Rechtslage

Nach dem Bundesjagdgesetz und den Landesjagdgesetzen ist Wildschaden an landwirtschaftlichen Grundstücken binnen einer Woche nach Bekanntwerden bei der zuständigen Gemeinde anzumelden. Verspätete Meldungen führen zum unwiderruflichen Ausschluss des Entschädigungsanspruchs des Landwirts.

Vorbeugung

Vorbeugung ist wirtschaftlicher als Regulierung: Errichtung von Elektrozäunen an gefährdeten Maisschlägen, Freihalten von Bejagungsschneisen im Getreide und gezielte Ansitzjagd an den bekannten Schadensschwerpunkten und Wechseln.

Kommunikation mit den Bewirtschaftern

Enge, vertrauensvolle Absprache mit den Landwirten: Information über Erntetermine, Druschtermine und Einsaatzeiten. Landwirte bitten, frische Schäden sofort telefonisch zu melden, bevor Spuren durch Witterung verwittern.

Was festgehalten wird

Präzise Schadensaufnahme vor Ort: Datum, Uhrzeit, Parzelle/Flurstück, Kulturart, Schadensart (Umbrechen, Fraß, Niedertreten, Lagerung) und Schadensverursacher (Schwarzwild, Rotwild, Rehwild).

Ablauf der Dokumentation

Schadensfläche durch Einmessen (Länge mal Breite) oder GPS-Polygon erfassen, Zählen geschädigter Pflanzen auf repräsentativen Probeflächen und Fotodokumentation mit Maßstab und Übersichtsbildern.

Vorgehen

Gemeinsame Begehung von Landwirt und Pächter zur einvernehmlichen gütlichen Einigung vor Hinzuziehung des amtlichen Schätzers, um teure Gutachtergebühren zu vermeiden.

Worauf zu achten ist

Sorgfältige Abgrenzung von Schäden durch Mäuse, Dachse, Krähen oder Starkregen/Hagel, die nicht der gesetzlichen Wildschadensersatzpflicht durch Schalenwild unterliegen.

Rechtspflichten und Zuständigkeiten

Nach dem Bundesjagdgesetz (BJagdG) ist das Jagdrecht die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen. Ziel der Hege ist es, einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten, der den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen entspricht, und seine Lebensgrundlagen zu sichern und zu pflegen. Bei der Hege ist darauf zu achten, dass eine ordnungsgemäße land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Nutzung, insbesondere durch Wildschäden, möglichst nicht beeinträchtigt wird. Beim Jagen sind die allgemein anerkannten Grundsätze der deutschen Weidgerechtigkeit einzuhalten. Der Jagdausübungsberechtigte und der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte eines Grundstücks dürfen Wild von den Grundstücken abhalten oder verscheuchen, um Wildschäden zu verhindern. Die zuständige Behörde kann anordnen, dass der Jagdausübungsberechtigte unabhängig von den Schonzeiten innerhalb einer festgelegten Frist und im vorgegebenen Umfang den Wildbestand zu verringern hat, sofern dies aus Gründen des allgemeinen Wohls, insbesondere unter Berücksichtigung der Interessen der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei sowie der Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, erforderlich ist. Befolgt der Jagdausübungsberechtigte die Anordnung nicht, so kann die zuständige Behörde den Wildbestand auf seine Kosten verringern lassen. Die Jagdgenossen tragen den aus der Genossenschaftskasse gezahlten Ersatz entsprechend dem Verhältnis der Flächeninhalte ihrer beteiligten Grundstücke.

Fachliche Vorgaben und Förderung

Nach dem Bundesjagdgesetz (BJagdG) hat die Hege zum Ziel, Wildschäden möglichst zu vermeiden. In Gebieten, in denen Mischwälder vorherrschen, fällt der Wildeinfluss generell stärker aus als in Gebieten mit Nadelwäldern oder Buchenwäldern. Bezirke mit starkem Wildeinfluss verbessern sich nur dann nachhaltig, wenn der Wildeinfluss über mehrere Perioden hinweg fortlaufend zurückgeht. In 45,9 % der Bezirke verbesserte sich die Situation im Vergleich zu früheren Perioden mit der neuen WEM-Methode (P5+P6). Der Wildeinfluss stieg in 40 % der Bezirke an. In der BFW-Praxisinformation 57 sind die Ergebnisse der Erhebungsperiode 7 (2022-2024) veröffentlicht worden. Unter www.wildeinflussmonitoring.at sind detaillierte Ergebnisse zu einzelnen Bezirken der Erhebungsperiode 7 und allen früheren Perioden einsehbar. Bei den gern verbissenen Baumarten Tanne und Eiche zeigt die Höhenentwicklung: Beide kommen in den meisten Bezirken zwar vor, wachsen aber nur sehr selten über 1,3 m hinaus.

Checkliste

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Häufige Fragen zu Wildschäden vorbeugen und dokumentieren

Wer stellt den Schaden fest?

Das Feststellungsverfahren ist je Rechtsraum unterschiedlich geregelt; vielerorts sind amtlich bestellte Schätzer vorgesehen. Welches Verfahren gilt, welche Frist läuft und wer die Kosten trägt, ist bei der zuständigen Behörde zu erfragen.

Quellen und Evidenz

2 Einträge
  1. Amtliche Primärquelle Abruf: 11.8.2026

    Bundesjagdgesetz (BJagdG)

    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de Primärdokument öffnen ↗
  2. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026

    BFW-Praxisinformation 57: Mischwälder sind stärker vom Wildeinfluss betroffen

    Bundesforschungszentrum für Wald Primärdokument öffnen ↗

Geltung und Prüfstand

Gilt für
Österreich, Deutschland, Schweiz
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