Sichere Erkennung

Die Normalfärbung zeigt im Sommer helle Flecken auf rötlich brauner Decke, einen dunklen Aalstrich und einen hellen, dunkel gerahmten Spiegel mit langem Wedel. Im Winter wird die Decke graubrauner und die Fleckung schwächer. Weiße, dunkle und weitere Farbvarianten kommen vor und dürfen nicht automatisch als Albinismus eingeordnet werden.

Damhirsch (Damwild) im natürlichen Lebensraum
Foto: Maxwell Hamilton · CC BY-SA 3.0

Biologie und Lebensweise

Damwild ist ausgeprägt gesellig. Kahlwild und Nachwuchs sowie die Hirsche bilden außerhalb der Brunft meist getrennte Verbände. Als Mischäser nutzt die Art Gräser, Kräuter, Blätter, Triebe, Samen und Baumfrüchte. Größe und Aktivität der Gruppen hängen stark von Lebensraum und Störung ab.

Damhirsch (Damwild) (Dama dama)
Foto: Robek · CC BY-SA 3.0

Lebensraum und Ansprüche

Bevorzugt werden lichte Laub- und Mischwälder der Ebene und des Mittelgebirges mit Wiesen, Lichtungen oder angrenzenden Agrarflächen. Die Art ist anpassungsfähig. Ihre heutige Verbreitung in Europa und darüber hinaus ist wesentlich durch menschliche Verbringung und Einbürgerung geprägt.

Damhirsch mit Schaufelgeweih
Foto: Tomasz Sienicki · CC BY 3.0

Geweihentwicklung

Auf das Spießerstadium folgen Stangen, die sich mit dem Alter über Zwischenformen verbreitern. Erst reifere Hirsche zeigen ausgeprägte Schaufeln. Ernährung, Gesundheit und individuelle Entwicklung beeinflussen die Form; aus der Schaufel lässt sich deshalb kein exaktes Lebensalter ablesen.

Damspießer im Freiland
Foto: Tomasz Sienicki · CC BY 3.0

Brunft und Fortpflanzung

Die Brunft liegt in Mitteleuropa überwiegend im Herbst. Hirsche können einzelne Plätze oder kleine Territorien besetzen, Brunftkuhlen schlagen und mit tiefen, kurzen Lauten werben. Je nach Dichte und Landschaft treten Platz-, Harem- oder arenaähnliche Systeme auf. Nach der Tragzeit setzt das Damtier meist ein Kalb.

Damhirsch (Damwild) im natürlichen Lebensraum
Foto: Marek Szczepanek · CC BY-SA 4.0

Anatomie und Fährtenbild

Damwildfährten sind kleiner und schlanker als Rotwildfährten. Auf weichem Boden kann das Geäfter sichtbar werden. Sicheres Bestimmen stützt sich nicht auf ein einzelnes Trittsiegel, sondern auf Größe, Schrittfolge, Losung, Wechsel und weitere Zeichen.

Abgrenzung zum Rothirsch

Rotwild ist größer, sein Wedel kürzer und das Geweih reifer Hirsche bleibt ein verzweigtes Stangengeweih. Damwild zeigt die namensgebende Schaufel und bei der Normalfärbung eine deutlichere Sommerfleckung. Kahlwild ohne Geweih wird über Körpergröße, Spiegel, Wedel und Gesamterscheinung angesprochen.

Trophäe und Bewertung

Formale Messverfahren bewerten unter anderem Länge, Breite und Masse der Schaufeln. Die Bewertung ist kein Ersatz für Altersansprache, Bestandsaufbau oder ein an Lebensraum und Abschussplan orientiertes Management.

Jagdliche Einordnung

Gesellige Verbände verlangen besonders sorgfältige Stückwahl und sicheren Muttertierschutz. Bei wechselnden Farbformen und gemischten Gruppen wird vor dem Schuss ausreichend lange angesprochen. Jagdzeiten und Klassenregelungen werden ausschließlich im jeweiligen Rechtsraum geprüft.

Wildbret und Verwertung

Damwild liefert mildes, feinfaseriges und vergleichsweise mageres Wildbret. Qualität und Sicherheit hängen von stressarmer Erlegung, sauberer Erstversorgung, kontrollierter Kühlung und den regional geltenden Untersuchungspflichten ab.

Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES Nicht gelistet · EU Nicht gelistet

Artenschutz & Handelsstatus: Damhirsch (Damwild)

Status:Jagdbar / Nicht CITES-reguliert. Diese Art unterliegt nicht den CITES-Artenschutzbestimmungen. Für den grenzüberschreitenden Transport gelten die allgemeinen veterinär- und zollrechtlichen Vorschriften sowie das nationale Jagdrecht des Herkunfts- und Ziellandes.

Bestimmungen für Ein- & Ausfuhr (Jagdtrophäen):
  • Keine CITES-Genehmigung erforderlich
  • Beachtung des nationalen Jagd- und Schonzeitenrechts
  • Veterinärrechtliche Bestimmungen bei Fleischtransport beachten

Was bei der Einfuhr einer Trophäe zusätzlich zu CITES gilt – TRACES NT, Veterinärbescheinigung, Zoll –, steht im Leitfaden zum Trophäenimport.

Alters- und Kategorieansprache

Merkmale zur Altersbeurteilung vor und nach dem Schuss (Gebissentwicklung, Trophäenmorphologie, Habitus und Klassen).

Ansprachemerkmale & Kriterien

Schaufelbildung (vom Knieper über Löffler und Halbschaufler zum Vollschaufler); Gebissentwicklung (Wechsel zu Dauergebiss mit ca. 24-26 Monaten); Rosenstockhöhe; Körperhabitus (starker Träger, dunkle Mähne zur Brunft, Kehlwamme).

Gebissentwicklung & Zahnabschliff

P3-Wechsel im 2. Lebensjahr; Molarenabschliff schreitet kontinuierlich voran.

Altersklassen & Klassifizierung

Klasse III (1-2 Jahre: Spießer, Knieper); Klasse II (3-5 Jahre: Löffler, angehende Schaufler); Klasse I (6+ Jahre: reife Vollschaufler mit geschlossener Schaufel und ausgeprägten Schaufelzacken).

Vergleichbare & verwandte Wildarten

Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Hirschartige.

Verwandte Arten im Atlas:

Verbreitung

Nachgewiesene Vorkommen von Damhirsch (Damwild) nach Ländern. Die Karte markiert die Jagdregionen mit Vorkommen, keine Reviergrenzen.

Verbreitung von Damhirsch (Damwild)

Grün: Länder mit Nachweis. Punkte: Jagdregionen mit eigenem Profil.

  • Land mit Nachweis
  • Jagdregion mit Profil

Staatsgrenzen: Natural Earth (gemeinfrei) · Darstellung: JAGDNAVIGATOR · Die Grenzen zeigen Staaten, keine Jagdgebiete.

Global Biodiversity Information FacilityGBIF Taxon #5220136

Wissenschaftliche Nachweise & Vorkommen: Damhirsch (Damwild)

GBIF Taxon
GBIF-Nachweise von Damhirsch (Damwild) (Dama dama) in Europa. Gelbe bis rote Punkte: Dichte wissenschaftlicher Beobachtungen.
Dichte wissenschaftlicher Nachweise
EinzelfundeHohe Dichte

Kartengrundlage: GBIF-Basiskarte (OpenMapTiles) · Nachweise: GBIF.org, CC0 · Stand: 27. August 2026 · Darstellung: JAGDNAVIGATOR

Bürgerwissenschaften & MonitoringiNaturalist

Bürgerbeobachtungen & Fotobelege: Damhirsch (Damwild)

Neben amtlichen Zählungen liefern wissenschaftlich verifizierte Sichtungen (Research Grade) von Jägern, Förstern und Naturbeobachtern Daten zu Ausbreitung, Wechseln und Vorkommen dieser Art in ihrem Verbreitungsgebiet.

Wo diese Art vorkommt

Jagd- und Schonzeiten nach Rechtsraum

Jagdzeiten setzt jedes Bundesland und jeder Kanton selbst fest, oft getrennt nach Wildklasse. Die Tabelle gibt die Zeiten für Damhirsch (Damwild) aus 20 Verordnungen wieder. Verbindlich ist die amtliche Fassung, die auf der jeweiligen Rechtsraumseite verlinkt ist.

Jagdzeiten für Damhirsch (Damwild) nach Rechtsraum
Rechtsraum Wildklasse Jagdzeit
Burgenland (AT) Damwild (ohne Schmaltiere) 1. September bis 31. Dezember
Burgenland (AT) Schmaltiere 1. Mai bis 31. Dezember
Wien (AT) Hirsch 1. September bis 31. Dezember
Wien (AT) Schmalspießer 1. Mai bis 31. Dezember
Wien (AT) Schmaltiere 1. Mai bis 31. Dezember
Wien (AT) sonstige Tiere und Kälber 1. August bis 31. Dezember
Salzburg (AT) Damhirsche 16. September bis 31. Dezember
Salzburg (AT) Tiere und Kälber 1. August bis 31. Dezember
Kärnten (AT) alle Klassen 1. August bis 31. Dezember
Niederösterreich (AT) Hirsch 1. September bis 15. Januar
Niederösterreich (AT) Schmalspießer 1. Mai bis 15. Januar
Niederösterreich (AT) Schmaltier 1. Mai bis 15. Januar
Niederösterreich (AT) sonstige Tiere und Kalb 1. September bis 15. Januar
Oberösterreich (AT) Hirsch 1. September bis 31. Januar
Oberösterreich (AT) Tier und Kalb 16. Oktober bis 31. Januar
Steiermark (AT) Schmaltiere und Schmalspießer 1. Mai bis 31. Dezember
Steiermark (AT) sonstiges Damwild 1. August bis 31. Dezember
Bayern (DE) Kälber 1. September bis 31. Januar
Bayern (DE) Schmaltiere 1. Juli bis 31. Januar
Bayern (DE) Alttiere 1. September bis 31. Januar
Bayern (DE) Schmalspießer 1. Juli bis 31. Januar
Bayern (DE) alle übrigen Hirsche 1. September bis 31. Januar
Baden-Württemberg (DE) Kälber 1. September bis 31. Januar
Baden-Württemberg (DE) Schmalspießer und Schmaltiere (Frühjahr) 1. Mai bis 31. Mai
Baden-Württemberg (DE) Schmalspießer und Schmaltiere (Sommer bis Winter) 1. August bis 31. Januar
Baden-Württemberg (DE) Hirsche und Alttiere 1. September bis 31. Januar
Nordrhein-Westfalen (DE) alle Klassen 1. August bis 31. Januar
Nordrhein-Westfalen (DE) Schmaltiere und Schmalspießer 1. Mai bis 31. Mai
Niedersachsen (DE) Kälber 1. September bis 31. Januar
Niedersachsen (DE) Schmaltiere und Schmalspießer (Frühjahr) 1. April bis 15. Mai
Niedersachsen (DE) Schmaltiere und Schmalspießer (Sommer bis Winter) 1. August bis 31. Januar
Niedersachsen (DE) Hirsche 1. August bis 31. Januar
Brandenburg (DE) Schmalspießer und Schmaltier 16. April bis 15. Januar
Brandenburg (DE) Hirsch, Alttier und Kalb 1. August bis 15. Januar
Sachsen (DE) alle Klassen 1. August bis 31. Januar
Hamburg (DE) Schmalspießer 1. Juli bis 31. Januar
Sachsen-Anhalt (DE) Kälber 1. September bis 31. Januar (Sika: 01.09.–28.02.)
Sachsen-Anhalt (DE) Schmalspießer 1. Mai bis 31. Januar (Sika: 01.07.–28.02.)
Sachsen-Anhalt (DE) Schmaltiere 1. Mai bis 30. Juni (und 01.09.–31.01.; Sika: 01.07.–31.01.)
Sachsen-Anhalt (DE) Hirsche und Alttiere 1. September bis 31. Januar
Schleswig-Holstein (DE) Kälber 1. September bis 31. Januar
Schleswig-Holstein (DE) Schmalspießer 1. Mai bis 31. Januar
Schleswig-Holstein (DE) Schmaltiere 1. Mai bis 31. Mai (und 01.09.–31.01.)
Schleswig-Holstein (DE) Schmaltiere 1. September bis 31. Januar
Saarland (DE) Kälber 1. August bis 31. Januar
Saarland (DE) Schmalspießer 1. Juli bis 31. Januar
Saarland (DE) Schmaltiere 1. Juli bis 31. Januar
Saarland (DE) Hirsche u. Alttiere 1. August bis 31. Januar
Thüringen (DE) Alttiere, Schmaltiere, Kälber und Hirsche 1-jährig und älter 1. September bis 15. Januar
Rheinland-Pfalz (DE) Kälber 1. August bis 31. Januar
Rheinland-Pfalz (DE) Schmaltiere, Schmalspießer 1. Mai bis 31. Januar
Rheinland-Pfalz (DE) Alttiere, Hirsche 1. August bis 31. Januar
Mecklenburg-Vorpommern (DE) Kälber 1. September bis 31. Januar
Mecklenburg-Vorpommern (DE) Schmalspießer und Schmaltiere 16. April bis 31. Januar

Jagdrecht und Verordnungen aller Bundesländer und Kantone

Wissenschaftliche Arbeiten zu Damhirsch (Damwild)

Ausgewählte Studien zur Biologie, Raumnutzung, Nahrung oder dem Management dieser Art.

Häufige Fragen zu Damhirsch (Damwild)

Wie unterscheidet man Rothirsch und Damhirsch?

Damwild ist deutlich kleiner. Reife Hirsche tragen verbreiterte Schaufeln statt eines verzweigten Stangengeweihs mit Krone; typisch sind außerdem der lange Wedel, der dunkel gerahmte Spiegel und bei der Normalfärbung die gefleckte Sommerdecke.

Trägt jeder Damhirsch sofort Schaufeln?

Nein. Junge Hirsche beginnen mit Spießen; die Stangen verbreitern sich erst mit zunehmendem Alter und guter Entwicklung über Zwischenformen zur Schaufel. Die Geweihform allein liefert kein exaktes Alter.

Lebt Damwild nur in Tierparks?

Nein. In vielen Regionen Europas bestehen frei lebende Populationen. Die heutige weite Verbreitung ist jedoch stark durch historische und neuere Aussetzungen geprägt.

Wie ist Damwild sozial organisiert?

Weibliche Stücke und Nachwuchs bilden Kahlwildverbände, Hirsche außerhalb der Brunft eigene Gruppen. Größe und Zusammensetzung ändern sich mit Jahreszeit, Lebensraum und Wilddichte.

Quellen und Evidenz

2 Einträge
  1. Amtliche Primärquelle Abruf: 9.8.2026

    Managementempfehlungen für Arten des Offenlandes - Abschnitt Damhirsch

    Bundesamt für Naturschutz Primärdokument öffnen ↗
  2. Fachverband / Körperschaft Abruf: 9.8.2026

    Deutschlands Hirsche im Überblick

    Deutsche Wildtier Stiftung Primärdokument öffnen ↗

Geltung und Prüfstand

Gilt für
Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
Inhalt geprüft

Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: Dr. Wolfgang Spiess-Knafl