Lessons learnt from the history and development of a national wildlife health surveillance scheme in England and Wales
European Journal of Wildlife Research 72, 56
14 wissenschaftliche Arbeiten aus dem European Journal of Wildlife Research behandeln das Thema Wildkrankheiten & Hygiene im Zeitraum 2016 bis 2026.
Schwarzwild steht im Mittelpunkt. Eine Auswertung von zwanzig Jahren Erregernachweisen in Portugal zeigt den Schwerpunkt Tuberkulose und Datenlücken bei Leptospiren, Brucellen und Trichinen. Fotofallen an zwei englischen Schweinemastbetrieben belegten 40 Wildschweinbesuche in 27 Nächten, meist zehn bis zwanzig Meter von den Ställen entfernt. Eine Übersicht hält fest, dass intensive, möglichst störungsarme Entnahme örtliche Seuchenausbrüche eindämmen kann, die Freizeitjagd den Bestand aber nicht dauerhaft begrenzt.
Erreger wandern durch die Nahrungskette. In den polnischen Bieszczady wurde Mycobacterium caprae erstmals bei freilebenden Wölfen gefunden, vermutlich übertragen durch Wisent oder Schwarzwild als Beute. Tot gefundene Schlangen trugen zu 87,5 % Salmonellen und zu 81,3 % Mesozerkarien von Alaria alata, dem Dunckerschen Muskelegel. Zur Überwachung liefern Fallwild an Straßen und Fotos aus Beobachtungsplattformen Daten, die ein amtliches Programm allein nicht erhebt. England und Wales bauten ihre Überwachung der Wildtiergesundheit über 25 Jahre unter dem Druck von Vogelgrippe und West-Nil-Virus auf.
Das erste staatliche Programm zur Beurteilung der Wildtiergesundheit in England und Wales begann 1998 zunächst als Versuch. Es etablierte sich wegen der nationalen Seuchenprobleme durch hochpathogene Vogelgrippe und West-Nil-Virus. Innerhalb von 11 Jahren war die Arbeit der Regierung in England so wichtig, dass eine nationale Strategie für die Wildtiergesundheit erarbeitet wurde. Die Strategie sah vor, dass die große Zahl wildlebender Arten und Krankheiten von einer Partnerschaft aus staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen mit sich ergänzenden Spezialgebieten abgedeckt werden musste. Eine weitere Aufgabe war die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen für Tiergesundheit und für Biodiversität der Regierung. Die Autoren schlagen eine Definition nationaler Überwachung der Wildtiergesundheit vor. Die Autoren hoffen, dass die Erfahrungen anderen Ländern in Europa und darüber hinaus beim Aufbau von Überwachungsprogrammen helfen.
Vor der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest war der Wildschweinbestand in Europa in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Für die Schätzung wurden zwei Modelle der Verbreitung gerechnet, ein Maxent-Modell für Sichtungsdaten und ein GLMM für die Jagdstrecke. Die Modellwerte wurden mit Dichteschätzungen von 77 Standorten verknüpft, um für jedes Land den Bestand vor dem Nachweis der Afrikanischen Schweinepest zu berechnen. Für Europa ergibt sich vor der Jagdsaison ein Gesamtbestand zwischen 13,5 und 19,6 Millionen Tieren im Kerngebiet der Art. Die Schätzungen aus Sichtungen und aus der Jagdstrecke sind für Europa sehr ähnlich, unterscheiden sich zwischen den Ländern aber deutlich. Die Ausgabe eignet sich nach Aussage der Autoren zur Einschätzung des Risikos einer Seuchenausbreitung und der Wirkung von Management. Wo lokale Faktoren den Bestand beeinflussen, etwa in Gebieten der Ausbreitung, muss die Schätzung unter Umständen angepasst werden.
Zwei Lagen werden betrachtet: die Reaktion auf Seuchenausbrüche und das vorausschauende Management großer Räume. Intensive und möglichst lautlose Entnahme kann zur Eindämmung lokaler Ausbrüche erheblich beitragen. Größere Pufferzonen ohne Wildschweine könnten bei frontartiger Seuchenausbreitung oder zum Schutz von Schweinehaltungen helfen. Eine langfristige Bewirtschaftung, die nur auf Jagd, Prädation und Krankheiten setzt, kann das Wachstum des Bestands nicht ausgleichen. Als Treiber des Wachstums nennen die Autoren mehr Waldfläche, günstige Feldfrüchte und den Wegfall der Konkurrenz durch Nutztiere. Diese Treiber zu ändern würde nach Aussage der Autoren tiefgreifende Änderungen der Agrar- und Umweltpolitik bedeuten, die oft außerhalb der Reichweite von Wildtier- und Tiergesundheitsbehörden liegen.
Untersucht wurde die räumliche Verteilung des Rotwilds in einem eingezäunten mediterranen Gebiet in der Zeit mit der knappsten Nahrung. Dafür wurden Fotofallen und ein Random-Forest-Modell eingesetzt. Weibchen wählten Flächen mit besserer Nahrung und höherem Nährstoffbedarf durch die Laktation, nämlich die flachen, feuchten Tieflagen. Männchen verteilten sich weniger konzentriert, zogen zur Brunft aber in Gebiete mit Weibchen. Die Tagesaktivität unterschied sich zwischen den Geschlechtern nicht signifikant. Höhenlage, Hangneigung sowie die Nähe zu Wasser oder zu zusätzlich angebauten Kulturen beeinflussten die Verteilung im Modell. Solche Erhebungen können als zusätzlicher Indikator für eine gute Bewirtschaftung des Rotwilds dienen, neben den bereits genutzten. Ob das Verhalten im Gehege natürlichen Bedingungen entspricht und die Landschaft genug Vielfalt bietet, ist nach den Autoren zu prüfen.
Untersucht wurde die genetische Gliederung der Wildschweine in Ostdeutschland, einer Region, die seit September 2020 von der Afrikanischen Schweinepest betroffen ist. Dafür wurden 1.262 Tiere aus 31 Jagdgebieten in betroffenen und seuchenfreien Landkreisen auf einer Fläche von fast 100.000 km² beprobt. Die Gliederung beruht auf zwölf Mikrosatelliten-Markern, drei Bayes-Verfahren kamen zum Einsatz, und die Ergebnisse wurden zu neun Clustern zusammengefasst. Die stärkste Trennung lag entlang einer gedachten Linie durch das untere Elbtal, über Berlin und die A11 bis zur Lagune von Szczecin. Die Mecklenburgische Seenplatte und der Südosten des Untersuchungsgebiets waren dagegen stark miteinander verbunden. Die A11 wirkt nach den Autoren stärker als Barriere als die anderen Autobahnen im Untersuchungsgebiet. Die Barrierewirkung hängt nach den Autoren von den Umständen einzelner Bauwerke ab und lässt sich nicht allgemein festlegen. Die genetischen Gruppen der Wildschweine und die Virus-Linien erklären nach den Autoren die beobachtete Seuchendynamik im Gebiet gut. Die Erkenntnisse zu Barrieren und Verbundenheit können Maßnahmen zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest in den betroffenen Gebieten unterstützen.
Spurensuche und Fotofallen gelten als zwei nicht-invasive Methoden zur Erfassung schwer nachweisbarer Säugetiere. Bei der Art Felis margarita lieferten Fotofallen verlässliche Daten zu mehreren Aspekten der Ökologie, Gehtouren zum Sammeln von Kot scheiterten dagegen vollständig. Bei Trittsiegeln erschwerten Bestimmungsprobleme sowie fehlende geeignete Untergründe und Wind die Auswertung. Erstmals liegen für die Art in der Sahara Angaben zu Habitatwahl, Dichte und Tagesaktivität vor.
Berichtet sind für Portugal in den letzten zwei Jahrzehnten Bakterien, Viren und Parasiten bei Wildschweinen, mit besonderem Blick auf Erreger mit Zoonosepotenzial. Die meisten Erreger wurden im Nordosten, im mittleren Osten und im Süden Portugals festgestellt. Die Arbeit sieht das Wildschwein als möglichen Reservoirwirt für mehrere Zoonoseerreger. Auf der Iberischen Halbinsel wird das Wildschwein meist verzehrt, was ein mögliches Gesundheitsrisiko für Menschen darstellt.
Die Arbeit nutzt öffentliche Fotoarchive, um das Vorkommen des Befalls von Bufo bufo mit Lucilia spp. über Raum und Zeit zu dokumentieren. Insgesamt fanden sich 262 Beobachtungen, davon 132 auf iNaturalist. Der Befall war regional begrenzt, obwohl die Wirtsart weit verbreitet und häufig ist. In zwölf Ländern lagen die Befallsanteile niedrig, etwa in Belgien bei 3,90 % und in Frankreich bei 0,45 %. Die Zahl hochgeladener Beobachtungen nimmt stabil zu, wahrscheinlich wegen der wachsenden Beliebtheit der Plattformen. Community Science eignet sich nach den Autoren, um bestimmte Wildtierkrankheiten zu erkennen und Veränderungen über Zeit und Raum zu verfolgen.
Redaktionelle Einordnung von JAGDNAVIGATOR, Stand 11. Oktober 2026, mit KI-Unterstützung aus den Zusammenfassungen (Abstracts) der unten verlinkten Arbeiten erstellt und am 11. Oktober 2026 von der Redaktion freigegeben. Die Arbeiten stammen aus einer einzigen Fachzeitschrift und bilden nicht den gesamten Forschungsstand ab.
14 Studien zum Thema Wildkrankheiten & Hygiene
European Journal of Wildlife Research 72, 56
European Journal of Wildlife Research 72, 31
European Journal of Wildlife Research 72, 36
European Journal of Wildlife Research 71, 61
European Journal of Wildlife Research 70, 54
European Journal of Wildlife Research 69, 20
European Journal of Wildlife Research 69, 101
European Journal of Wildlife Research 68, 74
European Journal of Wildlife Research 68, 69
European Journal of Wildlife Research 68, 76
European Journal of Wildlife Research 67, 85
European Journal of Wildlife Research 66, 18
European Journal of Wildlife Research 63, 21
European Journal of Wildlife Research 62, 161-166