Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: WSK
Lebensräume: Wald, Kulturlandschaft, Agrarlandschaft mit Feldgehölzen, Mittelgebirge
Übliche Jagdarten: Baujagd mit Teckel, Nachtansitz am Bau und an Mais
Brunft oder Paarung: Ranz im Sommer, verzögerte Keimruhe, Geburt im Spätwinter
Jagdliche Klasse: Dachs · Raubwild
Alters- und Kategorieansprache
Merkmale zur Altersbeurteilung vor und nach dem Schuss (Gebissentwicklung, Trophäenmorphologie, Habitus und Klassen).
Ansprachemerkmale & Kriterien
Körpermasse, Habitus, Zahnabrieb und Ausprägung artspezifischer Trophäen- oder Gefiedermerkmale.
Gebissentwicklung & Zahnabschliff
Zahndurchbruch und Abkauung der Mahl- und Schneidezähne bei Säugetieren.
Altersklassen & Klassifizierung
Jugendklasse (Jungtiere im ersten Lebensjahr), Mittelklasse (subadulte Stücke), Reife Ernteklasse (voll entwickelte adulte Stücke).
Vergleichbare & verwandte Wildarten
Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Raubwild.
Wichtige Vergleichsart innerhalb der Kategorie Raubwild mit spezifischen ökologischen Ansprüchen.
Verbreitung
Länder, in denen diese Art im Portal als vorkommend geführt wird. Die Karte zeigt die zugehörigen Regionsprofile, keine Reviergrenzen und keine Punktnachweise.
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.

Sichere Erkennung
Der gedrungene, tief gestellte Körper, die graue Oberseite und zwei dunkle Längsstreifen über dem hellen Kopf sind charakteristisch. Das Trittsiegel zeigt fünf Zehen und lange Grabkrallen. Am Bau helfen Form, Größe, Haare, Einstreu und aktuelle Fährten bei der Ansprache.

Biologie und Lebensweise
Dachse können in Familiengruppen leben; Größe und Stabilität der Gruppen hängen stark vom Nahrungsangebot und der Landschaft ab. Nach der Paarung verzögert eine Keimruhe die Entwicklung, sodass die Jungen meist im Spätwinter geboren werden. Im Herbst werden Fettreserven aufgebaut; die Winterruhe wird an milden Nächten unterbrochen.

Lebensweise und Verhalten
Der Dachs ist überwiegend nachtaktiv und nutzt feste Wechsel zwischen Bau und Nahrungsflächen. Latrinen sind flache Gruben mit Losung und dienen auch der Kommunikation. Aktivität, Wegelängen und Tagesverstecke verändern sich jahreszeitlich und mit menschlicher Störung.

Nahrung und Raumnutzung
Dachse suchen Nahrung häufig flächig und bodennah. Regenwürmer können lokal den Hauptanteil bilden, daneben werden Insektenlarven, Früchte, Getreide, Mais, Kleinsäuger, Gelege und Aas aufgenommen. Einzelne Fraßspuren belegen deshalb nicht automatisch einen erheblichen Schaden.

Kolonien und Sozialverhalten
Ein Hauptbau kann zahlreiche Einfahrten, Kessel und Röhren besitzen und über Generationen erweitert werden. Daneben existieren kleinere Neben- und Fluchtbaue. Fuchs oder andere Arten können Teilbereiche zeitweise mitnutzen; eine Belegung muss vor jedem Eingriff aktuell geprüft werden.
Anatomie und Fährtenbild
Das Trittsiegel zeigt fünf Zehen mit langen, kräftigen Grabkrallen; der Abdruck wirkt breit und plump. Im weichen Boden ist der Krallenabdruck deutlich vor den Ballen zu sehen.
Monitoring und Nachweis
Baukataster unterscheiden Haupt-, Neben- und ungenutzte Baue und dokumentieren frische Aktivitätszeichen. Kamerafallen, genetische Proben und systematische Wiederholungen verbessern die Einschätzung. Aus der Zahl der Einfahrten lässt sich keine zuverlässige Tierzahl ableiten.
Krankheiten und Fallwild
Dachse können regional an der Epidemiologie verschiedener Erreger beteiligt sein; Befunde aus einem Land lassen sich nicht pauschal übertragen. Bei Fallwild, auffälligen Veränderungen oder Seuchenverdacht sind Handschuhe, saubere Geräteführung und die zuständige Veterinärstelle entscheidend.
Jagdpraxis
Ansitz und Baujagd sind nur im jeweils geltenden rechtlichen Rahmen zulässig. Eine Baujagd verlangt erfahrene Hunde, Ortung, geeignete Bergungstechnik und einen Abbruchplan; besetzte Aufzuchtbaue sind besonders sensibel. Beim Aufbrechen gelten konsequente Arbeitshygiene und sichere Entsorgung.
Wildbret
Dachswildbret wird regional genutzt, darf aber nicht ohne die vorgeschriebenen Untersuchungen in Verkehr gebracht oder verzehrt werden. Trichinen sind ein relevantes Risiko; maßgeblich sind die aktuellen lebensmittel- und veterinärrechtlichen Vorgaben am Ort der Erlegung.
Wo diese Art vorkommt
DACH 46
Bundesländer und Kantone mit eigenem Jagdrecht
- Aargau
- Appenzell Ausserrhoden
- Appenzell Innerrhoden
- Baden-Württemberg
- Basel-Landschaft
- Bayern
- Bern
- Brandenburg
- Burgenland
- Freiburg
- Genf
- Glarus
- Graubünden
- Hessen
- Jura
- Kärnten
- Luzern
- Mecklenburg-Vorpommern
- Neuenburg
- Nidwalden
- Niederösterreich
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Oberösterreich
- Obwalden
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Salzburg
- Schaffhausen
- Schleswig-Holstein
- Schwyz
- Solothurn
- St. Gallen
- Steiermark
- Tessin
- Thurgau
- Thüringen
- Tirol
- Uri
- Vorarlberg
- Waadt
- Wallis
- Zug
- Zürich
Europa 0
Ziele im übrigen Europa
Keine Region zugeordnet.
Weltweit 0
Ziele außerhalb Europas
Keine Region zugeordnet.
Wissenschaftliche Arbeiten zu Dachs
Ausgewählte Studien zur Biologie, Raumnutzung, Nahrung oder dem Management dieser Art.
Häufige Fragen zu Dachs
Hält der Dachs Winterschlaf?
Nein. Er hält eine Winterruhe: Der Stoffwechsel wird abgesenkt, die Tiere kommen an milden Nächten aber immer wieder aus dem Bau.
Warum teilen sich Fuchs und Dachs oft einen Bau?
Große Dachsbaue bieten mehrere Röhren und Kammern, die zeitweise von verschiedenen Arten genutzt werden können. Ein gemeinsam belegter Bau ist aber weder zwingend noch konfliktfrei und darf nicht allein aus Fuchs- oder Dachsspuren abgeleitet werden.
Woran erkennt man einen regelmäßig genutzten Dachsbau?
Typisch sind breite, flachovale Einfahrten, ausgeschobenes Material, feste Wechsel, Streunester und nahe Latrinen. Einzelne Öffnungen können ungenutzt sein; erst frische Spuren, Haare, Einstreu oder Kameradaten zeigen die aktuelle Nutzung.
Was frisst der Dachs?
Er ist ein anpassungsfähiger Allesfresser. Je nach Region und Jahreszeit dominieren Regenwürmer, Insektenlarven, Früchte, Getreide oder Mais; kleine Wirbeltiere und Aas ergänzen das Spektrum.
Was gilt bei Dachs-Wildbret?
Für den menschlichen Verzehr vorgesehenes Dachsfleisch kann der Trichinenuntersuchung und weiteren lebensmittelrechtlichen Vorgaben unterliegen. Vor jeder Verwertung sind die örtlich zuständige Behörde und die geltenden Untersuchungspflichten maßgeblich.
Quellen und Evidenz
3 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026
Trichinellennachweis bei Rotfüchsen in Westösterreich
- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026
Atlas of European Mammals
- Peer-Review Studie Abruf: 10.8.2026
The challenge of estimating wildlife populations at scale: the case of the European badger in Ireland