Biologie und Lebensweise

Der Mink besitzt den typisch langgestreckten Körperbau der Marder mit kurzen Läufen, erreicht eine Rumpflänge von 30 bis 45 Zentimetern und wiegt zwischen 0,5 und 1,6 Kilogramm. Sein wasserabweisendes Pelzkleid ist meist dunkelbraun gefärbt, wobei sich weiße Flecken am Kinn, an der Brust und an der Kehle befinden können. Die Ranz findet zwischen Februar und April statt, woraufhin die Fähe nach einer durch Keimruhe verlängerten Tragzeit von 39 bis 75 Tagen 2 bis 6 Jungen, im Mittel 4, das Leben schenkt. Als opportunistischer Fleischfresser erbeutet er Fische, Amphibien, Krebse, Kleinsäuger sowie Eier und Küken wassergebundener Vögel.

Lebensraum und Ansprüche

Sein Lebensraum erstreckt sich entlang strukturreicher Uferzonen von Flüssen, Bächen, Seen, Kanälen und Feuchtgebieten mit dichtem Pflanzenbewuchs. Die Tiere sind standorttreu, verteidigen lineare Reviere entlang der Gewässerufer und meiden größere waldfreie Trockenlandschaften. Ein saisonales Zugverhalten existiert nicht; die Tiere sind ganzjährig aktiv.

Bestandszahlen und Jagdstrecke

In Deutschland ist der Mink infolge historischer Farmfluchten weit verbreitet, mit festen Vorkommensschwerpunkten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Teilen Niedersachsens. In Österreich existieren regionale Vorkommen vor allem an Flusssystemen im Osten, wenngleich er noch nicht flächendeckend auftritt. In der Schweiz ist die Art extrem selten und bisher nicht dauerhaft etabliert, weshalb Feststellungen sofortigen Regulierungsmaßnahmen unterliegen.

Jagdpraxis

Als invasive Art von unionsweiter Bedeutung wird der Mink intensiv bejagt, um schädliche Auswirkungen auf bedrohte heimische Arten wie den Europäischen Nerz oder Wiesenbrüter einzudämmen. Die jagdliche Praxis stützt sich vor allem auf die tierschutzgerechte Fangjagd mit Lebendfang-Kastenfallen entlang von Uferwechseln sowie gelegentliche Ansitze am Gewässer. Die gesetzlichen Vorgaben variieren je nach Landesjagdgesetz von geregelten Jagdzeiten bis zur ganzjährigen Bejagbarkeit unter Beachtung des Elterntierschutzes.

Sichere Erkennung

Der Mink ist etwa iltisgroß, schlank und kurzbeinig, mit überwiegend dunkelbraunem bis schwarzem, glänzendem Balg, der oft weiße Flecken an Kinn, Brust und Kehle zeigt, und buschiger Rute, die ein Drittel bis die Hälfte der Körperlänge erreicht. Weiß ist in der Regel nur die Unterlippe mit dem Kinn. Reicht das Weiß auch auf die Oberlippe, ist an den Europäischen Nerz zu denken, der im DACH-Raum als ausgestorben gilt. Der Iltis hat eine helle Gesichtsmaske, helle Ohrränder und durchscheinende gelbliche Unterwolle.

Der Fischotter ist um ein Mehrfaches schwerer, hat einen breiten, flachen Kopf und eine kräftige, sich gleichmäßig verjüngende Rute. Im Wasser liegt der Mink hoch und schwimmt mit sichtbarem Rücken, während vom Otter meist nur der Kopf zu sehen ist. Das Trittsiegel ist rund drei Zentimeter breit und zeigt meist vier, in weichem Boden fünf Zehen mit Nägeln.

Bestand und Management

Wirksam ist die Bejagung nur, wenn sie über mehrere Reviere hinweg abgestimmt und dauerhaft betrieben wird, denn frei werdende Uferabschnitte werden rasch von zuwandernden Jungtieren besetzt. Bewährt haben sich schwimmende Kontrollflöße mit Spurtunnel: Sie zeigen über Trittsiegel, wo Minke vorkommen, und werden erst dann mit einer Lebendfalle bestückt. So sinkt der Aufwand, und ein versehentlich gefangener Otter oder Iltis kann unversehrt freigelassen werden.

Bauart der Fallen, Kontrollabstände und die nötige Sachkunde regelt das Jagdrecht des jeweiligen Landes. Vorrang haben Gebiete mit Wiesenbrütern, Seeschwalben- und Möwenkolonien sowie Vorkommen von Flusskrebsen und Amphibien.

Lebensweise und Verhalten

Minke leben einzeln und sind überwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs. Ein Revier erstreckt sich bandförmig über ein bis mehrere Kilometer Uferlinie; Rüden beanspruchen größere Abschnitte, die sich mit denen mehrerer Fähen überlappen. Als Unterschlupf dienen Uferhöhlen, Wurzelteller, Bisam- und Kaninchenbaue oder Holzstapel, selten mehr als wenige Meter vom Wasser entfernt.

Der Mink schwimmt und taucht gut, jagt aber ebenso an Land. Die Beute wechselt mit Jahreszeit und Angebot: im Winter mehr Fisch und Kleinsäuger, im Frühjahr und Sommer Amphibien, Krebse, Gelege und Jungvögel. Überschüssige Beute wird im Bau gehortet. In Kolonien von Bodenbrütern und auf Inseln kann ein einzelnes Tier deshalb in kurzer Zeit großen Schaden anrichten.

Vergleichbare & verwandte Wildarten

Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Wasserlebende Marderartige.

Der Amerikanische Nerz (Mink) ist ein semi-aquatisches Raubtier, das in Mitteleuropa im Revier insbesondere mit dem Iltis und dem Fischotter verwechselt wird, gelegentlich auch mit dem ausgestorbenen Europäischen Nerz. 1. Iltis (Mustela putorius): Trägt eine deutliche hell-dunkle Gesichtsmaske, die dem Mink fehlt. Beim Iltis schimmert zudem an Rumpf und Flanken eine helle, gelbliche Unterwolle durch das dunkle Deckhaar. Der Mink hingegen ist einfarbig dunkelbraun bis schwarz, lediglich Kinn und Unterlippe (aber nicht die Oberlippe!) weisen oft einen weißen Fleck auf. 2. Fischotter (Lutra lutra): Ist um ein Vielfaches größer und massiver als der Mink (bis zu 12 kg). 3. Europäischer Nerz (Mustela lutreola): Gilt im DACH-Raum als ausgestorben. Sein Hauptunterscheidungsmerkmal zum Mink ist, dass meist auch seine Oberlippe weiß gefärbt ist.

Verwandte Arten im Atlas:

Verbreitung

Nachgewiesene Vorkommen von Mink nach Ländern.

Global Biodiversity Information FacilityGBIF Taxon #5218823

Wissenschaftliche Nachweise & Vorkommen: Mink

GBIF Taxon
GBIF-Nachweise von Mink (Neogale vison) in Europa. Gelbe bis rote Punkte: Dichte wissenschaftlicher Beobachtungen.
Dichte wissenschaftlicher Nachweise
EinzelfundeHohe Dichte

Kartengrundlage: GBIF-Basiskarte, © OpenStreetMap contributors, © OpenMapTiles · Nachweise: GBIF.org, CC0 · Stand: 23. Oktober 2026 · Darstellung: JAGDNAVIGATOR

Jagd- und Schonzeiten nach Rechtsraum

Jagdzeiten setzt jedes Bundesland und jeder Kanton selbst fest, oft getrennt nach Wildklasse. Die Tabelle gibt die Zeiten für Mink aus 13 Verordnungen wieder. Verbindlich ist die amtliche Fassung, die auf der jeweiligen Rechtsraumseite verlinkt ist.

Jagdzeiten für Mink nach Rechtsraum
Rechtsraum Wildklasse Jagdzeit
Oberösterreich (AT) alle Klassen ganzjährig
Bayern (DE) alle Klassen ganzjährig
Baden-Württemberg (DE) alle Klassen ganzjährig
Nordrhein-Westfalen (DE) Fassung bis alle Klassen 16. Oktober bis 28. Februar
Niedersachsen (DE) Jungminks ganzjährig
Niedersachsen (DE) alle Klassen 1. August bis 28. Februar
Brandenburg (DE) alle Klassen ganzjährig
Sachsen (DE) alle Klassen ganzjährig
Berlin (DE) alle Klassen 1. Oktober bis 31. Januar
Sachsen-Anhalt (DE) alle Klassen ganzjährig
Schleswig-Holstein (DE) alle Klassen ganzjährig
Saarland (DE) alle Klassen 1. Juli bis 28. Februar
Thüringen (DE) Fassung bis alle Klassen ganzjährig
Mecklenburg-Vorpommern (DE) alle Klassen ganzjährig

Jagdrecht und Verordnungen aller Bundesländer und Kantone

Häufige Fragen zu Mink

Ist der Mink mit dem Europäischen Nerz verwandt?

Nur entfernt. Der Mink stammt aus Nordamerika und wird heute in eine eigene Gattung (Neogale) gestellt; der Europäische Nerz (Mustela lutreola) steht dem Iltis näher.

Wie kam der Mink nach Mitteleuropa?

Über Pelztierfarmen. Minke wurden in Europa über Jahrzehnte gezüchtet; entkommene und freigelassene Tiere begründeten die heutigen Freilandbestände.

Quellen und Evidenz

2 Einträge
  1. Amtliche Primärquelle

    Artsteckbrief Mink (Neovison vison)

    Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg Primärdokument öffnen ↗
  2. Ergänzende Fachquelle Abruf: 20.9.2026

    Neovison vison (American mink)

    Animal Diversity Web, University of Michigan Museum of Zoology Primärdokument öffnen ↗

Geltung und Prüfstand

Gilt für
Biologie und jagdliche Einordnung. Jagd- und Schonzeiten gelten nur im jeweiligen Rechtsraum.
Inhalt geprüft