Sichere Erkennung

Etwa 45 cm lang, Spannweite rund 70 cm, Gewicht 600 bis 1.000 g. Kennzeichnend ist der Federschopf am Hinterkopf, beim Erpel länger. Der Schnabel ist hell blaugrau mit schwarzer Spitze, die Augen leuchtend gelb. Der Erpel ist an Kopf, Brust und Schwanz schwarz glänzend, Bauch, Flanken und Flügelunterseiten weiß; das Weibchen ist einfarbig dunkelbraun mit etwas helleren Flanken. Im Flug zeigt sich ein weißer Streifen auf der Flügeloberseite. Zu beachten: Zwischen Entenarten treten immer wieder Hybriden auf, was die Ansprache erschwert.

Biologie und Lebensweise

Im Mai und Juni werden sechs bis zwölf Eier gelegt und knapp vier Wochen bebrütet, ein Gelege je Jahr. Die Jungen sind Nestflüchter und können binnen weniger Stunden tauchen; nach etwa sechs Wochen sind sie weitgehend selbstständig, nach weiteren zwei Wochen flugfähig. Höchstalter bis 20 Jahre. Während der Großgefiedermauser sind die Vögel drei bis vier Wochen flugunfähig.

Nahrung und Raumnutzung

Taucht bis zu zwei Meter tief und sucht den Gewässergrund nach Muscheln, Krebsen und anderen Kleintieren ab. Dazu Schnecken, Insektenlarven und Pflanzensamen.

Lebensraum und Ansprüche

Nährstoffreiche Seen und Weiher mit wenig Wasserpflanzen, am Ufer ist eine dichte Bodenvegetation nötig. Im Spätsommer setzt ein ausgeprägter Mauserzug ein: Tausende Vögel aus ganz Europa kommen zum Gefiederwechsel. Brut- und Mauserplatz können viele hundert bis tausend Kilometer auseinanderliegen.

Bestand und Management

Die Reiherente unterliegt nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 Bundesjagdgesetz dem Jagdrecht. In Bayern läuft die Jagdzeit vom 1. Oktober bis 15. Januar, die Strecke liegt im Schnitt bei etwa 2.000 Stück je Jahr. Kärnten setzt 1. September bis 31. Dezember, Baden-Württemberg 1. Oktober bis 15. Januar. Brandenburg schont alle Enten außer der Stockente ganzjährig, in Hessen hat die Reiherente seit 2026 keine Jagdzeit.

Verbreitung

Nachgewiesene Vorkommen von Reiherente nach Ländern. Die Karte markiert die Jagdregionen mit Vorkommen, keine Reviergrenzen.

Kartengrundlage: Natural Earth (Public Domain, CC0) · Kartenstand: · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.

Wo diese Art vorkommt

Jagd- und Schonzeiten nach Rechtsraum

Jagdzeiten setzt jedes Bundesland und jeder Kanton selbst fest, oft getrennt nach Wildklasse. Für Reiherente ist noch keine Verordnungstabelle übernommen. Die geltenden Fristen stehen in der Verordnung des jeweiligen Bundeslands oder Kantons.

Jagdrecht und Verordnungen aller Bundesländer und Kantone

Häufige Fragen zu Reiherente

Wie unterscheide ich Reiherente und Tafelente?

Am Kopf. Die Reiherente trägt einen Federschopf am Hinterkopf und hat einen schwarz glänzenden Kopf; die Tafelente hat einen rotbraunen Kopf ohne Schopf. Beide haben gelbe beziehungsweise rote Augen.

Warum kommen im Spätsommer so viele Reiherenten?

Wegen des Mauserzugs. Tausende Vögel aus ganz Europa sammeln sich an geeigneten Gewässern zum Gefiederwechsel und sind dabei drei bis vier Wochen flugunfähig.

Ist die Reiherente überall bejagbar?

Nein. Bayern, Kärnten und Baden-Württemberg führen Jagdzeiten, Brandenburg schont alle Enten außer der Stockente ganzjährig, und Hessen hat die Jagdzeit 2026 gestrichen.

Quellen und Evidenz

2 Einträge
  1. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.9.2026

    Artseite im Wildtierportal Bayern

    Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Primärdokument öffnen ↗
  2. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.9.2026

    GBIF Backbone Taxonomy

    Global Biodiversity Information Facility Primärdokument öffnen ↗

Geltung und Prüfstand

Gilt für
Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
Inhalt geprüft

Erstmalig erstellt: Redaktionelle Verantwortung: Dr. Wolfgang Spiess-Knafl