Wildbiologische Studie

Exploring the use of REM in compact hunting grounds comparing site specific to average parameters

Kurzantwort

Das Random-Encounter-Modell liefert auch in Revieren unter 10 km² brauchbare Wilddichten - aber nur mit revierspezifisch erhobenen Parametern.

Gilt für
Schwarzwild, Rotwild, Rehwild, Gams- & Steinwild, Wildunfälle & Infrastruktur, Monitoring & Methodik, Wildschaden, Äsung & Fütterung, Jagdmanagement & Bejagung, Raumnutzung & Verhalten; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Inhalt geprüft
Originalpublikation 2025
Prüfvermerk
Bibliografie verifiziert; Zusammenfassung redaktionell erstellt
Autorinnen & Autoren
Stephanie Wohlfahrt, Niko Balkenhol, Hendrik Edelhoff, Pia Anderwald, Johannes Signer, Horst Leitner, Paula Klück, Silvio Schueler, Magdalena Langmaier, Herbert Kohlross, Klaus Hackländer
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 71, 34 (2025)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Bibliografische Zitierweise: Stephanie Wohlfahrt, Niko Balkenhol, Hendrik Edelhoff, Pia Anderwald, Johannes Signer, Horst Leitner, Paula Klück, Silvio Schueler, Magdalena Langmaier, Herbert Kohlross, Klaus Hackländer (2025): Exploring the use of REM in compact hunting grounds comparing site specific to average parameters. In: European Journal of Wildlife Research 71, 34. https://doi.org/10.1007/s10344-025-01913-8

Funktioniert die Dichteschätzung per Fotofalle (Random Encounter Model, REM) auch in kleinen Revieren, und lässt sich das Verfahren mit gemittelten Parametern vereinfachen?

Die Studie in Kürze

Das Random-Encounter-Modell liefert auch in Revieren unter 10 km² brauchbare Wilddichten - aber nur mit revierspezifisch erhobenen Parametern.

Vier Wildkameraaufnahmen aus oesterreichischen Revieren: ein aesender Rothirsch auf einer Waldwiese, ein Rehbock im Laubwald, eine Gams im Buchenbestand und eine Bache mit Frischlingen an einem Steilhang. In zwei Bildern steht ein rot-weiss markierter Messstab.
Aufnahmen der vier untersuchten Schalenwildarten: a) Rothirsch, b) Reh, c) Gams, d) Schwarzwild. Die roten Markierungsstaebe im Erfassungsbereich dienen der Entfernungsmessung, aus der die Studie die vom Sensor ueberwachte Flaeche ableitet. Abbildung 1 aus Wohlfahrt et al. (2025), European Journal of Wildlife Research · CC BY 4.0
Methodik & Datenbasis
Fotofallendaten aus 19 alpinen und kontinentalen Gebieten in Österreich mit 28 Schalenwildpopulationen von Reh-, Rot-, Gams- und Schwarzwild. Geprüft wurden die Präzision in Abhängigkeit von Flächengröße, Flächenform und Aggregationsverhalten der Art sowie Schätzungen mit revierspezifischen Parametern (SSP) gegen gemittelte Parameter (AVE). Für Flächen unter 10 km² war REM bis dahin nicht getestet.
Befunde
Der mittlere Variationskoeffizient lag bei 0,45 ± 0,03 und damit auf dem Niveau von Studien in Gebieten zwischen 46,6 und 501 km². Größe und Form der Fläche hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Präzision. Ein höherer Anteil an Kameras mit Kontakt verschlechterte sie: Gleichmäßig verteilte Arten wie Rehwild wurden präziser erfasst (Overdispersionsfaktor k = 1,0 ± 0,11) als gruppenbildende wie Rotwild (k = 0,5 ± 0,12). SSP- und AVE-Dichten unterschieden sich statistisch nicht, ließen sich aber nicht durch dieselben Faktoren erklären - Höhenlage, Ökoregion, Zugänglichkeit, Wegelänge und Fütterung wirkten unterschiedlich. Die vereinfachte Variante liefert damit keine hinreichend vergleichbaren Ergebnisse.
Einordnung für die Praxis
Für die Reviererfassung: REM ist auch im kleinen Revier einsetzbar, ohne Einschränkung nach Größe oder Form der Fläche. Rehwilddichten kommen präziser heraus als Rotwilddichten, weil Rotwild in Gruppen auftritt. Die Parameter müssen aber im eigenen Revier erhoben werden - mit Durchschnittswerten aus der Literatur wird das Ergebnis unzuverlässig.
Grenzen der Studie
Geprüft an Schalenwild unter österreichischen Verhältnissen. Ein Variationskoeffizient von 0,45 bedeutet weiterhin erhebliche Streuung der Einzelschätzung, und ein unabhängiger Maßstab für die wahre Dichte fehlt.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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