober |
| Neuenburg (CH) Fassung bis | Patent C, nur 24. und 31. Oktober 2026 | 24. Oktober bis 31. Oktober |
| Wallis (CH) Fassung bis | Permis B, Dienstag und Samstag | 6. Oktober bis 24. Oktober |
| Wallis (CH) | Permis B, Dienstag, Donnerstag, Samstag | 27. Oktober bis 28. November |
| Bayern (DE) | alle Klassen | 16. Oktober bis 31. Dezember |
| Baden-Württemberg (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Nordrhein-Westfalen (DE) Fassung bis | alle Klassen | 16. Oktober bis 31. Dezember |
| Niedersachsen (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Brandenburg (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 15. Januar (nach JagdzeitV des Bundes) |
| Sachsen (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 15. Januar (nach JagdzeitV des Bundes) |
| Berlin (DE) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Bremen (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 15. Januar (nach JagdzeitV des Bundes) |
| Hamburg (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Sachsen-Anhalt (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 15. Januar |
| Schleswig-Holstein (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Saarland (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Thüringen (DE) Fassung bis | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Rheinland-Pfalz (DE) Fassung bis | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Dezember |
| Mecklenburg-Vorpommern (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 15. Januar (nach JagdzeitV des Bundes) |
Wissenschaftliche Arbeiten zu Feldhase
Ausgewählte Studien zur Biologie, Raumnutzung, Nahrung oder dem Management dieser Art.
- Competition between sympatric hare species in the Alps is boostered by climate change and hybridisation
- Survival rates on pre-weaning European hares (Lepus europaeus) in an intensively used agricultural area
- Surveillance and habitat diversity affect European brown hare (Lepus europaeus) density in protected breeding areas
Häufige Fragen zu Feldhase
Wann ist die Paarungszeit der Feldhasen?
Die Paarungszeit erstreckt sich von Februar bis Oktober (stallbedarf24, DJV WILD-Bericht).
Wie schnell kann ein Feldhase laufen?
Im Fluchtsprint kann der Feldhase Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h erreichen und Sprünge von bis zu zwei Metern Höhe vollführen (stallbedarf24).
Wie unterscheiden sich Feldhase und Wildkaninchen?
Feldhasen sind mit 3,5 bis 6 kg deutlich größer als Kaninchen, besitzen längere Ohren mit schwarzem Spitzenfleck und kräftigere Hinterläufe (stallbedarf24).
Was ist eine Sasse?
Eine Sasse ist eine flache Mulde am Boden, in der sich der Feldhase flachgedrückt zur Ruhe legt oder bei Gefahr tarnt (stallbedarf24).
Wann dürfen Feldhasen in Deutschland bejagt werden?
Nach der Bundesjagdzeitenverordnung (§ 1 Nr. 7) dürfen Feldhasen vom 1. Oktober bis 15. Januar bejagt werden.
Quellen und Evidenz
8 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026
Tularämie (Hasenpest)
- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026
Myxomatosevirus bei Feldhasen in Niedersachsen nachgewiesen
- Peer-Review Studie Abruf: 10.8.2026
Survival rates on pre-weaning European hares in an intensively used agricultural area
- Peer-Review Studie
Materialienband 127
- Peer-Review Studie
10. Fachtagung Feldhase
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 20.9.2026
WILD-Bericht 2023
- Ergänzende Fachquelle
Ratgeber Feldhasen
- Ergänzende Fachquelle
Treibjagden auf Niederwild
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 5 Primärquellen hinterlegt
