Lebensräume: Feldrevier, Eichen- & Buchenwälder, Auwald, Schilfgebiete
Übliche Jagdarten: Nachtansitz an Kirrungen mit Wärmebild, Großräumige Drückjagd / Bewegungsjagd
Brunft oder Paarung: November bis Januar (Rausche)
Jagdliche Klasse: Schwarzwild · Schweineartige

Sichere Erkennung
Schwarzwild wirkt gedrungen, mit keilförmigem Haupt, kräftigem Vorderkörper und dünnen Läufen. Frischlinge tragen im ersten Lebensabschnitt Längsstreifen; Überläufer verlieren diese Zeichnung. Geschlecht und Führungsstatus sind auf Distanz oft schwer zu erkennen. Pinsel, Gesäuge, Körperform, Verhalten und Stellung in der Rotte werden gemeinsam beurteilt; fehlt Sicherheit, unterbleibt der Schuss.

Biologie und Lebensweise
Bachen, Frischlinge und jüngere Stücke bilden matrilineare Rotten. Erwachsene Keiler leben überwiegend einzeln und schließen sich zur Rauschzeit zeitweise an. Schwarzwild kann sich bei gutem Nahrungsangebot früh fortpflanzen; Reproduktion und Überleben reagieren stark auf Mastjahre, Feldfrüchte, Witterung und Bejagung. Der sogenannte Schild älterer Keiler ist eine verdickte Bindegewebsschicht im Schulterbereich.

Nahrung und Raumnutzung
Als Allesfresser nutzt Schwarzwild Eicheln, Bucheckern, Wurzeln, Gräser, Feldfrüchte, Wirbellose und Aas. Wühlen schafft offene Bodenstellen, kann aber Grünland, Äcker und sensible Lebensräume erheblich beeinträchtigen. GPS-Studien zeigen: Bei hoher Dichte wird Agrarland stärker genutzt, während individuelle Streifgebiete kleiner werden können. Schäden sind deshalb räumlich und zeitlich zu erfassen, nicht nur aus der Jahresstrecke abzuleiten.

Anatomie und Fährtenbild
Das Trittsiegel ist breit, die Schalen stehen häufig gespreizt. Afterklauen können sich besonders in weichem Boden oder bei schneller Bewegung abzeichnen; sie sind nicht in jedem Abdruck sichtbar und kein alleiniger Größen- oder Altersindikator. Wühlflächen heißen Gebrech, hinzu kommen Suhlen, Malbäume und kräftige Wechsel als typische Revierzeichen.

Trophäe und Bewertung
Die Eckzähne des Keilers werden zusammen als Waffen bezeichnet: Im Unterkiefer sitzen die Gewehre, im Oberkiefer die Haderer. Sie wachsen fortlaufend und schleifen aneinander. Formale Bewertung erfasst Maße und Schleifflächen; aus der sichtbaren Zahnspitze am lebenden Stück lässt sich weder das genaue Alter noch die verborgene Gesamtlänge sicher bestimmen.

Bestand und Management
Freizeitjagd allein kann wachsende Bestände unter günstigen Umweltbedingungen häufig nicht stabilisieren. Wirksamkeit entsteht aus revierübergreifender Planung, abgestimmten Bewegungsjagden, konsequenter Entnahme geeigneter nichtführender Stücke, Schadenserfassung und laufendem Monitoring. Kirrungen dürfen nicht zu zusätzlicher Fütterung werden. Jede Maßnahme bleibt an Jagdrecht, Tierschutz und Muttertierschutz gebunden.
Seuchenprävention und Hygiene
Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich, für Haus- und Wildschweine jedoch meist tödlich und wirtschaftlich schwerwiegend. Verdächtiges Fallwild wird nicht eigenmächtig bewegt; Fundort und Behörde sind nach regionalem Verfahren zu melden. Ausrüstung, Schuhe, Fahrzeuge und Wildtransport können Erreger verschleppen. Deshalb gelten Trennung sauberer und unreiner Bereiche, behördlich vorgegebene Desinfektion und das Verbot, Speisereste in die Landschaft zu bringen.
Jagdliche Einordnung
Ansitz und Bewegungsjagd verlangen besonders sichere Ansprache. Wärmebildtechnik unterstützt das Finden, ersetzt aber weder Identifikation noch Kugelfang. Auf Bewegungsjagden werden Schusssektoren, zulässige Stücke, Hundeeinsatz und Nachsuche vor Beginn eindeutig festgelegt. Nachtjagd und Technikgebrauch sind rechtlich unterschiedlich geregelt und werden hier nicht pauschal beschrieben.
Wildbret und Verwertung
Schwarzwild liefert aromatisches, je nach Alter unterschiedlich kräftiges Wildbret. Vor der Abgabe oder dem Eigenverzehr sind die vorgeschriebenen Untersuchungen, insbesondere auf Trichinen, abzuwarten. Radiocäsiumkontrollen gelten nur in bestimmten belasteten Gebieten nach regionalen Vorgaben. Sauberes Aufbrechen, Schutz vor Magen-Darm-Inhalt, rasche Kühlung und vollständiges Durchgaren bei ungeklärten Risiken sind zentrale Hygieneschritte.
Lebensraum und Ansprüche
Dieser redaktionelle Abschnitt befindet sich aktuell noch im Aufbau und wird in Kuerze durch unsere Fachredaktion mit vollstaendigen und geprueften Inhalten ergaenzt. Du findest hier bald fundierte und belegte Informationen zu diesem Thema.
Artenschutz & Handelsstatus: Wildschwein (Schwarzwild)
Status:Jagdbar / Nicht CITES-reguliert. Diese Art unterliegt nicht den CITES-Artenschutzbestimmungen. Für den grenzüberschreitenden Transport gelten die allgemeinen veterinär- und zollrechtlichen Vorschriften sowie das nationale Jagdrecht des Herkunfts- und Ziellandes.
- Keine CITES-Genehmigung erforderlich
- Beachtung des nationalen Jagd- und Schonzeitenrechts
- Veterinärrechtliche Bestimmungen bei Fleischtransport beachten
Was bei der Einfuhr einer Trophäe zusätzlich zu CITES gilt – TRACES NT, Veterinärbescheinigung, Zoll –, steht im Leitfaden zum Trophäenimport.
Alters- und Kategorieansprache
Merkmale zur Altersbeurteilung vor und nach dem Schuss (Gebissentwicklung, Trophäenmorphologie, Habitus und Klassen).
Ansprachemerkmale & Kriterien
Gebissentwicklung: I3- und C-Wechsel mit ca. 6-10 Monaten; P4-Wechsel mit ca. 12-14 Monaten; Durchbruch des hintersten Backenzahns (M3) erst mit ca. 22-24 Monaten; Gewaff (Länge, Schliff und Basisdicke der Haderer und Gewehre); Körperbau (Karpfenrücken, Quaste, Pinsel).
Gebissentwicklung & Zahnabschliff
Frischling (<12 Monate: Milchgebiss, M1/M2 brechen durch); Überläufer (12-24 Monate: P4 wechselt, M3 bricht durch); Mehrjährig (24+ Monate: M3 vollständig herausgewachsen mit 4-5 Höckern).
Altersklassen & Klassifizierung
Frischling (bis 1. Lebensjahr, Gewicht meist <35 kg); Überläufer (2. Lebensjahr, 35-65 kg); Mehrjähriges Stück / Keiler / Altbache (ab 3. Lebensjahr, voll ausgebildetes Gewaff, Masse über 70-120+ kg).
Vergleichbare & verwandte Wildarten
Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Suidae (Echte Schweine).
Verbreitung
Länder, in denen diese Art im Portal als vorkommend geführt wird. Die Karte zeigt die zugehörigen Regionsprofile, keine Reviergrenzen und keine Punktnachweise.
- Albanien
- Argentinien
- Australien
- Belgien
- Bosnien und Herzegowina
- Brasilien
- Bulgarien
- Chile
- Deutschland
- Estland
- Georgien
- Griechenland
- Iran
- Kroatien
- Lettland
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Montenegro
- Niederlande
- Nordmazedonien
- Paraguay
- Polen
- Rumänien
- Russland
- Schweden
- Schweiz
- Serbien
- Slowakei
- Spanien
- Türkei
- Ukraine
- Ungarn
- Uruguay
- Österreich
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.
Wissenschaftliche Nachweise & Vorkommen: Wildschwein (Schwarzwild)

Kartengrundlage: GBIF-Basiskarte (OpenMapTiles) · Nachweise: GBIF.org, CC0 · Stand: 2026-08-27 · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Bürgerbeobachtungen & Fotobelege: Wildschwein (Schwarzwild)
Neben amtlichen Zählungen liefern wissenschaftlich verifizierte Sichtungen (Research Grade) von Jägern, Förstern und Naturbeobachtern Daten zu Ausbreitung, Wechseln und Vorkommen dieser Art im DACH-Raum.
Raum-Zeit-Verhalten & Aktionsräume: Wildschwein (Schwarzwild)
Raumnutzung:Rotten 500–2.500 ha. Hohe Dynamik abhängig von Mastjahren (Eiche/Buche) und landwirtschaftlichen Schlägen (Mais/Raps).
Saisonales Wanderverhalten:Verlagerung im Sommer in dichte Raps- und Maiskomplexe; im Spätherbst Rückzug in masttragende Laubalthölzer.
Wo diese Art vorkommt
DACH 37
Bundesländer und Kantone mit eigenem Jagdrecht
- Aargau
- Baden-Württemberg
- Basel-Landschaft
- Bayern
- Bern
- Brandenburg
- Burgenland
- Freiburg
- Genf
- Hessen
- Jura
- Kärnten
- Luzern
- Mecklenburg-Vorpommern
- Neuenburg
- Niederösterreich
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Oberösterreich
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Salzburg
- Schaffhausen
- Schleswig-Holstein
- Solothurn
- Steiermark
- Tessin
- Thurgau
- Thüringen
- Tirol
- Vorarlberg
- Waadt
- Wallis
- Zug
- Zürich
Wissenschaftliche Arbeiten zu Wildschwein (Schwarzwild)
Ausgewählte Studien zur Biologie, Raumnutzung, Nahrung oder dem Management dieser Art.
- Mapping wild boar density across Europe: combining spatial models and density estimates
- Wild boar population control needs more than recreational hunting
- Exploring the use of REM in compact hunting grounds comparing site specific to average parameters
- Density-dependent dinner: Wild boar overuse agricultural land at high densities
- Food security and the value of game animals-a study of Sweden
- Turkish and German university students’ emotions and protection intentions regarding wolves and wild boars
Häufige Fragen zu Wildschwein (Schwarzwild)
Was ist die Trichinenschau und warum ist sie Pflicht?
Trichinen sind parasitische Fadenwürmer, die über nicht ausreichend erhitztes Fleisch auf Menschen übertragen werden können. Erlegtes Schwarzwild darf erst nach dem vorgeschriebenen negativen Untersuchungsergebnis als Lebensmittel verwendet werden; Probenahme und Freigabe richten sich nach dem jeweiligen Recht.
Was versteht man unter den 'Waffen' des Keilers?
Als Waffen bezeichnet man die Eckzähne des Keilers: Das sind die nach oben stehenden Hacker im Unterkiefer und die kürzeren Haderer im Oberkiefer, die sich gegenseitig scharf schleifen.
Warum ist die Leitbache im Rudel so wichtig?
Erfahrene Bachen prägen Wege, Ruheplätze und Reaktionen der Rotte. Die Aussage, eine Leitbache synchronisiere allein sämtliche Frischzeiten oder ihre Entnahme lasse die Fortpflanzung automatisch außer Kontrolle geraten, ist zu pauschal. Unstrittig bleibt der Muttertierschutz: führende Bachen dürfen nicht erlegt werden.
Woran erkennt man eine Schwarzwildfährte?
Das Trittsiegel ist breit und rundlicher als beim Reh. Afterklauen können sichtbar sein, sind aber kein Einzelbeweis. Spurverlauf, Schrittlänge, Boden und weitere Zeichen wie Wühlstellen oder Suhlen müssen gemeinsam passen.
Was ist bei einem ASP-verdächtigen Kadaver zu tun?
Nicht berühren oder bergen, Fundort sichern beziehungsweise markieren und unverzüglich die regional zuständige Veterinär- oder Jagdbehörde informieren. Deren Anweisungen zu Probenahme, Bergung und Desinfektion sind verbindlich.
Quellen und Evidenz
3 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026
African swine fever
- Peer-Review Studie Abruf: 10.8.2026
Density-dependent dinner: Wild boar overuse agricultural land at high densities
- Peer-Review Studie Abruf: 10.8.2026
Wild boar population control needs more than recreational hunting
Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: Dr. Wolfgang Spiess-Knafl