Gestalt und Ansprache
Er ist kleiner als der Alpensteinbock. Hörner sind je nach Population lyraförmig (Gredos) oder säbelförmiger (Beceite, Ronda). Im Sommerfell hell, im Winter dunkler, trägt der Bock Bart.
Biologie und Lebensweise
Er lebt in mediterranen Gebirgen mit Fels, Macchie und Bergwald. Die Brunft liegt im Spätherbst. Geißen mit Kitzen nutzen steile Fluchten, Böcke nutzen weitere Streifgebiete.
Jagdliche Einordnung
In Spanien eine der klassischen Bergjagden, oft als Rececho (Pirsch) oder im Rahmen größerer Bewegungsjagden. Die Populationen Gredos, Beceite, Ronda und Gredos-Süd bleiben Iberiensteinbock, keine eigenen Arten.
Sichere Erkennung
Die Hörner haben nicht die ganz dicken Wülste des Alpenbocks. Die Bezoarziege hat anders gekrümmte Hörner und einen anderen Lebensraum.
Lebensraum und Ansprüche
Er besiedelt felsige Mittel- und Hochgebirge Spaniens, teils auch Portugals. Dazu zählen offene Grate, Kiefernwald und Garrigue. Der Iberiensteinbock ist an felsige Gebiete angepasst, und seine Verteilung hängt nicht von der Höhe ab. In Gredos, Sierra Nevada und Cazorla und Segura erreicht er Höhen bis zu 2.000 m, in Las Batuecas, Tortosa und Beceite lebt er zwischen 400 und 1.400 m, in Málaga und Granada zwischen 200 und 1.800 m. Er nutzt verschiedene Vegetationstypen, darunter prados sobre sustrato silíceo in Gredos, bosque mediterráneo und pinares sobre caliza in Cazoria, Segura, Tortosa und Beceite sowie encinares und quejigales in Sierra Madrona. Die Verbreitung des Iberiensteinbocks umfasst heute vor allem die bergigen Gebiete im Osten, Zentrum und Süden der iberischen Halbinsel. Er ist in den Pyrenäen ausgestorben.
Bestand und Management
Die Art gilt global als nicht gefährdet, in Spanien als nahezu bedroht; Bestände expandieren nach historischen Einbrüchen. Räude (Sarcoptes) ist ein zentrales Gesundheitsrisiko. Jagdzeiten und Kontingente setzt das jeweilige Autonome Gebiet.
Bestandszahlen und Jagdstrecke
In Spanien gibt es drei Subspezies des Iberiensteinbocks: Capra p. pyrenaica, Capra p. victoriae und Capra p. hispanica. Die letzte Subspezies lebt in zahlreichen isolierten Populationen entlang der östlichen und südöstlichen Flanken der Iberischen Halbinsel. Tras la epidemia de sarna redujo sich die Population der Iberiensteinböcke in Cazorla bis 1991 auf etwa 250 Tiere. Die IUCN stuft den globalen Status des Iberiensteinbocks als 'Preocupación Menor' ein (2008) und in Spanien als 'Casi Amenazada' (2006). Eine schlechte Verwaltung der Populationen, insbesondere durch den Fokus auf die Anzahl der Tiere, hat in einigen Fällen zu Überbevölkerungen geführt, was unter anderem die Ausbreitung der Sarna begünstigt hat. Die größten Populationen von C. p. hispánica bis 1987, vor der sarna-Epidemie, befanden sich in Cazorla (10.000 Tiere), Tortosa und Beceite (9.000) sowie in Sierra Nevada und Sierra de las Nieves. Die Populationen des Iberiensteinbocks sind durch mehrere Faktoren beeinträchtigt, darunter übermäßige Dichte, mangelnde genetische Vielfalt und in einigen Fällen die Ausbreitung von Krankheiten. Die Populationen in Gredos und Beceite gehören zur Unterart C. p. victorias. Einige Bestände der Cabra montés wachsen, obwohl die Art aufgrund von genetischer Homogenität, Isolation und mangelhafter Verwaltung als 'Rara' eingestuft wurde.
Krankheiten und Fallwild
Die sogenannte Sarna (Sarcoptes scabiei) ist eine Krankheit, die durch einen äußerlichen Parasiten verursacht wird und unter anderem die iberische Wildziege (cabra montés) betreffen kann. Die Sarna breitet sich in mehreren Regionen wie Bajo Aragón, Maestrazgo und Andorra-Sierra de Arcos in Spanien aus. Die Sarna ist eine epizootische Krankheit, die derzeit in verschiedenen Gebieten Andalusiens zu hohen Todesfällen führt. Ihre Ausbreitung kann unter anderem auf unzureichende Verwaltung und Überbevölkerung zurückgeführt werden. Räude (Sarcoptes) ist eine Krankheit, die wilde Hörnchen wie Corso, Gamswild oder Wildschweine betreffen kann. Die ersten Fälle von Sarna in Aragón wurden im November 2017 in Beceite und Valderrobres gemeldet. Die Sarna kann sich durch direkten oder indirekten Kontakt zwischen Wildzögen ausbreiten und ist besonders in dicht besiedelten Populationen dieser Art verbreitet. Die Ausbreitung der Sarna in der Sierra de las Nieves und anderen andalusischen Populationen könnte ebenfalls katastrophale Bevölkerungsrückgänge auslösen. Zur Vorbeugung der Ausbreitung der Sarna in Gebieten, in denen sie noch nicht aufgetreten ist, wird empfohlen, die Dichte der Populationen zu reduzieren, den Kontakt mit domestizierten Tieren zu vermeiden und die Verbreitung der Vegetation zu fördern.
Artenschutz & Handelsstatus: Iberiensteinbock
Status: Europäisch geschützt (Berner Konv. Anh. III / FFH Anh. V). Der Iberische Steinbock (Capra pyrenaica) ist nicht CITES-pflichtig. Die Bejagung in Spanien erfolgt über amtliche Lizenzen (Precinto) der autonomen Regionen. Die Trophäe muss mit dem amtlichen Plastik- oder Metallsiegel (Precinto) dauerhaft gekennzeichnet sein.
- Amtliches spanisches Trophäensiegel (Precinto)
- Erlegungsschein und Jagdlizenz der Autonomen Region
- Freier Verkehr innerhalb der EU mit Erlegungsnachweis
Was bei der Einfuhr einer Trophäe zusätzlich zu CITES gilt – TRACES NT, Veterinärbescheinigung, Zoll –, steht im Leitfaden zum Trophäenimport.
Vergleichbare & verwandte Wildarten
Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Wildziegen.
Der Iberiensteinbock (Capra pyrenaica) unterscheidet sich von anderen Capridae: 1. Alpensteinbock / Steinwild (Capra ibex): Der Iberiensteinbock ist insgesamt kleiner und zierlicher; seine Hörner weisen nicht die extrem dicken, markanten frontalen Schmuckwülste des Alpenbocks auf und biegen sich oft lyra- oder säbelförmig. 2. Bezoarziege (Capra aegagrus): Besitzt anders gekrümmte, längere Säbelhörner mit scharfer Vorderkante und bewohnt die Gebirge Kleinasiens und des Nahen Ostens. 3. Gamswild (Rupicapra rupicapra): Wesentlich leichter, trägt kurze, hakenförmig gebogene Krucken und eine markante schwarz-weiße Gesichtsmaske (Zügel).
Verbreitung
Nachgewiesene Vorkommen von Iberiensteinbock nach Ländern. Die Karte markiert die Jagdregionen mit Vorkommen, keine Reviergrenzen.
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.
Wissenschaftliche Nachweise & Vorkommen: Iberiensteinbock

Kartengrundlage: GBIF-Basiskarte, © OpenStreetMap contributors, © OpenMapTiles · Nachweise: GBIF.org, CC0 · Stand: 23. Oktober 2026 · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Bürgerbeobachtungen & Fotobelege: Iberiensteinbock
Neben amtlichen Zählungen liefern wissenschaftlich verifizierte Sichtungen (Research Grade) von Jägern, Förstern und Naturbeobachtern Daten zu Ausbreitung, Wechseln und Vorkommen dieser Art im DACH-Raum.
Wo diese Art vorkommt
Jagdzeiten & Regulierung
Jagdzeiten, Lizenzen und Kontingente legt das jeweilige Land fest.
Häufige Fragen zu Iberiensteinbock
Ist der Gredosbock eine eigene Art?
Nein. Gredos, Beceite und Ronda sind Populationen von Capra pyrenaica. Jagdlich bleiben sie Iberiensteinbock bzw. Wildziege.
Was hat der Iberiensteinbock mit der Monteria zu tun?
In manchen spanischen Revieren steht er in der Bewegungsjagd. Typischer ist die Pirsch im Gebirge. Die Monteria selbst ist eine Jagdart, keine Wildart.
Quellen und Evidenz
6 Einträge- Fachverband / Körperschaft Abruf: 19.8.2026
Capra pyrenaica in der IUCN Red List
- Amtliche Primärquelle Abruf: 19.8.2026
Capra pyrenaica in GBIF
- Amtliche Primärquelle
Sarna en la cabra montés
- Peer-Review Studie
Molecular epidemiological study of Sarcoptes scabiei in Spanish wild ruminants
- Amtliche Primärquelle
Atlas y Libro Rojo de los Mamíferos Terrestres de España: Capra pyrenaica
- Peer-Review Studie Abruf: 20.9.2026
Cabra montés – Capra pyrenaica Schinz, 1838
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 5 Primärquellen hinterlegt
