Was die Arbeiten zeigen
Straßen töten Tiere und trennen Bestände. Die Arbeiten messen beides und prüfen Gegenmaßnahmen. An der A4 in Westpolen wurden 15 Querungshilfen untersucht: Grünbrücken funktionierten deutlich besser als Unterführungen, und Schalenwild stellte 77,4 % der Querungen durch Wildtiere. Amphibientunnel mit Leitzäunen in Nordengland wurden trotz vieler Kehrtwenden von der Mehrheit der Tiere genutzt, und der Kammmolchbestand wuchs.
Fallwildkartierungen zeigen Muster. In Südspanien trieb die Temperatur das Risiko, nicht die Kurvigkeit der Straße; an einer neuen Straße auf Teneriffa gingen die Verluste im zweiten Jahr trotz zunehmenden Verkehrs zurück. Systematisch erfasst liefert Fallwild darüber hinaus Daten zu Verbreitung, Bestandstrends und Krankheiten. Am Flughafen Dublin wurden in 30 Jahren 320 Kollisionen mit dem Irischen Hasen erfasst. Tragbare Licht-Ultraschall-Vergrämer senkten die Übertritte von Rotwild um 68 %, bis sich das Wild an sie gewöhnte.
Fallwild auf zehn Straßenabschnitten in Südspanien (Arca-Rubio et al., 2023)
Über ein Jahr wurden auf zehn Straßenabschnitten im Süden Spaniens die Kadaver überfahrener Wirbeltiere erfasst. Jeder Abschnitt war drei Kilometer lang und wurde zu Fuß abgegangen. Die höchste Fallwildsterblichkeit hatten Säugetiere, mit 45,72 %. Die Häufigkeit der Kollisionen war unabhängig von Zäunen und Niederschlag. Die Zahl der Kollisionen zeigte einen saisonalen Effekt. Das räumliche Muster der Kollisionen hing von der Wirbeltiergruppe ab. Die Autoren folgern daraus, dass gezielte Maßnahmen nötig sind, um die Folgen des Fallwilds für Wildtiere zu verringern, rechtzeitig an jeder kritischen Stelle und für jede Wirbeltiergruppe. Die Ergebnisse gelten damit für eine Region im Süden Spaniens und ein Jahr.
Hirschbestände, Konflikte und Verkehrsunfälle in Irland (Murphy et al., 2025)
Gegenstand ist die Sicht von Interessengruppen auf das Management von Hirschbeständen in Irland. Unter den Problemen, die mit steigenden Hirschbeständen verbunden wurden, standen Verlust an Biodiversität und das Risiko von Verkehrsunfällen obenan. Die Rangfolge hing unter anderem davon ab, ob die Befragten Grundeigentum hatten, ob sie sich selbst als städtisch oder ländlich einordneten und ob sie aus Irland stammten. Auch die Rangfolge der Managementoptionen und Hindernisse unterschied sich je nach Interessengruppe, etwa Jägern und Landwirten. Weitgehende Übereinstimmung gab es beim Abschuss als wichtigem Managementinstrument und bei der Zusammenarbeit, mit der sich Hindernisse überwinden lassen.
Redaktionelle Einordnung von JAGDNAVIGATOR, Stand 11. Oktober 2026, mit KI-Unterstützung aus den
Zusammenfassungen (Abstracts) der unten verlinkten Arbeiten erstellt und am 11. Oktober 2026 von der Redaktion freigegeben. Die Arbeiten stammen aus einer einzigen Fachzeitschrift
und bilden nicht den gesamten Forschungsstand ab.
2025 Zusammenfassung
Stephanie Wohlfahrt et al.
European Journal of Wildlife Research 71, 34
Das Random-Encounter-Modell liefert auch in Revieren unter 10 km² brauchbare Wilddichten - aber nur mit revierspezifisch erhobenen Parametern.
2025 Zusammenfassung
David López-Bosch et al.
European Journal of Wildlife Research 71, 65
Bei einem Fledermaus-Citizen-Science-Projekt brachten Infografiken und Bilder von Menschen doppelt so viel Reaktion wie Fledermausfotos.
2025 Zusammenfassung
Rafael Villafuerte-Jordan et al.
European Journal of Wildlife Research 71, 61
Rotwild im umzäunten mediterranen Revier: Das Kahlwild zieht in die feuchten Tieflagen, die Hirsche verteilen sich weiter - und diese Verteilung taugt als Indikator guter Bewirtschaftung.
2025 Zusammenfassung
Kilian J. Murphy et al.
European Journal of Wildlife Research 71, 78
Befragung zum Schalenwildmanagement in Irland: Biodiversitätsverlust und Wildunfälle stehen oben - und über die Notwendigkeit der Entnahme herrscht breiter Konsens.
2024 Zusammenfassung
Cláudia Encarnação et al.
European Journal of Wildlife Research 71, 3
75 ausgesetzte Wildkaninchen in Südportugal: Für die 22 besenderten Tiere lag die geschätzte Überlebenswahrscheinlichkeit am Studienende bei 35,4 %, Hauptverlustursache waren Greifvögel.
2023 Zusammenfassung
Magdalena S. Svensson & Vincent Nijman & Chris R. Shepherd
European Journal of Wildlife Research 69, 51
218.000 bis 238.000 lebende Primaten wurden zwischen 2002 und 2021 legal in die EU und nach Großbritannien eingeführt - im Wert von 869 Millionen US-Dollar.
2023 Zusammenfassung
Carlos Valderrama-Vasquez et al.
European Journal of Wildlife Research 70, 1
16 Betriebe in Kolumbien: Außerhalb der geschützten Bereiche war der Verlust an Weidetieren fast 15-mal so hoch wie innerhalb.
2023 Zusammenfassung
Jesús Arca-Rubio & Gregorio Moreno-Rueda & Zaida Ortega
European Journal of Wildlife Research 69, 42
Ein Jahr Fallwildkartierung auf 30 Straßenkilometern in Südspanien: 45,7 % der Verkehrsopfer waren Säugetiere, und die Temperatur trieb das Risiko - nicht die Kurvigkeit der Straße.
2023 Zusammenfassung
Ilpo Kojola et al.
European Journal of Wildlife Research 69, 26
Finnland: Je mehr Schalenwild im Wolfsterritorium vorkommt, desto weniger Jagdhunde werden gerissen - die Entlastung kommt dort aber von einer invasiven Art.
2022 Zusammenfassung
Eduardo Laguna et al.
European Journal of Wildlife Research 68, 50
Tragbare Licht-Ultraschall-Vergrämer senkten die Rotwildnutzung um knapp 49 % und die Übertritte um 68 % - bis sich das Wild daran gewöhnte.
2022 Zusammenfassung
Enrique Sacramento & Beneharo Rodríguez & Airam Rodríguez
European Journal of Wildlife Research 68, 31
Neue Straße auf Teneriffa: 694 Verkehrsopfer in zwei Jahren - im zweiten Jahr deutlich weniger, obwohl der Verkehr zunahm.
2021 Zusammenfassung
José J. Jiménez-Albarral et al.
European Journal of Wildlife Research 67, 94
Alte Weidelandschaften in Nordspanien sind Wildkatzenlebensraum: 191 Sichtungen auf Viehweiden, mit 5,9-mal mehr Beobachtungen im Sommer und Herbst als im Winter und Frühjahr.
2021 Zusammenfassung
Samantha Ball et al.
European Journal of Wildlife Research 67, 80
Flughafen Dublin: 320 Kollisionen mit dem Irischen Hasen in 30 Jahren, mit einer jährlichen Zunahme von 14 % - Flugzeugschäden gab es bislang keine.
2020 Zusammenfassung
Robert W. Mysłajek et al.
European Journal of Wildlife Research 66, 79
15 Querungshilfen an der A4 in Westpolen: Grünbrücken funktionieren deutlich besser als Unterführungen - und die Rückkehr der Wölfe hemmt die anderen Arten nicht.
2020 Zusammenfassung
Prithiviraj Fernando & Sampath K. K. Ekanayaka & Jennifer Pastorini
European Journal of Wildlife Research 66, 97
Über 50 Elefantenbullen am Zaun eines Nationalparks in Sri Lanka, täglich über 1.000 Zuschauer - die Fütterung schadete weder Tieren noch Umwelt und brachte den Anwohnern Geld.
2020 Zusammenfassung
Amy L. W. Schwartz & Fraser M. Shilling & Sarah E. Perkins
European Journal of Wildlife Research 66, 18
Fallwild an Straßen ist mehr als eine Verlustzahl: Systematisch erfasst liefert es Daten zu Verbreitung, Bestandstrends, Verhalten, Schadstoffen und Krankheiten.
2019 Zusammenfassung
Laurence E Jarvis & Michael Hartup & Silviu O Petrovan
European Journal of Wildlife Research 65, 27
Amphibientunnel mit Leitzäunen in Nordengland: Trotz vieler Kehrtwenden in den Röhren nutzte die Mehrheit sie erfolgreich - der Kammmolchbestand wuchs deutlich.
2019 Zusammenfassung
Krzysztof Kolenda et al.
European Journal of Wildlife Research 65, 55
416 überfahrene Erdkröten widerlegen eine Annahme: Wandernde Kröten fressen auf dem Weg zum Laichgewässer - in 39 % der Mägen fand sich Beute.
2010 Zusammenfassung
Grzegorz Lesiński & Anna Sikora & Adam Olszewski
European Journal of Wildlife Research 57, 217-223
61 überfahrene Fledermäuse aus sieben Arten auf 16,6 km Straße im Kampinos-Nationalpark - und die Annahme, tief fliegende Arten seien stärker betroffen, bestätigte sich nicht.