Wildbiologische Studie

Characterising the dietary patterns of the European Roe Deer across biogeographical regions

Auswertung von 55 Studien aus 52 Jahren: Rehwild verschiebt seine Nahrung regional deutlich, hält aber überall am Kräuteranteil in Frühjahr und Sommer fest.

Autorinnen & Autoren
Christopher Hirst, Robin Gill, Rob Ogden, Darren J. Shaw
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 72, 6 (2025)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Bibliografische Zitierweise: Christopher Hirst, Robin Gill, Rob Ogden, Darren J. Shaw (2025): Characterising the dietary patterns of the European Roe Deer across biogeographical regions. In: European Journal of Wildlife Research 72, 6. https://doi.org/10.1007/s10344-025-02038-8

Unterscheidet sich die Nahrungswahl des Rehwilds zwischen den europäischen biogeografischen Regionen - und bringt dieser Rahmen mehr Erkenntnis als eine grobe geografische Einteilung?

Die Studie in Kürze

Auswertung von 55 Studien aus 52 Jahren: Rehwild verschiebt seine Nahrung regional deutlich, hält aber überall am Kräuteranteil in Frühjahr und Sommer fest.

Methodik & Datenbasis
Metaanalyse mikrohistologischer Nahrungsdaten aus 55 Studien (54 in der Statistik) von 69 Standorten, erhoben über 52 Jahre, ausgewertet mit linearen Mischmodellen entlang der European Biogeographical Regions. Ursprünglich waren sechs Regionen erfasst; belastbar auswertbar waren nur die atlantische, kontinentale und mediterrane, weil aus der borealen, pannonischen und alpinen Region zu wenige Daten vorlagen.
Befunde
Innerhalb der Regionen zeigten sich jahreszeitliche Verschiebungen bei Nadelbäumen, Laubbäumen, Sträuchern und Halbholzpflanzen. In der atlantischen Region wurden signifikant mehr Gräser, Seggen und Binsen aufgenommen als in kontinentalen Gebieten; mediterrane Bestände zeigten ein eigenes Herbstmuster. Über alle Regionen hinweg blieb der Verlauf des Kräuteranteils gleichartig und erreichte in Frühjahr und Sommer sein Maximum.
Einordnung für die Praxis
Für Äsungsverbesserung und Verbissvorsorge: Der Kräuteranteil in Frühjahr und Sommer ist der stabile Kern der Rehwildnahrung - Kräuterflächen und blütenreiche Säume treffen diesen Bedarf überall. Wie stark Gräser und Gehölze dazukommen, hängt dagegen von der Region ab; Empfehlungen aus anderen Klimaräumen lassen sich nicht ungeprüft übernehmen.
Grenzen der Studie
Metaanalyse über Studien mit unterschiedlichen Methoden und fünf Jahrzehnten; für die boreale, pannonische und alpine Region reichte die Datenlage nicht. Mikrohistologie gewichtet schwer verdauliche Pflanzenteile stärker als leicht verdauliche.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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Geltung und Prüfstand

Gilt für
Rehwild, Wildschaden, Äsung & Fütterung; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Prüfvermerk
Bibliografie verifiziert; Zusammenfassung redaktionell erstellt
Primärquellen
Originalpublikation über DOI