Gestalt und Ansprache

Gewicht: 6 bis 10 kg (Rüden größer als Fähen). Runder, spärlich behaarter Schwanz (30 bis 45 cm bis wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum abgeflachten Biberschwanz).

Nutria an der Nidda bei Frankfurt Hausen
Foto: Jaramo81 · CC BY-SA 4.0

Biologie und Lebensweise

Strikte Pflanzenfresser an Schilf, Wasserpflanzen und Feldfrüchten. Die Fortpflanzung kann ganzjährig laufen, mit zwei bis drei Würfen. Strenge Winter dezimieren Bestände, milde Winter begünstigen sie.

Eine cremeweiße Nutria mit nassem, strähnigem Fell und rosa Ohr und Pfoten sitzt fressend im Gras, vom Betrachter halb abgewandt
Foto: Squidsourcream · CC BY 4.0

Jagdliche Einordnung

Kopfschuss mit kleinem Büchsenkaliber verringert die Flucht ins Wasser; Fallen ergänzen den Ansitz. Verwertung und Untersuchung folgen dem Landesrecht.

Nutria-Jungtier (Farbmutation), s. Nutriafell .
Foto: Deejott · CC BY-SA 4.0

Schutz und rechtlicher Rahmen

Jagdzeiten sind meist weit gefasst, der Elterntierschutz bleibt zu beachten. Verbindlich ist allein die Verordnung des Rechtsraums.

Auf diesem Foto gut zu erkennen, die Schwimmhäute an den Hinterläufen
Foto: Katswiri · CC BY-SA 4.0

Sichere Erkennung

Körperlänge 40 bis 65 Zentimeter, dazu ein runder, fast nackter Schwanz. Die orangeroten Nagezähne und die weiße Schnauzenpartie sind aus der Nähe eindeutig.

Lebensraum und Ansprüche

Langsam fließende und stehende Gewässer mit grabfähigen Ufern. Grabbauten unterspülen Deiche, Wege und Uferböschungen. Offene Hochlagen und trockene Wälder ohne Wasser fehlen als Lebensraum.

Bestand und Management

Die EU-Verordnung 1143/2014 verpflichtet zu Management der Nutria. Bejagung dient vor allem dem Hochwasser- und Deichschutz, weil Grabbauten Ufer und Dämme unterspülen. Die Unterscheidung vom geschützten Biber muss vor jedem Schuss stehen.

Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES Nicht gelistet · EU Nicht gelistet

Artenschutz & Handelsstatus: Nutria (Sumpfbiber)

Status: Jagdbar / Nicht CITES-reguliert. Diese Art unterliegt nicht den CITES-Artenschutzbestimmungen. Für den grenzüberschreitenden Transport gelten die allgemeinen veterinär- und zollrechtlichen Vorschriften sowie das nationale Jagdrecht des Herkunfts- und Ziellandes.

Bestimmungen für Ein- & Ausfuhr (Jagdtrophäen):
  • Keine CITES-Genehmigung erforderlich
  • Beachtung des nationalen Jagd- und Schonzeitenrechts
  • Veterinärrechtliche Bestimmungen bei Fleischtransport beachten

Was bei der Einfuhr einer Trophäe zusätzlich zu CITES gilt – TRACES NT, Veterinärbescheinigung, Zoll –, steht im Leitfaden zum Trophäenimport.

Vergleichbare & verwandte Wildarten

Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Großnagetiere an Gewässern.

Die Nutria (Sumpfbiber) wird oft mit anderen semiaquatischen Nagern verwechselt. 1. Biber (Castor fiber): Streng geschützt; er ist deutlich größer und schwerer (bis 30 kg), schwimmt tief im Wasser liegend (oft ist nur der Kopf sichtbar) und hat einen markant abgeplatteten, breiten Schwanz (Kelle) anstelle des runden Nutria-Schwanzes. 2. Bisamratte (Ondatra zibethicus): Deutlich kleiner als die Nutria (nur ca. 1-2 kg); ihr Schwanz ist seitlich (hochkant) abgeplattet (bei der Nutria drehrund) und sie hat keine auffälligen weißen Tasthaare an der Schnauze.

Verbreitung

Nachgewiesene Vorkommen von Nutria (Sumpfbiber) nach Ländern. Die Karte markiert die Jagdregionen mit Vorkommen, keine Reviergrenzen.

Kartengrundlage: Natural Earth (Public Domain, CC0) · Kartenstand: · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.
Global Biodiversity Information FacilityGBIF Taxon #4264680

Wissenschaftliche Nachweise & Vorkommen: Nutria (Sumpfbiber)

GBIF Taxon
GBIF-Nachweise von Nutria (Sumpfbiber) (Myocastor coypus) in Europa. Gelbe bis rote Punkte: Dichte wissenschaftlicher Beobachtungen.
Dichte wissenschaftlicher Nachweise
EinzelfundeHohe Dichte

Kartengrundlage: GBIF-Basiskarte, © OpenStreetMap contributors, © OpenMapTiles · Nachweise: GBIF.org, CC0 · Stand: 23. Oktober 2026 · Darstellung: JAGDNAVIGATOR

Bürgerwissenschaften & MonitoringiNaturalist

Bürgerbeobachtungen & Fotobelege: Nutria (Sumpfbiber)

Neben amtlichen Zählungen liefern wissenschaftlich verifizierte Sichtungen (Research Grade) von Jägern, Förstern und Naturbeobachtern Daten zu Ausbreitung, Wechseln und Vorkommen dieser Art im DACH-Raum.

Wo diese Art vorkommt

Jagd- und Schonzeiten nach Rechtsraum

Jagdzeiten setzt jedes Bundesland und jeder Kanton selbst fest, oft getrennt nach Wildklasse. Die Tabelle gibt die Zeiten für Nutria (Sumpfbiber) aus 13 Verordnungen wieder. Verbindlich ist die amtliche Fassung, die auf der jeweiligen Rechtsraumseite verlinkt ist.

Jagdzeiten für Nutria (Sumpfbiber) nach Rechtsraum
Rechtsraum Wildklasse Jagdzeit
Basel-Landschaft (CH) Fassung bis alle Klassen ganzjährig
Basel-Stadt (CH) Fassung bis alle Klassen ganzjährig
Bayern (DE) alle Klassen ganzjährig
Baden-Württemberg (DE) alle Klassen ganzjährig
Niedersachsen (DE) alle Klassen ganzjährig
Sachsen (DE) alle Klassen ganzjährig
Berlin (DE) alle Klassen ganzjährig
Bremen (DE) alle Klassen 1. Januar bis 31. Dezember (Elterntiere dürfen bejagt werden)
Sachsen-Anhalt (DE) alle Klassen ganzjährig
Schleswig-Holstein (DE) alle Klassen ganzjährig
Saarland (DE) alle Klassen ganzjährig
Thüringen (DE) Fassung bis alle Klassen ganzjährig
Mecklenburg-Vorpommern (DE) alle Klassen ganzjährig

Jagdrecht und Verordnungen aller Bundesländer und Kantone

Häufige Fragen zu Nutria (Sumpfbiber)

Wie unterscheidet man die Nutria vom geschützten Biber?

Die Nutria hat einen runden, rattenähnlichen Schwanz, weiße Tasthaare an der Schnauze und schwimmt mit deutlich aus dem Wasser ragendem Rücken. Der Biber besitzt eine flache 'Kelle' und ist mit 20 bis 30 kg wesentlich größer.

Quellen und Evidenz

5 Einträge
  1. Amtliche Primärquelle Abruf: 17.8.2026

    Myocastor coypus - Art- und Taxonomiedaten

  2. Fachverband / Körperschaft Abruf: 17.8.2026

    Leitfaden zum Nutria-Management im Hochwasserschutz

    Landwirtschaftskammer Niedersachsen Primärdokument öffnen ↗
  3. Amtliche Primärquelle

    Maßnahmenplan zur Gebietsoptimierung

    Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Primärdokument öffnen ↗
  4. Amtliche Primärquelle

    Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 der Kommission vom 13. Juli 2016

    Europäische Kommission Primärdokument öffnen ↗
  5. Amtliche Primärquelle

    Leitfaden zur Erhaltung und Wiederherstellung von Auengewässern

    Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Primärdokument öffnen ↗

Geltung und Prüfstand

Gilt für
Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
Inhalt geprüft