Distinctive antler morphology in European roe deer: implications for evolution, conservation and game management
European Journal of Wildlife Research 72, 41
8 wissenschaftliche Arbeiten aus dem European Journal of Wildlife Research behandeln das Thema Rehwild im Zeitraum 2015 bis 2026.
Die Arbeiten zum Rehwild decken Nahrung, Krankheit, Gehörn und Jagdpraxis ab. Eine Auswertung von 55 Studien aus 52 Jahren zeigt regionale Verschiebungen der Nahrung bei überall hohem Kräuteranteil im Frühjahr und Sommer. Die Fibropapillomatose breitete sich in der Slowakei in 17 Jahren von einem auf 37 von 72 Bezirken aus, mit 610 dokumentierten Fällen. 751 vermessene Gehörne aus ganz Europa belegen, dass das Rehwild Andalusiens kleinere, dickere Gehörne mit kürzeren Enden trägt als die übrigen Populationen.
6.338 Erlegungen im Piemont zeigen, dass bevorzugt in Wegnähe gejagt wird, der Erfolg aber abseits der Wege höher ist. Für das Monitoring gilt: Das Random-Encounter-Modell mit Fotofallen liefert auch in kleinen Revieren brauchbare Dichten, und Erdnussbutter als Lockmittel wird vom Rehwild gemieden. In Schweden zählt Rehwild zu den vier Arten, deren Wildbret zusammen rund 9 % des Fleischverbrauchs deckt.
Die Arbeit vermisst Gehörne von Rehen aus einem breiten Spektrum europäischer Populationen, darunter Süd-, Mittel- und Nordspanien, die Toskana und mehrere osteuropäische Regionen. Die vermessenen Gehörne decken nach Angabe der Autoren den größten Teil des Verbreitungsgebiets im kontinentalen Spanien ab. Die Autoren vermuten, dass diese Gehörnform mit einer langen geografischen Isolation in den südlichsten Gebirgen der Iberischen Halbinsel zusammenhängt. Die Gehörnmerkmale stimmen mit früher berichteten genetischen und schädelbezogenen Unterschieden überein und stützen die Anerkennung der andalusischen Population als Evolutionarily Significant Unit. Die Autoren halten es für nötig, unkontrollierte Umsiedlungen zu verhindern, die die genetische und morphologische Identität dieser südlichen Population beeinträchtigen könnten.
Die Lage der Jagdorte wurde mit Ressourcenselektionsfunktionen modelliert, die mit gepaarten Fall-Kontroll-Vergleichen arbeiten; der Jagdaufwand mit verallgemeinerten gemischten Modellen. Der Jagdaufwand wurde als Zahl der Jagdgänge gemessen, die für eine erfolgreiche Erlegung nötig waren. Offene Lebensräume, mäßige Hangneigungen und die Nähe zu Siedlungen erwiesen sich bei beiden Modellen als wichtige Einflussgrößen, für die Wahl der Jagdorte ebenso wie für den Erfolg. Die Autoren deuten an, dass erfahrenere Jäger in schwerer zugänglichen, weniger gestörten Lebensräumen mit mehr Wild und höherem Erfolg jagen. Die Daten stammen aus der Region Piemont im Nordwesten Italiens.
Ausgewertet wurden mikrohistologische Nahrungsdaten mit linearen gemischten Modellen, um regionale und saisonale Unterschiede der Ernährung zu untersuchen. Die Atlantische Region zeigte einen signifikant höheren Verzehr von Gräsern, Seggen und Binsen als die kontinentalen Regionen. In der Mittelmeerregion zeigten die Populationen im Herbst ein eigenes Fressmuster. Die statistische Auswertung blieb auf drei Regionen beschränkt, weil für die Boreale, die Pannonische und die Alpine Region zu wenige Daten vorlagen. Die Autoren deuten an, dass Rehe ihre Fressstrategie an regionale Bedingungen anpassen und dabei einige grundlegende Ernährungsmuster beibehalten.
Die Studie wertete Fotofallendaten aus 19 alpinen und kontinentalen Gebieten in Österreich aus. Das Random-Encounter-Modell war bisher in Flächen kleiner als 10 km2 nicht erprobt. Die mittlere Präzision lag bei einem Variationskoeffizienten von 0,45 ± 0,03 und damit in der Größenordnung von Studien auf Flächen zwischen 46,6 und 501 km2. Größe und Form der Untersuchungsfläche hatten keinen signifikanten Einfluss auf den Variationskoeffizienten. Die Dichten aus gemittelten und aus standortspezifischen Parametern unterschieden sich statistisch nicht, ließen sich aber nicht durch dieselben Größen erklären. Daraus folgern die Autoren, dass ein vereinfachtes Verfahren mit gemittelten Parametern nicht ausreichend vergleichbare Ergebnisse liefert.
Verglichen wurden Sardinen, Erdnussbutter und ein kommerzieller Lockstoff sowie eine Kamera ohne Lockmittel als Kontrolle. Die Versuche fanden auf vier Flächen in Mittel- und Norditalien statt, vom Tieflandwald bis zum alpinen Buchenwald. Bei sieben von 13 Zielarten hing die Nachweiswahrscheinlichkeit vom verwendeten Lockmittel ab. Sardinen waren für Hundeartige und das Stachelschwein am wirksamsten, der kommerzielle Lockstoff für den Rothirsch. Die Kosteneffizienz der Methoden unterschied sich teils in der Größenordnung von Zehntausenden Euro. Die Autoren betonen, dass schon die Entscheidung, ob ein Lockmittel eingesetzt wird, und welches, die Kosteneffizienz stark beeinflusst.
Die Studie berechnete den Ernährungssicherheitswert von Wildfleisch, indem sie Näherungsverfahren für die Wildbestände mit Schattenpreisen kombinierte. Berechnet wurde dies für Elch, Reh, Wildschwein und Damhirsch, für Schweden insgesamt und für einzelne schwedische Verwaltungsbezirke (Län). Im Krisenfall entspricht das Fleisch dieser Populationen für ganz Schweden 1,2 % des Mindestenergieverbrauchs an Nahrung. Der Schattenpreis der Mindestenergie lag je nach Ausmaß des Krisenszenarios zwischen 0,1 und 4,2 Euro pro mcal. Bei den tatsächlichen Bestandsgrößen belief sich der Gesamtwert der Ernährungssicherheit auf höchstens 0,50 Milliarden Euro. Hohe Werte fanden sich in Bezirken mit vielen Elchen und Wildschweinen.
Untersucht wurde in Finnland, wie viele Hunde territoriale Wölfe töten, im Verhältnis zur Dichte der häufigsten Huftiere: Elch, Weißwedelhirsch und Reh. Die meisten Angriffe von Wölfen auf Hunde erfolgen bei der Jagd mit Hunden. Die Zahl der getöteten Hunde stand in einem hochsignifikant negativen Zusammenhang mit der Dichte des Weißwedelhirschs und der Huftierbiomasse je Flächeneinheit. Nach den Ergebnissen würde reichlich wildlebende Beute das Risiko verringern, dass Wölfe Hunde angreifen. Als Risikofaktor erschien eine geringe Huftierdichte in Regionen, in denen der Elch die einzige nennenswerte Huftierbeute ist.
Redaktionelle Einordnung von JAGDNAVIGATOR, Stand 11. Oktober 2026, mit KI-Unterstützung aus den Zusammenfassungen (Abstracts) der unten verlinkten Arbeiten erstellt und am 11. Oktober 2026 von der Redaktion freigegeben. Die Arbeiten stammen aus einer einzigen Fachzeitschrift und bilden nicht den gesamten Forschungsstand ab.
8 Studien zum Thema Rehwild
European Journal of Wildlife Research 72, 41
European Journal of Wildlife Research 72, 68
European Journal of Wildlife Research 72, 6
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European Journal of Wildlife Research 62, 43-49