Wildbiologische Studie

A report of short-term aversive conditioning on a wolf documented through telemetry

Ein einziger Beschuss mit Gummigeschossen genügte: Der besenderte Wolf hielt danach mehr Abstand zu Menschen und griff zwei Monate lang keine Weidetiere an.

Autorinnen & Autoren
Michele Zanni, Francesca Brivio, Duccio Berzi, Sonia Calderola, Siriano Luccarini, Liliana Costanzi, Fabio Dartora, Marco Apollonio
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 69, 64 (2023)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Bibliografische Zitierweise: Michele Zanni, Francesca Brivio, Duccio Berzi, Sonia Calderola, Siriano Luccarini, Liliana Costanzi, Fabio Dartora, Marco Apollonio (2023): A report of short-term aversive conditioning on a wolf documented through telemetry. In: European Journal of Wildlife Research 69, 64. https://doi.org/10.1007/s10344-023-01693-z

Lässt sich aversive Konditionierung bei einem einzelnen, auffällig zutraulichen Wolf messbar nachweisen?

Die Studie in Kürze

Ein einziger Beschuss mit Gummigeschossen genügte: Der besenderte Wolf hielt danach mehr Abstand zu Menschen und griff zwei Monate lang keine Weidetiere an.

Methodik & Datenbasis
Aversive Konditionierung mit Gummigeschossen an einem besenderten Wolf, der einem wandernden Schäfer gegenüber besonders dreist geworden war und Weidetiere gerissen hatte. Ausgewertet wurden die hochauflösenden Ortungsdaten vor und nach dem Ereignis, ergänzt um sorgfältige rückblickende Feldkontrollen.
Befunde
Nach einem einzigen Konditionierungsereignis änderte der Wolf sein Raum- und Beuteverhalten: Er vergrößerte den Abstand zu Menschen und stellte die Angriffe auf Betriebe für die folgenden zwei Monate ein. Die einzigen danach erbeuteten Weidetiere waren ein Schaf und zwei Ziegen, die Schäfer beim Abzug von den Almweiden verloren hatten.
Einordnung für die Praxis
Für den Herdenschutz ein Hinweis, dass Vergrämung bei einzelnen auffälligen Tieren wirken kann, ohne sie zu töten. Der Effekt ist hier über zwei Monate belegt - nicht länger. Die Autoren rufen ausdrücklich dazu auf, weitere Fälle zu dokumentieren und zu veröffentlichen, damit ein belastbares Instrumentarium entsteht.
Grenzen der Studie
Ein einzelnes Tier, ein einzelnes Ereignis, zwei Monate Nachbeobachtung - ein Fallbericht, keine kontrollierte Studie. Ob die Wirkung anhält oder auf andere Wölfe übertragbar ist, bleibt offen.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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Geltung und Prüfstand

Gilt für
Wolf, Monitoring & Methodik, Wildschaden, Äsung & Fütterung, Mensch-Wild-Konflikt & Akzeptanz, Raumnutzung & Verhalten; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Prüfvermerk
Bibliografie verifiziert; Zusammenfassung redaktionell erstellt
Primärquellen
Originalpublikation über DOI