Taktik, Wind und Thermik
Nach dem Schuss bleibt der Schütze regungslos auf dem Stand oder Hochsitz und behält den Anschuss sowie die Fluchtrichtung des Wildes im Auge. Den Wind weiter aufmerksam beobachten: Ein plötzlicher Windwechsel kann flüchtiges Wild verunsichern oder Nachsuchenhunde am Anschuss stören. Mindestens zehn bis fünfzehn Minuten absolute Ruhe einhalten, um beschossenem Wild die Möglichkeit zu geben, sich ohne weiteren Hetzdruck ins Wundbett einzustellen.
Ausrüstung
Benötigt werden Anschussband oder Markierband (Warnorange), Taschen- oder Stirnlampe mit Rotlichtfunktion für die Dunkelheit, Notizbuch oder Smartphone für GPS-Koordinaten, Anschuss-Markierungsbrüche sowie ein gut schneidendes Jagdmesser. Die Waffe bleibt geladen und gesichert für einen eventuell erforderlichen Fangschuss griffbereit.
Ziel und Grenzen
Der Kurzcheck dient der ersten schnellen Orientierung und Beweissicherung am Anschuss. Er ersetzt niemals die gründliche Nachsuche durch ein erfahrenes Schweißhundegespann. Zeigt der Anschuss kein eindeutiges Verenden in Sichtweite, darf der Schütze der Fährte keinesfalls eigenmächtig hunderte Meter folgen, um die Wundfährte nicht zu zertreten.
Voraussetzungen
Sicheres Registrieren des Schusszeichens beim Kugeleinschlag: Zeichnet das Stück mit Krummrücken (Waidwundschuss), bricht es vorne zusammen (Blattschuss) oder flieht es wie gesund mit tiefem Haupt? Exaktes Einprägen der Geländemarken (Baumstumpf, Astgabel, Grabenkante), an denen das Stück im Schuss stand.
Schritt für Schritt
1. Waffe nachladen und sichern, Anschuss weiter optisch fixieren. 2. Wartezeit von mindestens 10 bis 15 Minuten einhalten. 3. Anschuss vorsichtig von der Schusslinie her angehen. 4. Anschuss mit Bruch oder Signalband unverrückbar markieren. 5. Pirschzeichen (Schnitthaar, Knochensplitter, Schweißfarbe: hellrot-schaumig für Lunge, dunkelrot für Leber, grünlicher Panseninhalt) sichern und beurteilen. 6. Bei unklarem Ausgang unverzüglich den bestätigten Schweißhundeführer anfordern.
Sicherheit
Beim Herantreten an vermeintlich verendetes Wild stets von hinten herantreten, die Waffe schussbereit im Voranschlag halten und die Lichter (Augen) prüfen: Sind die Lichter gebrochen (offen und starr), ist das Stück verendet. Schließen sich die Lichter bei Berührung mit dem Lauf oder Ast an den Wimpern, lebt das Stück noch und erfordert sofortigen Fangschuss auf den Trägeransatz. Beim Ausüben der Jagd und beim Errichten von jagdlichen Einrichtungen bestehen besondere Risiken hinsichtlich Unfällen und Gesundheit. Die Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Jagd werden im Portal branchenspezifisch dargestellt. Es gibt Kurse, Broschüren, Checklisten, Unterweisungshilfen, Vorschriften und Downloads zum Thema Jagdsicherheit. Informationen zur sicheren und gesunden Jagdausübung und Arbeit im Revier sind im Bereich 'Sicheres Jagdwesen' verfügbar. Es gibt Tipps zur sicheren Erntejagd, da immer wieder schwere und tödliche Unfälle bei Erntejagden auftreten. Es gibt Seminare, die Grundlagen in Theorie und Praxis über aktuelle Arbeitsverfahren vermitteln. Es gibt Broschüren, die Anleitungen für den Bau von sicheren Hochsitzen enthalten.
Checkliste
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Häufige Fragen zu Nach-dem-Schuss-Kurzcheck (druckbare Karte)
Wie erkenne ich einen Weidwundschuss?
Grünlicher Schweiß mit Futterbestandteilen und säuerlichem Geruch. Das Wild flüchtet zunächst normal, wird aber zunehmend langsamer. Wartezeit: mindestens 4 bis 6 Stunden, besser Übernachtfährte.
Quellen und Evidenz
2 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 3.9.2026
Verordnung (EG) Nr. 853/2004 mit spezifischen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs
- Amtliche Primärquelle Abruf: 2.9.2026
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Jagd
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Österreich, Deutschland, Schweiz
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 2 Primärquellen hinterlegt
