Biologie und Lebensweise
Der Kormoran erreicht eine Körperlänge von 80 bis 100 Zentimetern, eine Flügelspannweite von bis zu 160 Zentimetern und wiegt 1,7 bis 3,0 Kilogramm. Das Gefieder ist überwiegend schwarz mit metallischem Glanz, wobei adulte Vögel im Prachtkleid weiße Partien an Wangen und Schenkeln aufweisen. Da sein Gefieder im Wasser Nässe aufnimmt, um den Auftrieb beim Tauchen zu verringern, trocknet er seine Schwingen typischerweise mit weit ausgebreiteten Flügeln an Land. Er brütet kolonieweise auf hohen Bäumen an Gewässern und legt 3 bis 4 Eier, die etwa 28 bis 32 Tage bebrütet werden. Als strikter Fischfresser erbeutet er tauchend bis in Tiefen von 10 Metern täglich rund 400 bis 500 Gramm Fische unterschiedlichster Arten.
Lebensraum und Ansprüche
Die bevorzugten Habitate umfassen Meeresküsten, Haffe, große Fließgewässer, Talsperren sowie natürliche und künstliche Binnenseen mit reichem Fischbestand. Populationen des Ostseeraums und Nordeuropas sind ausgeprägte Zugvögel, die in großer Zahl an mitteleuropäischen Gewässern überwintern. Im DACH-Raum verweilen heimische Koloniebrüter als Stand- und Strichvögel oft ganzjährig in Gewässernähe.
Bestandszahlen und Jagdstrecke
In Deutschland hat sich der Brutbestand bei etwa 24.000 bis 28.000 Paaren eingependelt, zu denen im Winterhalbjahr 60.000 bis 80.000 Rastvögel stoßen. Österreich weist mit rund 103 bis 156 Brutpaaren einen kleinen Brutbestand auf, beherbergt im Winter jedoch 6.000 bis 10.000 Kormorane. Die Schweiz zählt etwa 1.500 bis 2.500 Brutpaare sowie rund 5.000 bis 8.000 Überwinterer, vor allem an den Voralpenseen.
Jagdpraxis
Der Kormoran unterliegt nicht dem regulären Anhang II der EU-Vogelschutzrichtlinie, wird jedoch im DACH-Raum über Kormoranverordnungen oder naturschutzrechtliche Ausnahmebewilligungen bejagt. Ziel der Bejagung durch Jäger und Fischer ist die Vergrämung von gefährdeten Fließgewässerabschnitten zum Schutz von Äschen und Forellen sowie die Schadensminderung an Teichwirtschaften. Abschüsse erfolgen meist an Gewässerstrecken oder Schlafplätzen unter Beachtung fester Kontingente und zeitlicher Beschränkungen.
Sichere Erkennung
Der Kormoran ist ein gänsegroßer, schwarzer Wasservogel mit langem Hals, keilförmigem Schwanz und kräftigem, an der Spitze hakig gebogenem Schnabel. Altvögel schimmern metallisch grün und bronzefarben, haben eine gelbe Schnabelbasis und einen weißen Wangen- und Kehlfleck; im Brutkleid kommen ein weißer Fleck am Schenkel und feine weiße Federn an Kopf und Hals hinzu. Jungvögel sind braun mit heller, oft fast weißer Unterseite.
Auf dem Wasser liegt der Kormoran tief, der Schnabel zeigt schräg nach oben. Weil sein Gefieder Wasser aufnimmt, sitzt er nach dem Tauchen mit ausgebreiteten Flügeln auf Pfählen, Steinen oder Bäumen. Im Streckenflug bilden Trupps Ketten und Keile wie Gänse, fliegen aber stumm und mit schnellerem Flügelschlag. Der Gänsesäger ist kleiner und zeigt im Flug große weiße Flügelfelder.
Bestand und Management
Der Konflikt entzündet sich an Fischbeständen: in Teichwirtschaften und an kleineren Fließgewässern mit gefährdeten Arten wie Äsche und Bachforelle, wo Kormorane im Winter in kurzer Zeit einen großen Teil des Bestands entnehmen können. An großen Seen und an der Küste ist der Einfluss auf den gesamten Fischbestand schwerer nachzuweisen.
Wirksamer als verstreute Einzelabschüsse sind abgestimmte Konzepte je Gewässersystem: Überspannung von Teichen, Vergrämung an empfindlichen Strecken in der kritischen Zeit und zugleich Ruhe an Gewässern, an denen die Vögel keinen Schaden anrichten. Wer an einer Vergrämung mitwirkt, braucht die jeweilige Verordnung oder den Bescheid im Wortlaut, denn Zeitraum, Gewässerabschnitt, Kontingent und Meldepflicht sind dort festgelegt.
Lebensweise und Verhalten
Kormorane sind gesellig. Sie brüten in Kolonien auf Bäumen, an der Küste auch am Boden oder auf Klippen, und nutzen außerhalb der Brutzeit gemeinsame Schlafplätze, von denen sie morgens in die Nahrungsgewässer fliegen; Strecken von 20 bis 30 Kilometern sind dabei üblich. Gejagt wird tauchend, einzeln oder in Gruppen, die Fischschwärme gemeinsam zusammentreiben.
Erbeutet wird, was häufig und leicht zu fangen ist, überwiegend Fische von 10 bis 20 Zentimetern Länge. Die im Binnenland brütenden Vögel gehören zur Unterart sinensis. Im Winter kommen Zuzügler aus dem Ostseeraum und den Niederlanden hinzu, die an eisfreien Flüssen und Seen bis in den Alpenraum rasten.
Vergleichbare & verwandte Wildarten
Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Wasservögel.
Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist aufgrund seiner Größe und komplett schwarzen Färbung mit wenigen Arten zu verwechseln: 1. Gänsesäger (Mergus merganser): Der Gänsesäger hat ebenfalls einen schlanken Körperbau und jagt tauchend Fische. Er ist jedoch deutlich heller gefärbt (Männchen mit weißem Rumpf und grün-schwarzem Kopf, Weibchen grau mit braunem Kopf) und besitzt im Flug markante weiße Flügelfelder, die dem dunklen Kormoran fehlen. 2. Zwergscharbe (Microcarbo pygmaeus): Eine deutlich kleinere, südosteuropäische Kormoranart (vereinzelt Gast im DACH-Raum), die nur knapp halb so groß wie der Kormoran ist, einen auffallend kürzeren Schnabel sowie einen proportional längeren Schwanz besitzt.
Verbreitung
Nachgewiesene Vorkommen von Kormoran nach Ländern.
Wissenschaftliche Nachweise & Vorkommen: Kormoran

Kartengrundlage: GBIF-Basiskarte, © OpenStreetMap contributors, © OpenMapTiles · Nachweise: GBIF.org, CC0 · Stand: 23. Oktober 2026 · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Jagd- und Schonzeiten nach Rechtsraum
Jagdzeiten setzt jedes Bundesland und jeder Kanton selbst fest, oft getrennt nach Wildklasse. Die Tabelle gibt die Zeiten für Kormoran aus 17 Verordnungen wieder. Verbindlich ist die amtliche Fassung, die auf der jeweiligen Rechtsraumseite verlinkt ist.
| Rechtsraum | Wildklasse | Jagdzeit |
|---|---|---|
| Burgenland (AT) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Wien (AT) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Salzburg (AT) | alle Klassen | 1. Oktober bis 30. April |
| Tirol (AT) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Vorarlberg (AT) | alle Klassen | ganzjährig geschont |
| Zürich (CH) | alle Klassen | 1. September bis 31. Januar |
| Basel-Landschaft (CH) Fassung bis | alle Klassen | 1. September bis 28. Februar |
| Basel-Stadt (CH) Fassung bis | alle Klassen | 1. September bis 28. Februar |
| Solothurn (CH) | alle Klassen | 1. September bis 28. Februar |
| Luzern (CH) Fassung bis | alle Klassen | 1. September bis 28. Februar |
| Zug (CH) Fassung bis | alle Klassen | 1. Oktober bis 31. Januar |
| St. Gallen (CH) Fassung bis | alle Klassen | 1. September bis 28. Februar |
| Schwyz (CH) Fassung bis | alle Klassen | 16. November bis 12. Dezember |
| Schwyz (CH) | alle Klassen | 11. Januar bis 16. Januar |
| Schwyz (CH) | an Netzen von Berufsfischern | 1. September bis 28. Februar |
| Obwalden (CH) Fassung bis | alle Klassen | 5. Oktober bis 27. Februar |
| Bern (CH) | Patent E | 1. September bis 28. Februar |
| Waadt (CH) Fassung bis | alle Klassen | 1. Oktober bis 30. Oktober |
| Waadt (CH) | Berufsfischer, Sonderpatent | 1. September bis 27. Februar |
| Waadt (CH) | Neuenburgersee und Murtensee | 1. Oktober bis 30. Januar |
| Wallis (CH) Fassung bis | Permis C, Dienstag, Donnerstag, Samstag | 3. November bis 28. November |
| Wallis (CH) | Permis C, Montag bis Samstag | 1. Dezember bis 31. Januar |
Häufige Fragen zu Kormoran
Warum breitet der Kormoran nach dem Tauchen die Flügel aus?
Sein Gefieder nimmt beim Tauchen Wasser auf, was den Auftrieb senkt und das Tauchen erleichtert. Danach muss es trocknen, und dazu sitzt der Vogel mit gespreizten Flügeln in Wind und Sonne.
Hat der Kormoran eine Jagdzeit?
In den EU-Staaten zählt er nicht zu den jagdbaren Arten der Vogelschutzrichtlinie. Abschüsse sind dort nur als Ausnahme möglich, die das jeweilige Land in einer Kormoranverordnung oder durch Einzelbescheid regelt.
Quellen und Evidenz
4 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 20.9.2026
Kormoran (Phalacrocorax carbo)
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 20.9.2026
Kormoran (Phalacrocorax carbo)
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 20.9.2026
Aussehen und Brutbiologie des Kormorans
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 20.9.2026
Cormorant (Phalacrocorax carbo)
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 1 Primärquelle hinterlegt
