Reviergrenzen
Die Reviergrenze wird vor Pachtbeginn persönlich zu Fuß abgegangen, anstatt sich blind auf Katasterkarten zu verlassen. Wo Grenzverläufe durch dichte Dickungen oder forstliche Pflanzungen führen, sind Grenzsteine, alte Forstmarkierungen oder Grenzgräben oft überwachsen. Unklare oder strittige Grenzabschnitte müssen vor der Vertragsunterschrift im Beisein des Verpächters und der Nachbarpächter protokolliert und geklärt werden, da sie sonst bei späteren Nachsuchen, Grenznaheansitzen und Wildschadensregulierungen unweigerlich zu Konflikten führen.
Jagdeinrichtungen im Bestand
Sämtliche Hochsitze, Kanzeln, Drückjagdblöcke und Fütterungseinrichtungen werden systematisch besichtigt, durchnummeriert und auf Standfestigkeit geprüft. Nach den Richtlinien der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (VSG 4.4) haftet der Jagdausübungsberechtigte voll für Personen- und Körperschäden durch baufällige Ansitze. Morsche Kanzeln stellen keinen Vermögenswert dar, sondern eine rechtliche und finanzielle Altlast, die sofort gesperrt, abgerissen oder fachgerecht saniert werden muss.
Wildschaden und Haftungslage
Die historische Schadensentwicklung der vergangenen drei bis fünf Jahre liefert die einzig verlässliche Prognose für das künftige finanzielle Risiko. Zu prüfen sind gezahlte Schadenssummen an Mais, Weizen, Raps und forstlicher Naturverjüngung, das Vorhandensein von Weiserzäunen sowie laufende behördliche Schätzverfahren oder Gerichtsstreitigkeiten.
Nachbarreviere und Absprachen
Ein Jagdrevier existiert nicht isoliert im Raum. Gutes Einvernehmen mit den Nachbarpächtern entscheidet über revierübergreifende Drückjagderfolge, Wildfolgevereinbarungen bei verletztem Schalenwild und eine abgestimmte Bejagung von Raubwild und Schwarzwild. Regelmäßige Absprachen verhindern wechselseitiges Vergrämen an den Reviergrenzen.
Grundeigentümer und Verpächter
Land- und Forstwirte sowie die Mitglieder der Jagdgenossenschaft sind die wichtigsten Partner im Revieralltag. Regelmäßige persönliche Treffen, sofortige Erreichbarkeit bei Schadensmeldungen und die rasche Errichtung mobiler Schutzzäune an gefährdeten Schlägen schaffen die Vertrauensbasis für eine jahrzehntelange Pachtzeit.
Vorgehen
Systematische Begehung aller Revierteile im Frühjahr nach der Schneeschmelze und im Spätsommer vor der Ernte. Erstellung eines digitalen Revierkatasters mit Geokoordinaten aller Ansitze, Wechsel, Salzlecken und Rettungspunkte.
Worauf zu achten ist
Besonderes Augenmerk gilt forstwirtschaftlichen Sonderkulturen, Aufforstungen ohne Zaun, Verkehrsknotenpunkten mit hoher Wildunfallgefahr sowie Erholungsschwerpunkten mit starker Frequentierung durch Spaziergänger und freilaufende Hunde.
Sicherheit
Beim Betreiben der Jagd und beim Errichten von jagdlichen Einrichtungen bestehen erhöhte Risiken für Unfälle und Gesundheitsgefährdungen. Bei der Jagd besteht für Jägerinnen und Jäger ein besonders hohes Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden. Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft bietet ein Seminar an, das Sicherheit und Gesundheitsschutz im Klein-Privatwald thematisiert. Für die Sicherheit an Jagdeinrichtungen sind Checklisten im Bereich der Jagdsicherheit vorhanden. Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft stellt auf ihrer Website eine Unterweisungshilfe für die Jagd bereit.
Checkliste
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Häufige Fragen zu Kontrollprotokoll für Jagdeinrichtungen (Vorlage)
Wer ist für die Sicherheit der Hochsitze verantwortlich?
Der Jagdpächter oder Revierinhaber als Betreiber der Jagdeinrichtungen. Bei Schäden an Dritten (z. B. Wanderer) haftet der Betreiber, wenn er die Verkehrssicherungspflicht verletzt hat.
Quellen und Evidenz
2 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 2.9.2026
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Jagd
- Amtliche Primärquelle Abruf: 11.8.2026
Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) - Landesrecht
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Österreich, Deutschland, Schweiz
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 2 Primärquellen hinterlegt