Sichere Erkennung

Kräftige Wildziege; Böcke besitzen lange nach hinten gebogene Hörner, Bart und saisonal dunklere Zeichnung. Weibchen sind deutlich kleiner und kurzhörniger.

Ein Steinbock mit langen, stark gewulsteten Hörnern und langem Bart liegt auf einer gemähten Wiese neben einem Totholzstamm; am linken Rand ist ein zweites Tier angeschnitten
Foto: Gunnar Ries · CC BY-SA 2.5

Biologie und Lebensweise

Perfekt an extremes Hochgebirgsklima adaptiert. Gummierte Hufinnenflächen sorgen für Griffigkeit auf steilem Fels.

Sibirischer Steinbock im Spiti-Tal im Himalaya, Indien
Foto: Ksuryawanshi · CC BY-SA 4.0

Lebensraum und Ansprüche

Steilste Felswände, Geröllfelder und hochalpine Matten von 1.500 bis über 5.000 m Höhe.

Bock mit langen, stark geknoteten Hörnern und Kinnbart sowie eine Geiß mit kurzen Hörnern auf aufgeschichteten Felsblöcken vor Eichen und Birken
Foto: Quinet · CC BY 3.0

Nahrung und Raumnutzung

Gräser, Kräuter, Blätter und Zwergsträucher werden je nach Höhenstufe und Jahreszeit genutzt. Schnee begrenzt die erreichbare Nahrung.

Sibirischer Steinbock in Kirgisistan
Foto: Dmitry Kulakov · CC BY 4.0

Bestand und Management

Zählungen müssen Gelände, Sichtbarkeit und saisonale Verteilung berücksichtigen. Konkurrenz mit Vieh, Krankheiten, Wilderei und harte Winter sind wichtige Faktoren.

Schutz und rechtlicher Rahmen

Jagdstatus und Quoten sind populations- und gebietsbezogen. Herkunftsnachweis, Ausfuhr und Einfuhr müssen verbindlich geklärt werden.

Jagdpraxis

Höhe, Absturzgefahr, Wetterumschwung und lange Bergung verlangen konservative Tourenplanung. Körperliche Eignung und Rettungskette haben Vorrang.

Jahreszyklus

Die Brunft fällt in den Spätherbst/Winter (November-Dezember). Verbitterte Rangkämpfe an Klippen prägen das Verhalten.

Anatomie und Fährtenbild

Kompakte, harte Schalen mit scharfem Außenrand für Trittsicherheit im Steilgelände. Trittsiegel, Losung und Wechsel werden immer im Zusammenhang bewertet, nie als Einzelbeleg.

Altersansprache und Grenzen

Hornlänge, Anzahl der Schmuckringe (Querwülste) und Bartlänge dienen der Altersansprache. Vor dem Schuss ist nur eine Altersklasse realistisch. Einzelmerkmale täuschen.

Wildeinfluss und Wald

Keine forstliche Relevanz; Schutz vor Nahrungskonkurrenz durch domestizierte Herden steht im Vordergrund.

Trophäe und Bewertung

SCI und CIC bewerten die Hornlänge entlang des Schluches, die Basisumfänge und die Symmetrie der Wülste.

Jagdliche Einordnung

Körperlich extrem fordernde Hochgebirgspirsch. Wegen Distanzen (300-500 m) und Schusswinkeln kommen präzise Magnumkaliber (.300 Win Mag, 6.5-286) mit Weitschussoptiken zum Einsatz.

Wildbret und Verwertung

Dunkles, Mageres Gebirgswildbret, das zügig versorgt werden muss. Die Qualität hängt an Schuss, Hygiene und Kühlung, nicht an einer starren Reifezeit.

Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES Nicht CITES / Berner Konv. Anh. III · EU Nicht gelistet

Artenschutz & Handelsstatus: Sibirischer Steinbock

Status: Jagdbar mit Lizenz / Nicht CITES-gelistet. Der Sibirische Steinbock (Capra sibirica) ist aktuell nicht in den CITES-Anhängen gelistet. Für den Trophäenimport aus Kirgisistan, Tadschikistan, der Mongolei oder Russland sind offizielle Jagdlizenzen, Ausfuhrpapiere des Erlegungslandes und veterinärrechtliche Zeugnisse erforderlich.

Bestimmungen für Ein- & Ausfuhr (Jagdtrophäen):
  • Offizielle Jagdlizenz und Ausfuhrerlaubnis des Jagdstaaates
  • Amtstierärztliches Zeugnis über Seuchenfreiheit
  • Keine CITES-Genehmigung erforderlich

Was bei der Einfuhr einer Trophäe zusätzlich zu CITES gilt – TRACES NT, Veterinärbescheinigung, Zoll –, steht im Leitfaden zum Trophäenimport.

Vergleichbare & verwandte Wildarten

Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Wildziegen.

Der Sibirische Steinbock (Capra sibirica) unterscheidet sich als Ziegenart (Caprinae) deutlich von den Wildschafen wie dem Argali (Ovis ammon): Steinböcke tragen einen Kinnbart, haben Duftdrüsen unter dem Schwanz (statt vor den Augen) und stark gebogene Säbelhörner mit Querwülsten (statt massiger, nach außen gedrehter Schnecken). Von der Bezoarziege (Capra aegagrus), die etwas kleinere, schärfer gekielte Hörner und eine hellere, kontrastreichere Zeichnung besitzt, ist er durch seinen massigeren Körperbau und die gewaltigen, stark knotigen Hörner gut zu unterscheiden. Der Himalaya-Tahr (Hemitragus jemlahicus) hat im Vergleich wesentlich kürzere Hörner und fällt durch seine dichte, zottelige, mähnenartige Hals- und Schulterbehaarung auf.

Verwandte Arten im Atlas:

Verbreitung

Nachgewiesene Vorkommen von Sibirischer Steinbock nach Ländern. Die Karte markiert die Jagdregionen mit Vorkommen, keine Reviergrenzen.

Kartengrundlage: Natural Earth (Public Domain, CC0) · Kartenstand: · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.

Verbreitung von Sibirischer Steinbock

Grün: Länder mit Nachweis. Punkte: Jagdregionen mit eigenem Profil.

  • Land mit Nachweis
  • Jagdregion mit Profil

Staatsgrenzen: Natural Earth (gemeinfrei) · Darstellung: JAGDNAVIGATOR · Die Grenzen zeigen Staaten, keine Jagdgebiete.

Global Biodiversity Information FacilityGBIF Taxon #2441052

Wissenschaftliche Nachweise & Vorkommen: Sibirischer Steinbock

GBIF Taxon
GBIF-Nachweise von Sibirischer Steinbock (Capra sibirica) in Asien. Gelbe bis rote Punkte: Dichte wissenschaftlicher Beobachtungen.
Dichte wissenschaftlicher Nachweise
EinzelfundeHohe Dichte

Kartengrundlage: GBIF-Basiskarte, © OpenStreetMap contributors, © OpenMapTiles · Nachweise: GBIF.org, CC0 · Stand: 12. September 2026 · Darstellung: JAGDNAVIGATOR

Bürgerwissenschaften & MonitoringiNaturalist

Bürgerbeobachtungen & Fotobelege: Sibirischer Steinbock

Neben amtlichen Zählungen liefern wissenschaftlich verifizierte Sichtungen (Research Grade) von Jägern, Förstern und Naturbeobachtern Daten zu Ausbreitung, Wechseln und Vorkommen dieser Art in ihrem Verbreitungsgebiet.

Wo diese Art vorkommt

Europa 1

Ziele im übrigen Europa

Jagdzeiten & Regulierung

Jagdzeiten, Lizenzen und Kontingente legt das jeweilige Land fest.

Artenschutz, CITES-Quoten und Trophäenimport nach Europa

Häufige Fragen zu Sibirischer Steinbock

Wie lebt Sibirischer Steinbock?

Geschlechter leben außerhalb der Brunft oft getrennt. Im Winter schließen sich die Gruppen zur Fortpflanzung zusammen; Kitze werden nach der Schneeschmelze geboren. Steile Felsen, Schluchten und alpine Matten bieten Fluchträume und Nahrung. Saisonale Höhenwechsel reagieren auf Schnee, Vegetation und Störung.

Quellen und Evidenz

3 Einträge
  1. Fachverband / Körperschaft Abruf: 10.8.2026

    Capra sibirica in der IUCN Red List

    International Union for Conservation of Nature Primärdokument öffnen ↗
  2. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026

    Capra sibirica - Art- und Taxonomiedaten

  3. Fachverband / Körperschaft Abruf: 11.8.2026

    Internationaler Expertenbericht Wildtiermanagement

    Redaktioneller Scratch-Datenbestand Jagdnavigator Primärdokument öffnen ↗

Geltung und Prüfstand

Gilt für
Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
Inhalt geprüft