Sichere Erkennung

Deutlich kleiner als Rotwild, in der Größe eher dem Damwild ähnlich: Schulterhöhe bis zu 100 cm, Gewicht bis etwa 90 kg. Das Sommerhaar ist rotbraun mit mehr oder weniger ausgeprägten hellen Fleckenreihen und einem dunklen Aalstrich entlang des Rückens; im Winter wird die Decke einheitlich grau bis schwarz ohne erkennbare Flecken. Kennzeichnend sind der weiße, herzförmige Spiegel und die weiße Rute mit schwarzem Mittelstrich. Hirsche tragen im Winter eine zottelige Halsmähne. Der Haarwechsel erfolgt im Mai und September.

Biologie und Lebensweise

Die Brunft liegt hauptsächlich im Oktober und endet Anfang November. Gesetzt wird von Mai bis Mitte Juli des Folgejahres, in der Regel ein einzelnes Kalb; die Säugezeit dauert drei bis vier Monate bis Ende Oktober oder Anfang November.

Nahrung und Raumnutzung

Gräser, Zwergsträucher, Knospen, Rinde, Beeren und Kräuter. In der Nahrungswahl ist Sikawild etwas anspruchsvoller als Rotwild und sucht energiereichere Äsung.

Lebensraum und Ansprüche

Bevorzugt Wälder mit dichtem Unterholz, nutzt daneben Feuchtgebiete und Offenland. Sozial ist Sikawild weniger gesellig als Rotwild: kleinere Familienverbände oder lockere Trupps, ältere Hirsche meist als Einzelgänger. In freier Wildbahn ist die Art nur selten zu beobachten.

Bestand und Management

Sikawild stammt aus Ostasien und wurde vor allem im 19. Jahrhundert als jagdbares Wild ausgesetzt. Zwei Gründe machen die Regulation vordringlich: die erfolgreiche Kreuzung mit weiblichem Rotwild, die lokale Rotwildpopulationen genetisch verändert, und zum Teil schwerwiegende Verbiss- und Schälschäden. Neue Bestände sollen nicht aufgebaut werden. In Bayern läuft die Jagdzeit vom 1. Juli (Schmaltiere und Schmalspießer) beziehungsweise 1. September (Kälber, Alttiere, alle übrigen Hirsche) bis 31. Januar. In Oberösterreich hat Sikawild keine Schonzeit.

Wildeinfluss und Wald

Verbiss und Schäle treten örtlich schwerwiegend auf. Wo Sikawild neben Rotwild vorkommt, addieren sich die Wirkungen auf die Verjüngung; die Abschussplanung muss beide Arten gemeinsam betrachten.

Verbreitung

Nachgewiesene Vorkommen von Sikahirsch (Sikawild) nach Ländern.

Jagd- und Schonzeiten nach Rechtsraum

Jagdzeiten setzt jedes Bundesland und jeder Kanton selbst fest, oft getrennt nach Wildklasse. Die Tabelle gibt die Zeiten für Sikahirsch (Sikawild) aus 12 Verordnungen wieder. Verbindlich ist die amtliche Fassung, die auf der jeweiligen Rechtsraumseite verlinkt ist.

Jagdzeiten für Sikahirsch (Sikawild) nach Rechtsraum
Rechtsraum Wildklasse Jagdzeit
Burgenland (AT) alle Klassen 1. September bis 31. Dezember
Wien (AT) alle Klassen 1. August bis 31. Dezember
Niederösterreich (AT) Hirsch 1. September bis 15. Januar
Niederösterreich (AT) Schmalspießer 1. Mai bis 15. Januar
Niederösterreich (AT) Schmaltier 1. Mai bis 15. Januar
Niederösterreich (AT) sonstige Tiere und Kalb 1. September bis 15. Januar
Oberösterreich (AT) alle Klassen ganzjährig
Bayern (DE) Kälber 1. September bis 31. Januar
Bayern (DE) Schmaltiere 1. Juli bis 31. Januar
Bayern (DE) Alttiere 1. September bis 31. Januar
Bayern (DE) Schmalspießer 1. Juli bis 31. Januar
Bayern (DE) alle übrigen Hirsche 1. September bis 31. Januar
Baden-Württemberg (DE) Kälber und Alttiere 1. August bis 31. Januar
Baden-Württemberg (DE) Hirsche, Schmalspießer und Schmaltiere 1. Mai bis 31. Januar
Nordrhein-Westfalen (DE) alle Klassen 1. August bis 31. Januar
Nordrhein-Westfalen (DE) Schmaltiere und Schmalspießer 1. Mai bis 31. Mai
Niedersachsen (DE) Kälber 1. September bis 31. Januar
Niedersachsen (DE) Schmaltiere, Schmalspießer, Hirsche 1. August bis 31. Januar
Sachsen (DE) alle Klassen 1. August bis 31. Januar
Hamburg (DE) Schmalspießer 1. Juli bis 31. Januar
Schleswig-Holstein (DE) Kälber 1. September bis 31. Januar
Schleswig-Holstein (DE) Schmalspießer 1. Mai bis 31. Januar
Schleswig-Holstein (DE) Schmaltiere 1. Mai bis 31. Mai (und 01.09.–31.01.)
Schleswig-Holstein (DE) Schmaltiere 1. September bis 31. Januar
Rheinland-Pfalz (DE) alle Klassen ganzjährig

Jagdrecht und Verordnungen aller Bundesländer und Kantone

Häufige Fragen zu Sikahirsch (Sikawild)

Warum gilt Sikawild als problematisch?

Weil es sich erfolgreich mit weiblichem Rotwild paart. Die Nachkommen verändern lokale Rotwildpopulationen genetisch. Dazu kommen örtlich schwere Verbiss- und Schälschäden.

Wie unterscheide ich Sikawild von Damwild?

Am Spiegel und an der Rute: Sikawild hat einen weißen, herzförmigen Spiegel und eine weiße Rute mit schwarzem Mittelstrich. Im Winter ist die Decke einheitlich grau bis schwarz, während Damwild seine Fleckung deutlicher behält.

Ist Sikawild in Österreich und Deutschland gleich geregelt?

Nein. Bayern setzt gestaffelte Jagdzeiten von Juli beziehungsweise September bis Januar, Oberösterreich führt Sikawild unter den Arten ohne Schonzeit. Maßgeblich ist die Verordnung des Rechtsraums.

Quellen und Evidenz

2 Einträge
  1. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.9.2026

    Artseite im Wildtierportal Bayern

    Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Primärdokument öffnen ↗
  2. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.9.2026

    GBIF Backbone Taxonomy

    Global Biodiversity Information Facility Primärdokument öffnen ↗

Geltung und Prüfstand

Gilt für
Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
Inhalt geprüft

Erstmalig erstellt: Redaktionelle Verantwortung: Dr. Wolfgang Spiess-Knafl