Collateral damage: hunting effects on non-target species and groups
European Journal of Wildlife Research 72, 30
22 wissenschaftliche Arbeiten aus dem European Journal of Wildlife Research behandeln das Thema Wildschaden, Äsung & Fütterung im Zeitraum 2011 bis 2026.
Was Wild frisst, entscheidet über Schäden, Kondition und die Wirkung von Fütterungen. Eine Auswertung von 55 Studien zeigt, dass Rehwild seine Nahrung regional stark verschiebt, im Frühjahr und Sommer aber überall am Kräuteranteil festhält. In serbischen Rotwildrevieren hingen Kälberzahl und Geweihstärke weniger von der Menge der Fütterung ab als von der Art des Futters. Fütterungen wirken über die Zielart hinaus: An Elchfütterungen nahmen Waldspitzmaus und Erdmäuse zu. Schwarzwild geht umso stärker ins Feld, je höher die Dichte ist.
Zur Vergrämung: Tragbare Licht-Ultraschall-Geräte senkten die Nutzung einer Fläche durch Rotwild um knapp 49 %, bis Gewöhnung eintrat. Bei Nutztierrissen lohnt der genaue Blick. In Portugal waren in 62 % der untersuchten Übergriffe Hunde die einzigen nachgewiesenen Verursacher, und in Westpolen machten Rinder trotz freier Weidehaltung nur 3 % der Wolfsnahrung aus. In spanischer Wildschweinlosung fand sich in 38 % der Proben Kaninchen-DNA, überwiegend aber von Aas aus der Jagdzeit.
Die Autoren werteten mikrohistologische Äsungsdaten mit gemischten linearen Modellen aus, um regionale und saisonale Unterschiede beim Rehwild über europäische biogeografische Regionen zu untersuchen. Von sechs zunächst erfassten Regionen ließen sich nur drei statistisch auswerten, weil für die boreale, pannonische und alpine Region zu wenig Daten vorlagen. Im Atlantikraum nahmen Rehe signifikant mehr Gräser, Seggen und Binsen auf als in den kontinentalen Regionen, im Mittelmeerraum zeigten sich eigene Muster im Herbst. Nach Angabe der Autoren sind die Befunde wichtig für das Verständnis der Anpassung des Rehs und für regionale Managementstrategien.
Die Autoren nutzten Daten von 99 mit GPS-Halsbändern ausgestatteten Wildschweinen, gesammelt über einen großen Zeitraum und über das gesamte Verbreitungsgebiet in Südschweden. Bei Männchen wie bei Weibchen stand die Größe des Streifgebiets in negativem Zusammenhang mit der Populationsdichte. Nach den Autoren hängt das räumliche Verhalten der Wildschweine stark vom Kontext ab und kann aufgrund von Landschaftsmerkmalen und örtlichen Bedingungen erheblich variieren.
Die Autoren werteten Wildkameradaten aus 19 alpinen und kontinentalen Gebieten in Österreich aus, die 28 Huftierpopulationen von Reh, Rothirsch, Gämse und Wildschwein abdeckten. Der mittlere Variationskoeffizient lag bei 0,45 und war vergleichbar mit Studien in größeren Gebieten von 46,6 bis 501 km². Größe und Form der Untersuchungsfläche hatten nach dieser Analyse keinen signifikanten Einfluss auf den Variationskoeffizienten. Ein vereinfachtes Verfahren mit gemittelten REM-Parametern liefert nach den Autoren keine ausreichend vergleichbaren Ergebnisse. Für das Management kleiner Flächen kann REM nach den Autoren ohne Einschränkungen hinsichtlich Größe und Form der untersuchten Gebiete eingesetzt werden.
Die Autoren nutzten ein genetisches Metabarcoding für 80 Wildschweinlosungen aus vier auf Niederwild ausgerichteten Jagdrevieren, die in zwei verschiedenen Jahreszeiten gesammelt wurden. DNA von Jagdwildarten fand sich in 39 von 71 Proben, darunter Wildkaninchen in 27 und Rothuhn in acht Proben. Die Vorkommenshäufigkeit des Kaninchens in der Nahrung stand positiv im Zusammenhang mit der Häufigkeit des Wildschweins und mit der Kaninchendichte im Revier. Beim Rothuhn zeigte sich ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen seiner Bestandsdichte und seiner Vorkommenshäufigkeit in der Nahrung, ohne signifikante Unterschiede zwischen Jahreszeiten oder Revieren. Nach den Autoren scheint die ökologische Rolle des Wildschweins für Niederwild in mediterranen Agrarökosystemen eher mit dem Fressen von Aas während der Jagdzeit zusammenzuhängen als mit direkter Beute.
Die Autoren bestimmten mit DNA-Metabarcoding die Nahrung von 165 Kotproben freilaufender Katzen in offenen Lebensräumen auf dem Festland und auf einer Insel in den Niederlanden. Insgesamt wurden 54 Taxa nachgewiesen, 28 davon bis zur Art. Auf dem Festland bestanden 26 % der Nahrung aus Katzenfutter, auf Inseln 5 %, wo mehr Arten gefunden wurden, vor allem Vögel. Nach den Autoren zeigt sich darin Beute an gefährdeten Säugetier- und Vogelarten, was auf Auswirkungen auf die Bestände hindeutet.
Um die Wirksamkeit des Abschussprogramms zu prüfen, überwachten die Autoren die Wolfsaktivität auf den Golanhöhen mit 60 Wildkameras über 5.997 Nächte. Bei Einzelwölfen stand die Aktivität positiv im Zusammenhang mit dem Abschussdruck, während die Reaktion von Rudeln je nach Landnutzung variierte. Insgesamt hielt der Abschuss weder Einzelwölfe noch Rudel aus Konfliktzonen fern, und alle Zonen waren von Wölfen besetzt. Nach Angaben der Studie betreibt die Regierung ein aktives Abschussprogramm, bei dem etwa 25 % der Population jährlich abgeschossen werden.
Die Autoren führten bei einem Wolf mit Senderhalsband, der einem Wanderschäfer gegenüber besonders dreist geworden war und Nutztiere gerissen hatte, eine Aversionskonditionierung mit Gummigeschossen durch. Die Befunde beruhen auf einem einzigen Wolf. Nach nur einem solchen Ereignis veränderte der Wolf nach den Ergebnissen sein Raum- und Beuteverhalten. Er vergrößerte den Abstand zu Menschen und griff in den folgenden zwei Monaten keine Betriebe mehr an. Die Autoren sehen die Arbeit selbst als ersten Schritt, um das Wissen über die Wirkung der Aversionskonditionierung beim Wolf zu erweitern.
Untersucht wurde die Nahrung von Wolf und freilaufendem Hund im südlichen Verbreitungsgebiet des Wolfs in Portugal. Dafür wurden genetisch bestätigte Losungsproben ausgewertet, 107 von Wölfen und 95 von Hunden. Ergänzend ließen sich 40 Übergriffe auf Nutztiere heranziehen, bei denen der Verursacher genetisch zugeordnet werden konnte. Bei den Hunden war die Ziege in allen untersuchten Regionen die meistgefressene Beute. Die Nahrung von Wolf und Hund überschnitt sich stark, was auf ein Potenzial für Konkurrenz hindeutet. Die Autoren betonen die Notwendigkeit, die Rechtsvorschriften zur Hundehaltung stärker durchzusetzen und die Population streunender Hunde wirksam zu managen, um Konflikte zwischen Mensch und Wolf zu verringern.
Redaktionelle Einordnung von JAGDNAVIGATOR, Stand 11. Oktober 2026, mit KI-Unterstützung aus den Zusammenfassungen (Abstracts) der unten verlinkten Arbeiten erstellt und am 11. Oktober 2026 von der Redaktion freigegeben. Die Arbeiten stammen aus einer einzigen Fachzeitschrift und bilden nicht den gesamten Forschungsstand ab.
22 Studien zum Thema Wildschaden, Äsung & Fütterung
European Journal of Wildlife Research 72, 30
European Journal of Wildlife Research 72, 99
European Journal of Wildlife Research 72, 87
European Journal of Wildlife Research 72, 6
European Journal of Wildlife Research 71, 34
European Journal of Wildlife Research 71, 24
European Journal of Wildlife Research 71, 48
European Journal of Wildlife Research 70, 15
European Journal of Wildlife Research 69, 64
European Journal of Wildlife Research 69, 107
European Journal of Wildlife Research 69, 18
European Journal of Wildlife Research 69, 26
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European Journal of Wildlife Research 68, 69
European Journal of Wildlife Research 67, 94
European Journal of Wildlife Research 67, 80
European Journal of Wildlife Research 66, 73
European Journal of Wildlife Research 66, 97
European Journal of Wildlife Research 65, 55
European Journal of Wildlife Research 65, 51
European Journal of Wildlife Research 60, 527-534
European Journal of Wildlife Research 58, 279-287