Lebensräume: Alpine Zone, Almen und Bergweiden

Übliche Jagdarten: Ansitz am Bau, Pirsch im Hochlagenrevier

Brunft oder Paarung: Paarung unmittelbar nach dem Winterschlaf, Geburt im Sommer

Jagdliche Klasse: Murmeltier · Nagetiere

Freilebendes Alpenmurmeltier im Naturschutzgebiet Grand Muveran, Schweiz
Foto: Photography captured by Giles Laurent · CC BY-SA 4.0

Sichere Erkennung

Gedrungener, kegelförmiger Körperbau mit dichtem graubraunem Pelz, abgerundete Schnauze, dunkle seitlich stehende Augen und kleine, dicht anliegende Ohren. Die Rute ist buschig behaart und trägt am Ende eine schwarze Quaste. Die Vorderpfoten haben vier, die Hinterpfoten fünf Zehen; wie alle Nagetiere trägt es vier lebenslang wachsende Nagezähne.

Biologie und Lebensweise

Kopf-Rumpf-Länge 50 bis 60 cm, Gewicht 6 bis 8 kg, Lebensalter bis zu 15 Jahre. Die Paarung beginnt direkt nach dem Winterschlaf. Alle zwei Jahre werden nach nur etwa 33 Tagen Tragzeit durchschnittlich drei bis vier nackte und blinde Junge von rund 30 Gramm im Sommerbau geboren, sechs Wochen gesäugt und kommen Anfang Juli erstmals an die Oberfläche. Geschlechtsreif sind sie nach zwei Jahren.

Winterökologie und Störung

Von Oktober bis Mai hält die Familie gemeinsam Winterschlaf. Die Körpertemperatur sinkt auf 5 °C; alle paar Wochen wachen die Tiere kurz auf und erwärmen sich auf Normaltemperatur. Die Sterblichkeit während des Winterschlafs liegt über 30 Prozent - der Winter, nicht die Jagd, ist der stärkste Bestandsfaktor.

Nahrung und Raumnutzung

Hochwertige, gut verdauliche Gräser und Kräuter wie Alpenklee, Mutterwurz und Bergwegerich, vollständig samt Wurzeln. Ergänzend Insekten, Larven und Regenwürmer. Den Flüssigkeitsbedarf deckt es ausschließlich über feste Nahrung.

Lebensraum und Ansprüche

Über den gesamten Alpenbogen verbreitet, vor allem oberhalb der Waldgrenze auf Almen und Bergweiden zwischen 900 und 2.500 Metern. Bevorzugt werden sonnige Südhänge, die nach dem Bergwinter rasch abtrocknen. Da Murmeltiere kaum Schweißdrüsen haben, meiden sie wärmere Tieflagen. Sie leben in Familiengruppen von bis zu 20 Tieren und verteidigen Territorien von ein bis fünf Hektar.

Bestand und Management

Das Murmeltier unterliegt dem Bundesjagdgesetz. In Bayern hat es keine Jagdzeit und ist damit ganzjährig geschont; die Tötung ist dort eine Straftat. In Österreich ist es dagegen in mehreren Ländern bejagbar - Steiermark 1. August bis 30. September, Kärnten 1. August bis 15. Oktober, Niederösterreich 16. August bis 31. Oktober. In Bayern gilt der Bestand nach der intensiven Bejagung früherer Jahrhunderte als erholt und nicht gefährdet.

Verbreitung

Länder, in denen diese Art im Portal als vorkommend geführt wird. Die Karte zeigt die zugehörigen Regionsprofile, keine Reviergrenzen und keine Punktnachweise.

Kartengrundlage: Natural Earth (Public Domain, CC0) · Kartenstand: · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.

Wo diese Art vorkommt

Europa 0

Ziele im übrigen Europa

Keine Region zugeordnet.

Weltweit 0

Ziele außerhalb Europas

Keine Region zugeordnet.

Häufige Fragen zu Alpenmurmeltier

Darf man Murmeltiere bejagen?

Das hängt vollständig vom Rechtsraum ab. In Bayern besteht keine Jagdzeit, die Art ist ganzjährig geschont und die Tötung strafbar. In mehreren österreichischen Ländern gibt es dagegen kurze Schusszeiten im Spätsommer und Herbst.

Warum sieht man Murmeltiere nur im Sommerhalbjahr?

Von Oktober bis Mai halten sie im Familienverband Winterschlaf. Insgesamt verbringen sie rund 90 Prozent ihres Lebens unter der Erde.

Wie viele Junge hat ein Murmeltier?

Durchschnittlich drei bis vier, und das nur alle zwei Jahre. Zusammen mit einer Wintersterblichkeit von über 30 Prozent ist der Zuwachs entsprechend gering.

Quellen und Evidenz

2 Einträge
  1. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.9.2026

    Artseite im Wildtierportal Bayern

    Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Primärdokument öffnen ↗
  2. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.9.2026

    GBIF Backbone Taxonomy

    Global Biodiversity Information Facility Primärdokument öffnen ↗

Erstmalig erstellt: Redaktionelle Verantwortung: Dr. Wolfgang Spiess-Knafl