Gestalt und Ansprache
Gedrungenes Feldhuhn, graue Brust mit hufeisenförmigem dunklem Fleck, rostfarbener Kopf, kurzer Schwanz. Hahn und Henne sind ähnlich, der Hahn oft kräftiger gezeichnet.
Biologie und Lebensweise
Ganzjährig in Ketten. Nest am Boden in Deckung am Feldrand. Küken leben die ersten Wochen fast nur von Insekten. Winterverluste steigen bei fehlender Deckung und Äsung. Als bodenlebender Hühnervogel bevorzugt das Rebhuhn offene Graslandschaften und Felder. Das Rebhuhn war bereits in Neandertal-Zeiten in Mitteleuropa heimisch. Die Ursache für die lokale genetische Differenzierung der Rebhühner liegt in deren vergleichsweise geringer Mobilität.
Jagdliche Einordnung
Vor jedem Jagdgast steht die aktuelle Verordnung. Besatz ohne Lebensraum bleibt wirkungslos.
Sichere Erkennung
Kleiner als der Fasan, ohne langen Schwanz. Rothuhn hat rote Läufe und weißen Kehlfleck. Wachtel ist deutlich kleiner.
Lebensraum und Ansprüche
Kleinparzellierte Felder, Säume, Stoppeln, Hecken und Altgras. Ausgeräumte Schläge ohne Deckung entwerten den Lebensraum. Ursprünglich kommt es von Westeuropa bis nach Zentralasien vor. In den Bundesländern mit den meisten Rebhühnern sind Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Hier leben ca. ein Drittel der Rebhühner Deutschlands.
Schutz und rechtlicher Rahmen
In Deutschland und Österreich auf der Roten Liste. Ursachen sind Lebensraumverlust, Pestizide und fehlende Insektennahrung, nicht allein die Bejagung.
In der Schweiz ist das Rebhuhn als „kritisch gefährdet“ (CR) in der Roten Liste eingestuft. Das Rebhuhn ist in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft (Ryslavy et al. 2020).
Bestand und Management
Das Rebhuhn ist in vielen DACH-Rechtsräumen ganzjährig geschont oder nur bei nachgewiesenem Besatz bejagbar. Der DJV schätzte für 2017 rund 64.000 Brutpaare in Deutschland; das Verbreitungsgebiet war gegenüber 2009 um ein Drittel geschrumpft, die Paardichte um 44 Prozent. Die Jagdstrecke sank von 13.000 auf 2.300 im Jagdjahr 2016/17, vielerorts überwiegend Fall- und Unfallwild. Ursachen sind Pestizide, Strukturverlust und Prädation. Lebensraummaßnahmen ersetzen Besatz. Eine der Hauptursachen für den Rückgang des Rebhuhns sind Veränderungen in der Agrarlandschaft.
Bejagung und Hege
In zahlreichen Regionen Deutschlands haben Jäger seit mehreren Jahren aus eigenem Antrieb auf die Jagd mit dem Rebhuhn verzichtet, da dort eine dauerhafte Jagd nicht durchführbar ist.
Bestandszahlen und Jagdstrecke
2024 und 2025 findet eine flächendeckende Kartierung des Rebhuhns auf nationaler Ebene statt, um die momentane Verbreitung und Bestandsdichte des Wildgeflügels im gesamten Bundesgebiet zu erfassen. Die letzte Bestandsschätzung liegt aus dem Jahr 2016 vor. In der Schweiz ist der Rebhuhnbestand mit 0 Paaren als ausgestorben gelistet. Jährlich werden die Ergebnisse des Monitorings in einem Bericht zusammengefasst. In den meisten Regionen Deutschlands leben nur noch weniger als 0,4 Paare/km². Auf lokaler Ebene ist das Rebhuhn vielerorts nicht mehr nachweisbar. Der größte Einbruch der Rebhuhnzahlen erfolgte bereits Ende der 1970er Jahre. Der Rebhuhnbestand in Niedersachsen, dem Bundesland mit dem höchsten Rebhuhnbestand, ist seit 2006 erneut um mehr als 70 % gesunken. Die Zahl der in der Jagdstatistik erfassten Rebhühner innerhalb eines Jahrzehnts von 13.000 auf 2.300 im Jagdjahr 2016/17 zurückgegangen. Niedersachsen weist einen Anteil von 87 Prozent an Fall- und Unfallwild aus, in Nordrhein-Westfalen sind es sogar 100 Prozent. An dem Monitoring waren Reviere beteiligt, die zusammen 9,4 Millionen Hektar umfassen und damit knapp ein Drittel der gesamten Jagdfläche Deutschlands abdecken. Es gilt dort jedoch als ausgestorben.
Artenschutz & Handelsstatus: Rebhuhn
Status: Jagdbar / Nicht CITES-reguliert. Diese Art unterliegt nicht den CITES-Artenschutzbestimmungen. Für den grenzüberschreitenden Transport gelten die allgemeinen veterinär- und zollrechtlichen Vorschriften sowie das nationale Jagdrecht des Herkunfts- und Ziellandes.
- Keine CITES-Genehmigung erforderlich
- Beachtung des nationalen Jagd- und Schonzeitenrechts
- Veterinärrechtliche Bestimmungen bei Fleischtransport beachten
Was bei der Einfuhr einer Trophäe zusätzlich zu CITES gilt – TRACES NT, Veterinärbescheinigung, Zoll –, steht im Leitfaden zum Trophäenimport.
Vergleichbare & verwandte Wildarten
Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Feld- und Hühnervögel.
Das Rebhuhn ist deutlich kleiner und gedrungener als der Fasan und hat keinen langen Schwanz. Gegenüber dem stark ähnelnden Rothuhn fehlt dem Rebhuhn der weiße Kehlfleck und die grellroten Läufe. Die Wachtel ist nochmals erheblich kleiner als das Rebhuhn.
Verbreitung
Nachgewiesene Vorkommen von Rebhuhn nach Ländern. Die Karte markiert die Jagdregionen mit Vorkommen, keine Reviergrenzen.
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.
Wissenschaftliche Nachweise & Vorkommen: Rebhuhn
Für Rebhuhn zeigt JAGDNAVIGATOR bewusst keine Punktkarte der Nachweise: Bei geschützten und bestandsbedrohten Arten können Fundpunkte Horste, Balzplätze oder Rudelgebiete verraten. Die grobe Verbreitung nach Land und Bundesland steht in der Verbreitungskarte dieser Seite.
Bürgerbeobachtungen & Fotobelege: Rebhuhn
Neben amtlichen Zählungen liefern wissenschaftlich verifizierte Sichtungen (Research Grade) von Jägern, Förstern und Naturbeobachtern Daten zu Ausbreitung, Wechseln und Vorkommen dieser Art im DACH-Raum.
Wo diese Art vorkommt
DACH 15
Bundesländer und Kantone mit Regionsprofil
Jagd- und Schonzeiten nach Rechtsraum
Jagdzeiten setzt jedes Bundesland und jeder Kanton selbst fest, oft getrennt nach Wildklasse. Die Tabelle gibt die Zeiten für Rebhuhn aus 20 Verordnungen wieder. Verbindlich ist die amtliche Fassung, die auf der jeweiligen Rechtsraumseite verlinkt ist.
| Rechtsraum | Wildklasse | Jagdzeit |
|---|---|---|
| Burgenland (AT) | alle Klassen | 16. September bis 30. November |
| Wien (AT) | alle Klassen | 21. September bis 30. November |
| Kärnten (AT) | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Oktober |
| Niederösterreich (AT) | alle Klassen | 21. September bis 30. November |
| Oberösterreich (AT) | alle Klassen | 16. Oktober bis 30. November |
| Steiermark (AT) | alle Klassen | 16. Oktober bis 30. November |
| Tirol (AT) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Vorarlberg (AT) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Bayern (DE) | alle Klassen | 1. September bis 31. Oktober |
| Niedersachsen (DE) | alle Klassen | 16. September bis 30. November |
| Brandenburg (DE) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Sachsen (DE) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Berlin (DE) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Bremen (DE) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Hamburg (DE) | alle Klassen | 1. September bis 30. November |
| Sachsen-Anhalt (DE) | alle Klassen | 1. September bis 15. Dezember |
| Schleswig-Holstein (DE) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Saarland (DE) | alle Klassen | 1. September bis 15. Dezember |
| Thüringen (DE) Fassung bis | alle Klassen | 1. Oktober bis 30. November |
| Mecklenburg-Vorpommern (DE) | alle Klassen | 1. September bis 15. Dezember (nach JagdzeitV des Bundes) |
Häufige Fragen zu Rebhuhn
Warum ist das Rebhuhn selten geworden?
Vor allem wegen ausgeräumter Felder, fehlender Säume und mangelnder Insektennahrung für die Küken. Besatz ersetzt diesen Lebensraum nicht.
Darf man Rebhühner in Deutschland jagen?
Das entscheidet allein die geltende Verordnung des Landes. In vielen Ländern ist die Art geschont.
Quellen und Evidenz
7 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 19.8.2026
Rote Liste der Brutvögel Deutschlands
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 19.8.2026
Leitfaden Rehkitzrettung mit Drohne und Wärmebild
- Fachverband / Körperschaft
Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!
- Fachverband / Körperschaft
Rebhuhn (Perdix perdix)
- Amtliche Primärquelle
Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 20.9.2026
Aktuelle Monitoringdaten: Rebhuhn weiter auf dem Rückzug
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 20.9.2026
Das Rebhuhn
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 2 Primärquellen hinterlegt
