Sichere Erkennung
Langgestreckter, schlanker Körper mit kurzen Beinen. Sommerfell braun mit weißer Bauchseite, im Winter vollständig weiß - bis auf die Schwanzspitze, die stets schwarz bleibt. Genau diese schwarze Quaste ist das Unterscheidungsmerkmal zum Mauswiesel, dessen Schwanzspitze die Farbe des übrigen Fells trägt.
Biologie und Lebensweise
Gewicht 110 bis 345 g, Kopf-Rumpf-Länge 22 bis 30 cm, Lebenserwartung nur ein bis zwei Jahre. Die Paarung fällt in Mai bis Juli; nach verlängerter Tragzeit von bis zu elf Monaten werden im April und Mai durchschnittlich sechs bis neun, in Ausnahmefällen bis zu 18 Junge mit etwa drei Gramm geboren. Weibchen können sich bereits ab der fünften Lebenswoche erfolgreich paaren.
Nahrung und Raumnutzung
Erfolgreicher Jäger, der Beute bis zur Größe eines Kaninchens überwindet. Hauptbeute sind kleine Säugetiere: Mäuse, Ratten, Spitzmäuse und Maulwürfe. Bei Mangel werden auch Reptilien, Fische, Insekten und kleinere Vögel geschlagen.
Lebensraum und Ansprüche
Strukturreiche Landschaften mit Brachflächen, Hecken, Feldgehölzen, Waldrändern und Lichtungen. Geschlossene Waldgebiete und die Nähe des Menschen werden gemieden. Als Schlafplatz dienen übernommene Baue von Maulwurf oder Kaninchen, Baumhöhlen sowie Stein- und Holzhaufen. Die Streifgebiete liegen zwischen 20.000 und 400.000 m².
Bestand und Management
Das Hermelin unterliegt wie die übrigen heimischen Marderartigen nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 Bundesjagdgesetz dem Jagdrecht. In Bayern gilt die Jagdzeit vom 1. August bis 28. Februar, in der Steiermark vom 1. Juni bis 31. Jänner, in Kärnten vom 1. November bis 31. Jänner. Brandenburg schont es ganzjährig.
Jagdpraxis
Wegen der kurzen Lebenserwartung und der hohen Wurfgröße schwanken die Bestände stark mit dem Mäusejahr. Für die Ansprache im Feld zählt allein die Schwanzquaste - Größe und Fellfarbe täuschen, besonders bei Jungtieren.
Verbreitung
Nachgewiesene Vorkommen von Hermelin nach Ländern. Die Karte markiert die Jagdregionen mit Vorkommen, keine Reviergrenzen.
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.
Wo diese Art vorkommt
DACH 46
Bundesländer und Kantone mit eigenem Jagdrecht
- Aargau
- Appenzell Ausserrhoden
- Appenzell Innerrhoden
- Baden-Württemberg
- Basel-Landschaft
- Bayern
- Bern
- Brandenburg
- Burgenland
- Freiburg
- Genf
- Glarus
- Graubünden
- Hessen
- Jura
- Kärnten
- Luzern
- Mecklenburg-Vorpommern
- Neuenburg
- Nidwalden
- Niederösterreich
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Oberösterreich
- Obwalden
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Salzburg
- Schaffhausen
- Schleswig-Holstein
- Schwyz
- Solothurn
- St. Gallen
- Steiermark
- Tessin
- Thurgau
- Thüringen
- Tirol
- Uri
- Vorarlberg
- Waadt
- Wallis
- Zug
- Zürich
Jagd- und Schonzeiten nach Rechtsraum
Jagdzeiten setzt jedes Bundesland und jeder Kanton selbst fest, oft getrennt nach Wildklasse. Die Tabelle gibt die Zeiten für Hermelin aus 10 Verordnungen wieder. Verbindlich ist die amtliche Fassung, die auf der jeweiligen Rechtsraumseite verlinkt ist.
| Rechtsraum | Wildklasse | Jagdzeit |
|---|---|---|
| Salzburg (AT) | alle Klassen | 1. November bis 29. Februar |
| Oberösterreich (AT) | alle Klassen | 1. Juli bis 31. März |
| Vorarlberg (AT) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Bayern (DE) | alle Klassen | 1. August bis 28. Februar |
| Baden-Württemberg (DE) | alle Klassen | 1. Oktober bis 15. Februar |
| Nordrhein-Westfalen (DE) | alle Klassen | 1. September bis 28. Februar |
| Brandenburg (DE) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Berlin (DE) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Bremen (DE) | alle Klassen | 1. September bis 31. Januar |
| Mecklenburg-Vorpommern (DE) | alle Klassen | 16. Oktober bis 28. Februar |
Häufige Fragen zu Hermelin
Wie unterscheide ich Hermelin und Mauswiesel?
An der Schwanzspitze: Beim Hermelin ist sie schwarz und bleibt es auch im weißen Winterkleid. Beim Mauswiesel hat die Schwanzspitze dieselbe Farbe wie das übrige Fell.
Heißt Hermelin in den Verordnungen anders?
Ja. Mehrere österreichische Verordnungen führen es als "Großes Wiesel (Hermelin)", das Mauswiesel entsprechend als "Kleines Wiesel". Gemeint sind dieselben Arten.
Warum dauert die Tragzeit fast ein Jahr?
Weil der Keim nach der Paarung im Sommer lange ruht. Die eigentliche Entwicklung beginnt erst im Frühjahr, sodass die Jungen in die nahrungsreiche Zeit fallen.
Quellen und Evidenz
2 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.9.2026
Artseite im Wildtierportal Bayern
- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.9.2026
GBIF Backbone Taxonomy
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 2 Primärquellen hinterlegt
Erstmalig erstellt: Redaktionelle Verantwortung: Dr. Wolfgang Spiess-Knafl
