Gestalt und Ansprache
Gewicht: 6 bis 10 kg (Rüden größer als Fähen). Runder, spärlich behaarter Schwanz (30 bis 45 cm bis wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum abgeflachten Biberschwanz).

Biologie und Lebensweise
Strikte Pflanzenfresser an Schilf, Wasserpflanzen und Feldfrüchten. Die Fortpflanzung kann ganzjährig laufen, mit zwei bis drei Würfen. Strenge Winter dezimieren Bestände, milde Winter begünstigen sie.

Jagdliche Einordnung
Kopfschuss mit kleinem Büchsenkaliber verringert die Flucht ins Wasser; Fallen ergänzen den Ansitz. Verwertung und Untersuchung folgen dem Landesrecht.

Schutz und rechtlicher Rahmen
Jagdzeiten sind meist weit gefasst, der Elterntierschutz bleibt zu beachten. Verbindlich ist allein die Verordnung des Rechtsraums.

Sichere Erkennung
Körperlänge 40 bis 65 Zentimeter, dazu ein runder, fast nackter Schwanz. Die orangeroten Nagezähne und die weiße Schnauzenpartie sind aus der Nähe eindeutig.
Lebensraum und Ansprüche
Langsam fließende und stehende Gewässer mit grabfähigen Ufern. Grabbauten unterspülen Deiche, Wege und Uferböschungen. Offene Hochlagen und trockene Wälder ohne Wasser fehlen als Lebensraum.
Bestand und Management
Die EU-Verordnung 1143/2014 verpflichtet zu Management der Nutria. Bejagung dient vor allem dem Hochwasser- und Deichschutz, weil Grabbauten Ufer und Dämme unterspülen. Die Unterscheidung vom geschützten Biber muss vor jedem Schuss stehen.
Artenschutz & Handelsstatus: Nutria (Sumpfbiber)
Status: Jagdbar / Nicht CITES-reguliert. Diese Art unterliegt nicht den CITES-Artenschutzbestimmungen. Für den grenzüberschreitenden Transport gelten die allgemeinen veterinär- und zollrechtlichen Vorschriften sowie das nationale Jagdrecht des Herkunfts- und Ziellandes.
- Keine CITES-Genehmigung erforderlich
- Beachtung des nationalen Jagd- und Schonzeitenrechts
- Veterinärrechtliche Bestimmungen bei Fleischtransport beachten
Was bei der Einfuhr einer Trophäe zusätzlich zu CITES gilt – TRACES NT, Veterinärbescheinigung, Zoll –, steht im Leitfaden zum Trophäenimport.
Vergleichbare & verwandte Wildarten
Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Großnagetiere an Gewässern.
Die Nutria (Sumpfbiber) wird oft mit anderen semiaquatischen Nagern verwechselt. 1. Biber (Castor fiber): Streng geschützt; er ist deutlich größer und schwerer (bis 30 kg), schwimmt tief im Wasser liegend (oft ist nur der Kopf sichtbar) und hat einen markant abgeplatteten, breiten Schwanz (Kelle) anstelle des runden Nutria-Schwanzes. 2. Bisamratte (Ondatra zibethicus): Deutlich kleiner als die Nutria (nur ca. 1-2 kg); ihr Schwanz ist seitlich (hochkant) abgeplattet (bei der Nutria drehrund) und sie hat keine auffälligen weißen Tasthaare an der Schnauze.
Verbreitung
Nachgewiesene Vorkommen von Nutria (Sumpfbiber) nach Ländern. Die Karte markiert die Jagdregionen mit Vorkommen, keine Reviergrenzen.
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.
Wissenschaftliche Nachweise & Vorkommen: Nutria (Sumpfbiber)

Kartengrundlage: GBIF-Basiskarte, © OpenStreetMap contributors, © OpenMapTiles · Nachweise: GBIF.org, CC0 · Stand: 23. Oktober 2026 · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Bürgerbeobachtungen & Fotobelege: Nutria (Sumpfbiber)
Neben amtlichen Zählungen liefern wissenschaftlich verifizierte Sichtungen (Research Grade) von Jägern, Förstern und Naturbeobachtern Daten zu Ausbreitung, Wechseln und Vorkommen dieser Art im DACH-Raum.
Wo diese Art vorkommt
DACH 13
Bundesländer und Kantone mit Regionsprofil
Jagd- und Schonzeiten nach Rechtsraum
Jagdzeiten setzt jedes Bundesland und jeder Kanton selbst fest, oft getrennt nach Wildklasse. Die Tabelle gibt die Zeiten für Nutria (Sumpfbiber) aus 13 Verordnungen wieder. Verbindlich ist die amtliche Fassung, die auf der jeweiligen Rechtsraumseite verlinkt ist.
| Rechtsraum | Wildklasse | Jagdzeit |
|---|---|---|
| Basel-Landschaft (CH) Fassung bis | alle Klassen | ganzjährig |
| Basel-Stadt (CH) Fassung bis | alle Klassen | ganzjährig |
| Bayern (DE) | alle Klassen | ganzjährig |
| Baden-Württemberg (DE) | alle Klassen | ganzjährig |
| Niedersachsen (DE) | alle Klassen | ganzjährig |
| Sachsen (DE) | alle Klassen | ganzjährig |
| Berlin (DE) | alle Klassen | ganzjährig |
| Bremen (DE) | alle Klassen | 1. Januar bis 31. Dezember (Elterntiere dürfen bejagt werden) |
| Sachsen-Anhalt (DE) | alle Klassen | ganzjährig |
| Schleswig-Holstein (DE) | alle Klassen | ganzjährig |
| Saarland (DE) | alle Klassen | ganzjährig |
| Thüringen (DE) Fassung bis | alle Klassen | ganzjährig |
| Mecklenburg-Vorpommern (DE) | alle Klassen | ganzjährig |
Häufige Fragen zu Nutria (Sumpfbiber)
Wie unterscheidet man die Nutria vom geschützten Biber?
Die Nutria hat einen runden, rattenähnlichen Schwanz, weiße Tasthaare an der Schnauze und schwimmt mit deutlich aus dem Wasser ragendem Rücken. Der Biber besitzt eine flache 'Kelle' und ist mit 20 bis 30 kg wesentlich größer.
Quellen und Evidenz
5 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 17.8.2026
Myocastor coypus - Art- und Taxonomiedaten
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 17.8.2026
Leitfaden zum Nutria-Management im Hochwasserschutz
- Amtliche Primärquelle
Maßnahmenplan zur Gebietsoptimierung
- Amtliche Primärquelle
Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 der Kommission vom 13. Juli 2016
- Amtliche Primärquelle
Leitfaden zur Erhaltung und Wiederherstellung von Auengewässern
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 4 Primärquellen hinterlegt
