Was im jeweiligen Land anders ist

Dieselbe Arbeit heißt nicht überall gleich. Vor einem Vertrag zählt der Rechtsraum, nicht die umgangssprachliche Bezeichnung Revier.

Österreich

Das Jagdrecht ist Landessache. Die Fläche heißt oft Jagdgebiet; Eigenjagd und Genossenschaftsjagd richten sich nach dem Landesjagdgesetz. Gäste brauchen Jagdkarte und in der Regel einen Begehungsschein.

Deutschland

Jagdgenossenschaft oder Eigenjagd (meist ab 75 Hektar) tragen das Jagdausübungsrecht. Pachtverträge, Abschussplan und Wildschaden folgen dem Landesjagdgesetz und dem Bundesjagdgesetz. Der Jagdschein ist der Nachweis der Befähigung.

Schweiz

Revierkantone verpachten Flächen. Patentkantone lösen das Revier durch ein kantonales Patent ab. Planung, Abschuss und Einrichtungen folgen dem jeweiligen Kanton, nicht einem einheitlichen Bundesmodell.

Ein konkretes Pachtangebot rechnen

Der Rechner erfindet keinen Marktpreis. Er legt ausschließlich offen, was ein vorliegendes Angebot einschließlich eigener Nebenkosten und Reserve pro Jahr kostet.

Gesamtaufwand pro Jahr

14.300 €

10.500 € Pacht + 2.500 € Nebenkosten + 1.300 € Reserve

Rechenweg, Datenbasis und Grenzen

Rechenweg: Fläche × Angebot je Hektar ergibt die Jahrespacht. Dazu kommen die eingetragenen festen Kosten. Die Reserve wird auf diese Zwischensumme gerechnet. Sämtliche Werte stammen vom Nutzer; das Portal setzt keinen regionalen Preis voraus.

Warum keine Markttabelle: Amtliche Pachtstatistiken von Statistik Austria und BMEL/Destatis betreffen landwirtschaftlich genutzten Boden, nicht das Jagdausübungsrecht. Sie sind deshalb kein Beleg für Jagdpachtpreise. Die geplante Revierpreis-Erhebung zeigt erst dann eine Verdichtung, wenn mindestens drei belegte, ausreichend aktuelle Beobachtungen im selben Rechtsraum und Reviertyp vorliegen.

Nicht automatisch enthalten: Versicherung, Abgaben, Wildschaden, Infrastruktur, Fütterung, Fahrzeuge, Kühlung, Mitpächterstruktur und vertragliche Nebenpflichten müssen aus dem konkreten Vertrag übernommen werden.

Was Angebot und Risiko prägt

  • Wildarten & Wilddichte (Schalenwildvorkommen wie Rot- und Damwild steigern Pachtwert)
  • Reviergröße & Lage (Erreichbarkeit, Infrastruktur, Stadtnähe)
  • Wildschadensdeckelung / Wildschadenersatzpflicht (Sehr kritisches Risiko bei Schwarzwild im Feldrevier)
  • Bebauung & Zerschneidung durch Straßen/Infrastruktur
  • Inkludierte Eigenjagd / Jagdhütte / Infrastruktur

Typische Jagdeinrichtungen

Kostenrahmen und Sicherheitsanforderungen im Überblick. Die Angaben ersetzen keine statische Prüfung und keine Herstellerdokumentation.

Jagdeinrichtungen: Zweck, Kostenrahmen und Sicherheitsanforderungen
Einrichtung Zweck Kostenrahmen Sicherheit und Recht
Geschlossene Schlafkanzel Winteransitz & Nachtjagd auf Schwarzwild 1.500 - 3.500 € Schraubfundament, Geländer an der Leiter, rutschfeste Sprossen
Offener Drückjagdbock Bewegungsjagden im Herbst/Winter 250 - 600 € Brüstungshöhe min. 1,00m, Gewehrauflage verstellbar
Wildkamera (LTE / Cloud) Monitoring des Wildbestands & Kirrungsüberwachung 120 - 300 € + SIM-Guthaben Datenschutz beachten (Keine Erfassung von öffentlichen Wegen/Wanderern)
Zerwirkraum & Kühlzelle Hygienische Wildverwertung nach EU-Lebensmittelhygiene 3.000 - 8.000 € Edelstahlflächen, Fließend Kalt-/Warmwasser, Wildkühlung (0 bis 4 °C)

Was Reviere kosten

Eine Erhebung tatsächlich beobachteter Angebote, verdichtet je Rechtsraum. Zu einzelnen Revieren steht hier nichts und wird hier nichts stehen.

Pachtpreise je Hektar und Jahr, verdichtet aus 6 Beobachtungen
Rechtsraum Revierart Beobachtungen Unteres Viertel Median Oberes Viertel Zeitraum
Tirol (Österreich) Hochwildrevier 2 44.1 € 53.4 € 62.7 € 2026-2026
Wie erhoben und was bewusst nicht gezeigt wird

Eine Beobachtung ist ein tatsächlich beobachtetes Angebot oder ein belegter Abschluss, keine Schätzung. Ausgewiesen wird ein Rechtsraum erst ab 2 Beobachtungen: Aus einer Spanne über zwei Werte ließe sich das einzelne Angebot zurückrechnen. Aus demselben Grund stehen dort unteres Viertel, Median und oberes Viertel und nicht Minimum und Maximum, die je ein konkretes Angebot benennen würden. Ein Mittelwert wird nicht gebildet, weil einzelne sehr hohe Angebote ihn verzerren.

Nicht ausgewiesen wird:

  • Flaeche der einzelnen Beobachtung
  • Jahrespreis der einzelnen Beobachtung
  • Name, Lage oder Bezeichnung des Reviers
  • Anbieter, Vermittler und Fundstelle
  • Minimum und Maximum, weil beide je ein einzelnes Angebot benennen

Ein Revier ist über Fläche und Preis identifizierbar. Wer beides mit dem Anbieter zusammenbringt, veröffentlicht, was ein bestimmter Verpächter verlangt. Das ist nicht Aufgabe dieses Portals.

Jagdstatistik & Jahresjagdkarten

Amtliche Erhebungen der Statistik Austria und europäische Datenarchitektur: Jagen gewinnt an Zuspruch, der Frauenanteil bei Prüfungen steigt dynamisch.

139.566

Gültige Jahresjagdkarten (AT)

Anstieg von 119.360 (2013) auf 139.566 (2024) laut Statistik Austria – eine Steigerung von rund 17 Prozent.

Quelle: Statistik Austria

~5.000

Jagdprüfungen pro Jahr

Rund 5.000 Absolventen bestehen jährlich die behördliche Jagdprüfung in Österreich (Auskunft Jagd Österreich / Molter).

Ausbildungsstatistik

13 % – 32 %

Steigender Frauenanteil

Bundesweit liegt der Frauenanteil bei rund 13 %. In Salzburg lag der weibliche Anteil bei Prüfungen 2025 bereits bei 32 Prozent.

Demografischer Wandel

Europäischer Vergleich & Eurostat API-Einordnung

Auf EU-Ebene erfasst das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) über seine REST/SDMX-Schnittstellen umfassende Landbedeckungsdaten (LUCAS), forstwirtschaftliche Holzerzeugung und forstliche Flächenindikatoren (for_area_efa). Da das Jagdrecht innerhalb der Europäischen Union dem Subsidiaritätsprinzip unterliegt, werden Jagdschein- und Abschussstatistiken föderal bzw. national geführt (Statistik Austria, BMEL in DE, Eidgenössische Jagdstatistik in CH) und durch Fachorganisationen (FACE, ENETWILD) aggregiert.

Strukturierte Geodaten im Jagdkataster

Die exakte geografische Abgrenzung von Jagdrevieren wird über die Geoinformationssysteme (GIS) der Bundesländer bereitgestellt. Qualität, Schnittstellen und Metadatenformate im Überblick:

Wien (ViennaGIS)

WMS • Vektordaten

Die Bundeshauptstadt stellt über das ViennaGIS die Jagdgebiete (20 Eigen- und 13 Gemeindejagdgebiete) zur Verfügung. Bemerkenswert ist, dass trotz des urbanen Charakters rund 40 Prozent der Gesamtfläche Wiens (ca. 415 km²) potenziell für die Jagd in Betracht kommen.

  • Formate: WMS (JPEG, PNG/8bit), OGC-Vektoren
  • Reviere: 20 Eigenjagden, 13 Gemeindejagden

Tirol (Tiroler Jagdkataster)

WFS • REST • GeoJSON

Bietet eine der modernsten GIS-Infrastrukturen: Die Ausweisung der Eigen- und Genossenschaftsjagdgebiete ist historisch ab dem 1. Januar 2000 vollständig abgedeckt und steht maschinenlesbar zur Verfügung.

  • Schnittstellen: WFS, REST API, Shapefile, JSON, KML
  • Historie: Ab 01.01.2000 lückenlos dokumentiert

Kärnten & Vorarlberg

EPSG:31258 • INSPIRE

Kärnten liefert hochpräzise Shape- und GeoPackage-Formate im lokalen Koordinatensystem EPSG:31258 (MGI / Austria GK). Vorarlberg stellt seine Reviergrenzen INSPIRE-konform mit vollständigen Attributen wie der Gemeindezugehörigkeit bereit.

  • Kärnten: Shape, GeoPackage (EPSG:31258)
  • Vorarlberg: INSPIRE-konform mit Gemeindezuordnung

Themen im Reviermanagement

Vorgehen und Aufmerksamkeitspunkte, keine Rechtslage. Wo eine Rechtsfolge im Raum steht, verweist der Text auf die zuständige Stelle, statt eine Zahl zu nennen.

Quellen und Evidenz

6 Einträge
  1. Amtliche Primärquelle Abruf: 26.8.2026

    Statistik der Jagd: Jahresjagdkarten, Prüfungen und Jagdstrecken in Österreich

  2. Amtliche Primärquelle Abruf: 26.8.2026

    Eurostat Database & Statistics API: Land Cover, Forest Resources and Environmental Accounts

    Eurostat / Europäische Kommission Primärdokument öffnen ↗
  3. Amtliche Primärquelle Abruf: 26.8.2026

    Jagdgebiete Wien

    Stadt Wien / data.gv.at Primärdokument öffnen ↗
  4. Amtliche Primärquelle Abruf: 26.8.2026

    Open Government Data Land Tirol (Datenkatalog mit Jagdkataster)

  5. Amtliche Primärquelle Abruf: 9.8.2026

    Jagdangebote: Reviere und Pirschbegleitung

    Österreichische Bundesforste Primärdokument öffnen ↗
  6. Amtliche Primärquelle Abruf: 9.8.2026

    Jagd in Deutschland: Flächen- und Jagdscheinstatistik

    Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Primärdokument öffnen ↗