Hirschartige 7

  • Damhirsch (Damwild) Damwild

    Damhirsch (Damwild)

    Dama dama

    Damwild ist kleiner als Rotwild und besonders an Schaufelgeweih, langem Wedel und der häufig weiß gefleckten Sommerdecke zu erkennen. Es nutzt lichte Wälder, Wiesen und Feldgehölze, bildet oft größere Verbände und zeigt je nach Gebiet unterschiedliche Brunftsysteme.

  • Elch Elchwild

    Elch

    Alces alces

    Der Elch (Alces alces) bewohnt die borealen Nadel- und Mischwälder Nordamerikas und Eurasiens. Mit Schulterhöhen von bis zu 2,33 m (Alaska-Elch) und Gewichten bis über 800 kg ist er der größte rezente Hirsch. Hohe Sommerhitze (> 27 °C) erzeugt metabolischen Stress, weshalb Elche thermoregulatorische Wasserrefugien nutzen. Hitzewellen und milde Winter begünstigen zudem die Ausbreitung der Winterzecke (Dermacentor albipictus) und des Gehirnwurms (Parelaphostrongylus tenuis).

  • Karibu (Rentier) Karibu

    Karibu (Rentier)

    Rangifer tarandus

    Das Karibu (Rangifer tarandus) bewohnt die Tundren und borealen Nadelwälder der Arktis und Subarktis. Als einzige Hirschart tragen auch weibliche Tiere ein Geweih. Halbmondförmige, breite Hufe dienen im Sommer als Paddel in Sumpfgebieten und verhärten im Winter zu Grabwerkzeugen für Flechten ('Cladonia'). Massiver Parasitendruck und CWD-Ausbrüche (z.B. Nordfjella/Norwegen) prägen den aktuellen Artenschutz.

  • Reh Rehwild

    Reh

    Capreolus capreolus

    Das Reh besiedelt in Mitteleuropa Wald, Feldflur und Siedlungsränder. Als Konzentratselektierer sucht es leicht verdauliche Kräuter, Knospen und junge Triebe; damit reagiert es besonders deutlich auf Veränderungen von Deckung, Äsung und Störung. Territorialität im Frühjahr und Sommer, winterliche Sprünge und die Keimruhe prägen seinen Jahreszyklus.

  • Rothirsch Rotwild

    Rothirsch

    Cervus elaphus

    Der Rothirsch ist die größte regelmäßig vorkommende Hirschart Mitteleuropas. Weibliche Stücke leben mit Nachwuchs in Kahlwildverbänden, Hirsche außerhalb der Brunft meist getrennt. Der jährliche Wechsel von Geweihaufbau, Feistzeit, Brunft und energiesparendem Winterbetrieb prägt Verhalten und Raumnutzung.

  • Sikahirsch (Sikawild) Sikawild

    Sikahirsch (Sikawild)

    Cervus nippon

    Sikawild ist ein Neubürger mit einem Problem, das über die Art hinausgeht: Es paart sich erfolgreich mit weiblichem Rotwild. Wo beide Arten aufeinandertreffen, steht nicht nur der Waldzustand auf dem Spiel, sondern die genetische Eigenständigkeit der heimischen Rotwildpopulation.

  • Wapiti Wapiti

    Wapiti

    Cervus canadensis

    Der Wapiti (Cervus canadensis) besiedelt Nordamerika und Ostasien (wo er als Maral bezeichnet wird). Er unterscheidet sich genetisch und morphologisch deutlich vom europäischen Rothirsch. Charakteristisch sind der helle Spiegel, der laute 'Bugle'-Ruf der Bullen in der Brunft und die oberen Eckzähne ('Grandeln' / 'Ivories'). Die Ausbreitung der Chronic Wasting Disease (CWD) stellt das Management vor strenge Seuchenschutzauflagen.

Hornträger 2

  • Gämse (Gamswild) Gamswild

    Gämse (Gamswild)

    Rupicapra rupicapra

    Die Gämse nutzt alpine Rasen, Fels, Latschenfelder und regional auch steile Bergwälder. Harte Schalenränder und elastische Sohlen geben Halt im Gelände. Beide Geschlechter tragen dauerhaft wachsende Krucken; Geißen mit Kitzen leben meist in Verbänden, ältere Böcke häufig einzeln.

  • Moschusochse Moschusochse

    Moschusochse

    Ovibos moschatus

    Der Moschusochse ist ein arktischer Hornträger mit dichtem Wollvlies und einem Hornschild. In Norwegen lebt ein ausgewilderter Bestand im Dovrefjell, sonst in Grönland, Kanada und Alaska.

Wildziegen 5

  • Alpensteinbock Steinwild

    Alpensteinbock

    Capra ibex

    Der Alpensteinbock kehrte aus einem historischen Restbestand durch Schutz und Wiederansiedlungen in viele Alpenregionen zurück. Die heutigen Kolonien sind dennoch genetisch und räumlich nicht austauschbar. Jahreszeitliche Höhenwechsel, Hitzeempfindlichkeit, langsame Bestandsentwicklung und Krankheiten erfordern ein koloniespezifisches, behördlich abgestimmtes Management.

  • Bezoarziege Bezoarziege

    Bezoarziege

    Capra aegagrus

    Die Bezoarziege (Capra aegagrus) ist eine der elegantesten Gebirgswildarten. Adulte Böcke tragen lange, säbelförmig gebogene Hörner (bis 150 cm) und zeichnen sich im Winter durch einen schwarzen Aalstrich aus. Die Türkei ist das weltweite Schutzzentrum für nachhaltiges Management dieser Art.

  • Himalaya-Tahr Himalaya-Tahr

    Himalaya-Tahr

    Hemitragus jemlahicus

    Der Himalaya-Tahr (Hemitragus jemlahicus) stammt aus dem Himalaya und wurde in Neuseeland eingeführt. Böcke entwickeln eine auffällige dunkle Mähne. Die gleiche Art kann im Ursprungsgebiet Schutzgegenstand und im Einführungsgebiet invasive Managementart sein; rechtlicher Kontext ist deshalb unverzichtbar.

  • Iberiensteinbock Iberiensteinbock

    Iberiensteinbock

    Capra pyrenaica

    Der Iberiensteinbock ist die Wildziege der spanischen Gebirge, von Gredos bis Beceite und Ronda. Jagdlich bleibt er Wildziege bzw. Iberiensteinbock, analog zum alpinen Steinwild.

  • Sibirischer Steinbock Sibirischer Steinbock

    Sibirischer Steinbock

    Capra sibirica

    Der Sibirische Steinbock (Capra sibirica) ist der stärkste Vertreter der Ziegenartigen. Männliche Böcke erreichen Gewichte bis zu 130 kg und tragen gewaltige, bogenförmig geschwungene Säbelhörner mit ausgeprägten Querwülsten von über 140 cm Länge. Die Art ist eine zentrale Beute für den Schneeleoparden.

Wildschafe 2

  • Argali Argali

    Argali

    Ovis ammon

    Der Argali (Ovis ammon) ist das größte Wildschaf und bewohnt offene Hochländer Zentralasiens. Widder tragen massive, spiralig gebogene Hörner; Körpergröße und Hornform unterscheiden sich zwischen Populationen. Schutz, Jagd, Ausfuhr und Einfuhr sind populationsbezogen und besonders sensibel.

  • Mufflon (Muffelwild) Muffelwild

    Mufflon (Muffelwild)

    Ovis gmelini musimon

    Das Europäische Mufflon ist ein kleines Wildschaf mit komplexer Domestikations- und Einführungsgeschichte. Auf dem mitteleuropäischen Festland lebt es überwiegend in isolierten, vom Menschen begründeten Populationen. Trockener, harter Boden, Klauengesundheit, Waldwirkung und die Rückkehr großer Beutegreifer machen sein Management regional besonders konfliktträchtig.

Schweineartige 1

  • Wildschwein (Schwarzwild) Schwarzwild

    Wildschwein (Schwarzwild)

    Sus scrofa

    Schwarzwild ist ein lernfähiger Allesfresser mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Bachen und Nachwuchs leben in Rotten, erwachsene Keiler meist außerhalb davon. Mast, Feldfrüchte, Deckung und Störung steuern Raumnutzung und Reproduktion; Seuchenprävention, sichere Ansprache und Wildbrethygiene gehören deshalb untrennbar zum Management.

Unpaarhufer 1

  • Steppenzebra Zebra

    Steppenzebra

    Equus quagga

    Das Steppenzebra ist der häufigste Wildpferdverwandte des südlichen und östlichen Afrika. Die Streifenzeichnung ist individuell, Herden mischen sich oft mit Gnu und Antilopen.

Antilopen 9

  • Bergnyala Bergnyala

    Bergnyala

    Tragelaphus buxtoni

    Der Bergnyala lebt nur in den äthiopischen Hochländern. Er ist seltener als der Flachlandnyala und fällt unter strenge Schutz- und CITES-Regeln. Jagd, wo sie überhaupt zulässig ist, läuft über staatliche Quoten.

  • Elenantilope Eland

    Elenantilope

    Taurotragus oryx

    Die Elenantilope ist die größte Antilope Afrikas. Kühe und Bullen tragen Hörner; die jagdliche Bezeichnung Elandkuh meint das weibliche Stück, nicht eine andere Art.

  • Grantgazelle Gazelle

    Grantgazelle

    Nanger granti

    Die Grantgazelle ist die im jagdlichen Sprachgebrauch häufig gemeinte ostafrikanische Gazelle: hellbraun, weiße Bauchseite, dunkler Flankenstreifen und leierförmige Hörner.

  • Großer Kudu Kudu

    Großer Kudu

    Tragelaphus strepsiceros

    Der Große Kudu (Tragelaphus strepsiceros) besitzt Korkenzieher-Spiralthörner (bis 160 cm Länge). Bei Gefahr erstarren Kudus regungslos im Schatten des Gebüschs. In Namibia wird die Population durch Tollwut-Epidemien bedroht, gegen die Oralköder entwickelt werden.

  • Impala Impala

    Impala

    Aepyceros melampus

    Das Impala (Aepyceros melampus) bildet die Nahrungsbasis vieler afrikanischer Prädatoren. Es passt seine Ernährung saisonal von Gras auf Laub an und besitzt Duftdrüsen ('Socken') an den Hinterläufen.

  • Kuhantilope Hartebeest

    Kuhantilope

    Alcelaphus buselaphus

    Die Kuhantilope, international Hartebeest, hat ein langes, schmales Gesicht und charakteristisch geknickte Hörner. Mehrere Unterarten stehen in Afrika, jagdlich bleiben sie Hartebeest.

  • Spießbock (Oryx) Oryx

    Spießbock (Oryx)

    Oryx gazella

    Die Oryxantilope / Gemsbock (Oryx gazella) überlebt in den trockensten Wüsten Afrikas (Namib, Kalahari). Ein Wundernetz in der Nase (Rete mirabile) kühlt das Blut vor dem Gehirn ab. Beide Geschlechter tragen lange Spießhörner.

  • Springbock Springbock

    Springbock

    Antidorcas marsupialis

    Der Springbock (Antidorcas marsupialis) zeigt bei Aufregung das 'Prunken', bei dem eine leuchtend weiße Haarfalte auf dem Rücken aufgestülpt wird. Er erreicht Fluchtgeschwindigkeiten von knapp 90 km/h.

  • Streifengnu Wildebeest

    Streifengnu

    Connochaetes taurinus

    Das Streifengnu, international Wildebeest, ist der klassische Wanderer der ostafrikanischen Savannen. Beide Geschlechter tragen Hörner; Stiere sind schwerer und breiter im Vorderkörper.

Afrikanisches Großwild 2

  • Afrikanischer Büffel Büffel

    Afrikanischer Büffel

    Syncerus caffer

    Der Kaffernbüffel (Syncerus caffer caffer) gehört zu den Big Five Afrikas. Bullen erreichen bis zu 1.000 kg Masse und tragen einen zusammengeachsenen Hornhelm ('Boss'). Büffel sind asymptomatische Träger von Rinderseuchen (MKS, Theileriose), weshalb seuchenfreie Zuchtprogramme entwickelt wurden.

  • Afrikanischer Savannenelefant Afrikanischer Elefant

    Afrikanischer Savannenelefant

    Loxodonta africana

    Der Afrikanische Savannenelefant (Loxodonta africana) formt als Megaherbivor ganze Landschaften. Das nachhaltige Trophäen- und Wildtiermanagement (z. B. CAMPFIRE in Simbabwe) finanziert den Schutz riesiger Habitate und mildert Mensch-Wildtier-Konflikte.

Raubwild 8

  • Baummarder Baummarder

    Baummarder

    Martes martes

    Der Baummarder, auch Edelmarder genannt, ist der waldgebundene Zwilling des Steinmarders. Er lebt versteckt in strukturreichen Altholzbeständen, meidet die Nähe des Menschen und ist deshalb weit seltener zu sehen als sein Verwandter, obwohl beide Arten dieselben Landschaften teilen.

  • Dachs Dachs

    Dachs

    Meles meles

    Der Europäische Dachs (Meles meles) ist ein kräftiger, überwiegend nachtaktiver Marderartiger. Familiengruppen können weit verzweigte Baue über viele Generationen nutzen. Nahrung, Gruppengröße und Raumnutzung variieren stark mit Landschaft und Jahreszeit; Baukartierung, Spuren und Kameradaten müssen deshalb gemeinsam bewertet werden.

  • Europäischer Iltis Iltis

    Europäischer Iltis

    Mustela putorius

    Der Iltis ist der Amphibienjäger unter den heimischen Mardern. Seine weiße Gesichtsmaske macht ihn unverwechselbar, seine Bindung an Gewässerränder und feuchte Säume macht ihn zum Anzeiger einer Landschaft, in der es noch Frösche gibt.

  • Goldschakal Schakal

    Goldschakal

    Canis aureus

    Der Goldschakal ist ein mittelgroßer, hochläufiger Canide, der sich aus Südosteuropa nach Mitteleuropa ausbreitet. Er bleibt kleiner als der Wolf und wirkt kompakter als der Rotfuchs.

  • Hermelin Hermelin

    Hermelin

    Mustela erminea

    Das Hermelin ist das Große Wiesel der Verordnungssprache. Es wechselt im Winter ins weiße Kleid, behält aber die schwarze Schwanzquaste - das eine Merkmal, das es zu jeder Jahreszeit vom Mauswiesel trennt.

  • Mauswiesel Mauswiesel

    Mauswiesel

    Mustela nivalis

    Das Mauswiesel ist neben dem Hermelin die zweite heimische Wieselart und mit rund 20 Zentimetern das kleinste Raubtier der Welt. Der Schwanz hat im Gegensatz zum Hermelin keine schwarze Spitze.

  • Rotfuchs Rotfuchs

    Rotfuchs

    Vulpes vulpes

    Der Rotfuchs ist ein anpassungsfähiger Beutegreifer und Allesfresser, der von Agrarflächen bis in Großstädte lebt. Kleinsäuger bilden vielerorts den Kern der Nahrung, doch Saison und Angebot verändern das Beutespektrum stark. Krankheiten und Prädation sind real, rechtfertigen aber nur räumlich und zeitlich klar begründete Managementziele.

  • Steinmarder Steinmarder

    Steinmarder

    Martes foina

    Der Steinmarder (Martes foina) ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger, der Siedlungen, Scheunen und Dachräume als Ruheplätze nutzt. Konflikte an Gebäuden und Fahrzeugen lassen sich am zuverlässigsten durch Zugänge sperren, Quartiere fachgerecht sanieren und erneute Markierung verhindern; Fang oder Vergrämung allein beseitigen die Ursache oft nicht.

Große Beutegreifer 4

  • Eurasischer Luchs Luchs

    Eurasischer Luchs

    Lynx lynx

    Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) ist ein einzelgängerischer Schleich- und Lauerjäger mit großen Streifgebieten. In Mitteleuropa erbeutet er häufig Rehe, nutzt einen Riss über mehrere Nächte und ist über individuelle Fellmuster gut mit Fotofallen erfassbar. Für kleine, voneinander getrennte Vorkommen sind Vernetzung, genetischer Austausch und gesicherte Wanderkorridore zentral.

  • Leopard Leopard

    Leopard

    Panthera pardus

    Der Leopard (Panthera pardus) ist eine überwiegend einzelgängerische, sehr anpassungsfähige Großkatze. Seine Rosetten besitzen im Unterschied zu vielen Jaguarrosetten meist keinen zentralen Punkt. Bestandsnachweis, Nutzung und Handel sind wegen der heimlichen Lebensweise und des Schutzrechts besonders anspruchsvoll.

  • Löwe Löwe

    Löwe

    Panthera leo

    Der Löwe (Panthera leo) ist die sozialste Großkatze und lebt häufig in Rudeln aus verwandten Weibchen, Nachwuchs und Männchenkoalitionen. Mähnenfarbe oder Nasenpigmentierung erlauben allein keine verlässliche Altersbestimmung. Nutzung, Schutzstatus, Einfuhr und Sicherheit müssen aktuell geklärt werden.

  • Wolf Wolf

    Wolf

    Canis lupus

    Der Wolf (Canis lupus) lebt meist in einem Familienverband aus Eltern und Nachwuchs, nicht in einer zufällig gebildeten Ranggruppe. Junge Tiere wandern teils weit ab und können neue Territorien gründen. Koexistenz beruht auf überprüfbarem Monitoring, vorbeugendem Herdenschutz, schneller Rissbegutachtung und dem jeweils aktuellen nationalen und regionalen Rechtsrahmen.

Bären 2

  • Amerikanischer Schwarzbär Schwarzbär

    Amerikanischer Schwarzbär

    Ursus americanus

    Der Amerikanische Schwarzbär (Ursus americanus) ist Nordamerikas am weitesten verbreitete Bärenart. Seine Fellfarbe reicht von schwarz über braun bis zimtfarben; Farbe allein trennt ihn daher nicht sicher vom Braunbären. Jagd, Bärensicherheit, Transport, CITES- und Einfuhrregeln müssen vor jeder Reise aktuell geprüft werden.

  • Braunbär Braunbär

    Braunbär

    Ursus arctos

    Der Braunbär (Ursus arctos) umfasst auch die nordamerikanisch als Grizzly bezeichneten Populationen. Schulterhöcker, konkaves Gesichtsprofil und lange Vorderkrallen helfen bei der Abgrenzung zum Schwarzbären. Reisen erfordern aktuelle Bestands-, Jagd-, Sicherheits-, CITES- und Einfuhrinformationen.

Hasenartige 2

  • Feldhase Feldhase

    Feldhase

    Lepus europaeus

    Der Feldhase lebt oberirdisch in der offenen Kulturlandschaft und ruht in einer flachen Sasse. Junghasen werden sehend und behaart geboren, bleiben aber in den ersten Wochen stark gefährdet. Witterung, Kulturwechsel, Deckung, Nahrung und Prädation bestimmen den jährlichen Zuwachs; belastbare Bejagung beginnt deshalb mit standardisierter Frühjahrs- und Herbstzählung.

  • Wildkaninchen Wildkaninchen

    Wildkaninchen

    Oryctolagus cuniculus

    Wildkaninchen leben in Kolonien und nutzen verzweigte Baue als Ruheplatz, Kinderstube und Fluchtburg. Kurze Wege zwischen Bau, Deckung und Äsung prägen ihren Lebensraum. Hohe Fortpflanzungsleistung steht wiederkehrenden Einbrüchen durch Myxomatose und RHD gegenüber; Management muss deshalb zwischen Artenschutz, Ökosystemfunktion und lokalen Schäden unterscheiden.

Haarwild und Neozoen 3

  • Marderhund (Enok) Marderhund

    Marderhund (Enok)

    Nyctereutes procyonoides

    Der Marderhund oder Enok ist ein ostasiatischer Canide mit echter Winterruhe. Die kurze, ungeringelte Rute und der Backenbart trennen ihn vom Waschbären.

  • Nutria (Sumpfbiber) Nutria

    Nutria (Sumpfbiber)

    Myocastor coypus

    Die Nutria oder der Sumpfbiber ist ein südamerikanisches Großnagetier der Ufer. Der runde, spärlich behaarte Schwanz und die orangeroten Nagezähne trennen sie vom geschützten Biber.

  • Waschbär Waschbär

    Waschbär

    Procyon lotor

    Der Waschbär ist ein kletter- und schwimmfähiger Neozoon aus Nordamerika. Gesichtsmaske und geringelte Rute machen ihn unverwechselbar; die reproduktionsstarke Art besiedelt Wälder, Auensysteme und Siedlungen.

Federwild 25

  • Blässhuhn Blässhuhn

    Blässhuhn

    Fulica atra

    Das Blässhuhn ist unter allen Rallen die einzige Art, die dem Jagdrecht unterliegt. Sein weißes Stirnschild über rußschwarzem Gefieder macht es auf jedem nährstoffreichen Gewässer unverwechselbar - an Gebirgsseen fehlt es dagegen ganz.

  • Eichelhäher Eichelhäher

    Eichelhäher

    Garrulus glandarius

    Der Eichelhäher heißt Wächter des Waldes wegen der Warnrufe und Eichensäer, weil er Baumsamen versteckt und teilweise vergisst. In Bayern weit verbreitet.

  • Elster Elster

    Elster

    Pica pica

    Die Elster ist der auffälligste Rabenvogel unserer Kulturlandschaft und der am heftigsten diskutierte. Die amtliche Einschätzung ist nüchterner als die Debatte: Nesträuberei kostet lokal Küken, ein langfristiger Bestandseinfluss auf Singvögel ist daraus nicht abzuleiten.

  • Fasan Fasan

    Fasan

    Phasianus colchicus

    Der Jagdfasan ist in Mitteleuropa seit Jahrhunderten eingebürgert. Sein Bestand hängt weniger an Winterfütterung als an einem ganzjährigen Verbund aus Brutdeckung, insektenreichen Kükenflächen, Winterdeckung und sicheren Schlafbäumen. Besatzstützung ohne geeigneten Lebensraum verlagert Verluste und kann Krankheiten eintragen.

  • Graugans Graugans

    Graugans

    Anser anser

    Die Graugans (Anser anser) ist eine heimische Gänseart mit dauerhaften Paarbindungen und engen Familienverbänden. Sie nutzt Gewässer als Schlaf- und Brutplätze sowie Grünland und Äcker zur Nahrungssuche. Wo große Trupps landwirtschaftliche Kulturen aufsuchen, braucht es lokale Zählungen und abgestimmte Maßnahmen statt bloßer Verlagerung durch unkoordinierte Störung.

  • Graureiher Graureiher

    Graureiher

    Ardea cinerea

    Graureiher haben knapp einen Meter Körpergröße und bis 195 cm Spannweite. In Bayern seltene Brutvögel. Der eingezogene Hals unterscheidet sie im Flug von Kranich und Storch.

  • Höckerschwan Höckerschwan

    Höckerschwan

    Cygnus olor

    Der Höckerschwan ist die größte Schwanenart Europas und zugleich die zahmste. Aus dem scheuen Wildvogel ist ein Parkvogel geworden, der an Futterplätzen steht - was die Jagd auf ihn zu einer Frage der Schadensabwehr macht, nicht der Strecke.

  • Kanadagans Kanadagans

    Kanadagans

    Branta canadensis

    Die Kanadagans ist etwas größer als die Graugans und die größte Gänseart in Europa. Sie brütet seit 1970 in Deutschland. Kennzeichen: schwarzer Kopf- und Halsbereich mit weißer Kinnbinde.

  • Kolkrabe Kolkrabe

    Kolkrabe

    Corvus corax

    Der Kolkrabe ist die größte Singvogelart Europas. Unterscheidung zur Rabenkrähe: fast doppelte Größe, Kehlfedern, klobiger Schnabel. Bestände erholen sich nach historischer Verfolgung.

  • Krickente Krickente

    Krickente

    Anas crecca

    Die Krickente ist die kleinste Ente Europas. Die Rufe des Erpels (krilik) waren namensgebend. In Bayern ist sie ein seltener, gefährdeter Brutvogel.

  • Lachmöwe Lachmöwe

    Lachmöwe

    Chroicocephalus ridibundus

    Die Lachmöwe ist in Bayern die häufigste und kleinste Möwenart. Der Name kommt von den Lautäußerungen in den Brutkolonien. Brutbestand 17.500 bis 27.000 Paare.

  • Nilgans Nilgans

    Nilgans

    Alopochen aegyptiaca

    Die Nilgans stammt aus Afrika und kam als Ziervogel nach Westeuropa. Seit 1996 brütet sie in Bayern. 2014: 135 Brutpaare. Jagdjahr 2021/2022: etwa 2.990 erlegte Stücke in Bayern.

  • Rabenkrähe Rabenkrähe

    Rabenkrähe

    Corvus corone

    Die Rabenkrähe ist der Rabenvogel, den das Jagdrecht erfasst - die äußerlich ähnliche Saatkrähe nicht. Der Unterschied liegt an der Schnabelwurzel und entscheidet darüber, ob ein Schuss zulässig ist.

  • Rebhuhn Rebhuhn

    Rebhuhn

    Perdix perdix

    Das Rebhuhn ist das klassische Feldhuhn Mitteleuropas. Kettenleben, Bodenbrut und Insektennahrung der Küken machen es zum Gradmesser einer kleinteiligen Agrarlandschaft.

  • Reiherente Reiherente

    Reiherente

    Aythya fuligula

    Die Reiherente ist die Tauchente unserer nährstoffreichen Seen. Sie holt ihre Nahrung vom Gewässergrund statt von der Oberfläche - und sie kommt im Spätsommer zu Tausenden aus ganz Europa zur Mauser nach Mitteleuropa.

  • Ringeltaube Ringeltaube

    Ringeltaube

    Columba palumbus

    Die Ringeltaube ist die größte und häufigste unserer Wildtauben. Sie hat den Sprung vom Waldvogel in Parks, Friedhöfe und Gärten geschafft und ist die Art, die in den ausgewerteten Jagdzeiten-Verordnungen am häufigsten überhaupt vorkommt.

  • Rothuhn Rothuhn

    Rothuhn

    Alectoris rufa

    Das Rothuhn ist das rotbeinige Rebhuhn Südwesteuropas. In Spanien und Frankreich ist es ein klassisches Niederwild, in Mitteleuropa nur lokal und oft aus Besatz.

  • Saatgans Saatgans

    Saatgans

    Anser fabalis

    Die Saatgans verdankt den Namen den Nahrungsflächen auf Wiesen und Feldern. In Bayern ist sie ausschließlich in den Herbst- und Wintermonaten anzutreffen.

  • Schellente Schellente

    Schellente

    Bucephala clangula

    Die Schellente ist in Bayern ein sehr seltener Brutvogel und einer der wenigen Höhlenbrüter unter den Entenvögeln. Den Namen trägt sie wegen des klingenden Flügelschlags.

  • Schnatterente Schnatterente

    Schnatterente

    Mareca strepera

    Schnatterenten sind in Bayern Brutvögel, Durchzügler und Wintergäste. Das namensgebende Schnattern entsteht bei der Nahrungsaufnahme von der Wasseroberfläche.

  • Stockente Stockente

    Stockente

    Anas platyrhynchos

    Die Stockente besiedelt natürliche und städtische Gewässer und nutzt ein breites Nahrungsspektrum. Pracht-, Schlicht- und Jugendkleid sowie gleichzeitig anwesende Entenarten machen die Ansprache anspruchsvoll. Brut, flugunfähige Mauser, Zug und Winteransammlungen verlangen unterschiedliche Ruhe- und Nahrungsräume.

  • Tafelente Tafelente

    Tafelente

    Aythya ferina

    Die Tafelente gehört zu den heimischen Tauchenten. In Bayern ist sie Brutvogel und Wintergast. Der lateinische Name ferina steht für Wildbret.

  • Türkentaube Türkentaube

    Türkentaube

    Streptopelia decaocto

    Die Türkentaube ist das Lehrbuchbeispiel einer erfolgreichen Arealerweiterung: Bis in die 1930er Jahre lebte sie in Europa nur auf dem Balkan, danach breitete sie sich explosionsartig bis nach Mitteleuropa aus. Heute ist sie ein Vogel der Dörfer und Stadtränder.

  • Wachtel Wachtel

    Wachtel

    Coturnix coturnix

    Die Wachtel ist mit bis zu 18 cm die kleinste Hühnerart und der einzige Zugvogel unter den Hühnern. Tagsüber fliegt sie ungern auf.

  • Waldschnepfe Waldschnepfe

    Waldschnepfe

    Scolopax rusticola

    Die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) ist ein hervorragend getarnter, überwiegend dämmerungsaktiver Watvogel strukturreicher Wälder. Für die Nahrungssuche braucht sie weiche, feuchte Böden mit gut erreichbaren Wirbellosen. Brutvögel, Durchzügler und Wintergäste überlagern sich regional; deshalb erfordert die Bestandsbewertung ein eigenes, standardisiertes Monitoring.

Raufußhühner 4

  • Auerhuhn Auerhuhn

    Auerhuhn

    Tetrao urogallus

    Das Auerhuhn ist eine Schirmart großer, ruhiger und strukturreicher Berg- und Nadelwälder. Lichte Kronen, Beerkraut, Insekten für Küken, Nadelbäume als Winternahrung und ungestörte Rückzugsräume müssen auf großer Fläche zusammenwirken. Dichte Bestände, Fragmentierung und Störungen im Winter oder an Balzplätzen können Vorkommen entwerten.

  • Birkhuhn Birkhuhn

    Birkhuhn

    Lyrurus tetrix

    Das Birkhuhn braucht großräumig vernetzte Übergänge zwischen offener Fläche, Zwergstrauchheide und lockerer Gehölzdeckung. Balzplätze, Brut- und Kükenhabitate sowie ruhige Wintereinstände liegen nicht zwingend am selben Ort. Verbuschung, Entwässerung, Zerschneidung und wiederholte Störung können dieses saisonale Mosaik entwerten.

  • Haselhuhn Haselhuhn

    Haselhuhn

    Tetrastes bonasia

    Das Haselhuhn ist das kleinste heimische Raufußhuhn. Es braucht unterholzreiche Berg- und Mischwälder mit Weichhölzern und reagiert empfindlich auf aufgeräumte Hochwälder.

  • Moorschneehuhn Moorhuhn

    Moorschneehuhn

    Lagopus lagopus

    Das Moorschneehuhn, in Schottland als Red Grouse die Form scotica, ist das Moorhuhn der Heiden und Tundren. Jagdlich bleibt es Moorhuhn, auch als britische oder skandinavische Regionalform.

Meeressäuger 1

  • Kegelrobbe Robben

    Kegelrobbe

    Halichoerus grypus

    Die Kegelrobbe ist die größte Hundsrobbe der Nordsee und des Nordatlantiks. Jagdlich werden Robben in einzelnen nordischen Rechtsräumen geführt; in DACH stehen sie unter Schutz.

Nagetiere 1

  • Alpenmurmeltier Murmeltier

    Alpenmurmeltier

    Marmota marmota

    Das Alpenmurmeltier ist die auffälligste Wildart oberhalb der Waldgrenze und zugleich eine der am wenigsten sichtbaren: Neun von zehn Lebensstunden verbringt es im Bau. In Österreich ist es in mehreren Ländern bejagbar, in Bayern ganzjährig geschont - dieselbe Art, zwei gegensätzliche Rechtslagen.

Tiergruppen-Leitfaden 2

  • Antilopen (Bovidae) Tiergruppen-Leitfaden

    Antilopen (Bovidae)

    Bovidae (diverse Gattungen)

    Antilopen bilden keine geschlossene biologische Einheit, sondern umfassen eine Vielzahl an Unterfamilien der Hornträger (Bovidae): von den Echten Antilopen (Gazellinae) und Waldböcken (Tragelaphini: Kudu, Nyala, Eland) über Kuhantilopen (Alcelaphinae: Gnu, Hartebeest, Blesbock) bis zu Riedböcken (Reduncinae) und Pferdeböcken (Hippotragini: Oryx, Rappenantilope, Pferdeantilope).

  • Plains Game (Afrikanisches Steppenwild) Tiergruppen-Leitfaden

    Plains Game (Afrikanisches Steppenwild)

    Antilopinae / Bovidae / Equidae

    Als 'Plains Game' (Steppenwild) wird die artenreiche Huftierfauna der afrikanischen Steppen, Savannen und Buschländer bezeichnet. Es umfasst Antilopenarten vom kleinen Ducker bis zur mächtigen Elenantilope sowie Zebras und Warzenschweine. Das Wild wird nach biologischen Hegekriterien und strengen behördlichen Quoten bejagt.

Afrikanische Säugetiere 1

  • Erdferkel Afrikanische Säugetiere

    Erdferkel

    Orycteropus afer

    Das Erdferkel (Orycteropus afer) ist der einzige lebende Vertreter der Ordnung Tubulidentata (Röhrenzähner). Mit seinen kräftigen Grabklauen bricht es selbst betonharte Termitenbauten auf. Seine tiefen Erdhöhlen dienen unzähligen anderen afrikanischen Wildarten wie Warzenschweinen, Hyänen, Schakalen und Reptilien als lebenswichtige Zufluchtsorte.

Haarwild 1

  • Schneehase Schneehase

    Schneehase

    Lepus timidus

    Der Alpen-Schneehase Lepus timidus timidus kommt im gesamten Alpenbogen und damit in Bayern vor. Unterhalb von 1.200 Metern ist er selten.