Taktik, Wind und Thermik
Windrichtung und Thermik beeinflussen nicht nur den Jagderfolg, sondern auch die Schussakustik und die Wahrnehmung von Warnrufen oder Treibersignalen im Gelände. Schützen müssen bei böigem Wind besonders aufmerksam auf akustische Signale achten.
Ausrüstung
Signalmütze oder Signalband in Warnorange (in Deutschland VSG 4.4), splitterfreie Schießbrille gegen Zweigschlag, aktiver Kapselgehörschutz, Rettungsdecke, Tourniquet und Israeli Bandage am Mann sowie ein geladenes Mobiltelefon mit gespeicherten Revier-Rettungspunkten.
Ziel und Grenzen
Das JAGDNAVIGATOR-Sicherheitssystem definiert verbindliche Standards für den gefahrlosen Umgang mit Schusswaffen, Munition und Reviereinrichtungen im jagdlichen Alltag. Ziel ist die vollständige Vermeidung von Personen-, Sach- und Tierschutzunfällen durch feste Routinen und automatisierte Sicherheitsprüfungen vor jeder Jagdhandlung. Grenzen: Kein technisches Sicherungssystem, keine Handspannung und kein Schalldämpfer kann menschliche Unachtsamkeit kompensieren. Sicherheit entsteht ausschließlich durch lückenlose Disziplin des Schützen. Sobald Stress, Müdigkeit oder Hektik auftreten, hat das Einstellen der Jagdausübung Vorrang vor jedem Jagderfolg. Ein unklarer Schuss ist der Schuss, der niemals fallen darf.
Voraussetzungen
Grundvoraussetzung ist die Beherrschung der waffentechnischen Funktionen der eigenen Jagdwaffe und deren regelmäßige Wartung durch den Büchsenmacher. Jeder Jäger muss die geltenden Unfallverhütungsvorschriften (in Deutschland UVV Jagd / VSG 4.4 der SVLFG) verinnerlicht haben und regelmäßig Schießnachweise auf dem Schießstand erbringen. Zur persönlichen Sicherheitsausstattung gehören aktiver Gehörschutz, splitterfreie Schutzbrille, Signalbänder für die Kopfbedeckung und ein am Körper getragenes Erste-Hilfe-Notfallset inklusive Tourniquet und Druckverband. Alle Hochsitze im Revier müssen jährlich auf Standfestigkeit, morsche Holzteile und Sprossensicherheit geprüft und dokumentiert sein.
Schritt für Schritt
Vor dem Verlassen des Hauses oder Waffenschranks wird der Ladezustand kontrolliert: Waffen werden grundsätzlich entladen transportiert. Im Revier wird die Waffe erst auf dem Hochsitz oder am Stand geladen und verbleibt dort gesichert bzw. entspannt. Vor dem Schuss wird das Ziel zweifelsfrei angesprochen, der Schussbereich abgetastet und der natürliche Kugelfang geprüft. Erst unmittelbar vor der Schussabgabe wird entsichert oder gespannt. Nach der Schussabgabe oder bei Abbruch wird sofort wieder gesichert bzw. entspannt. Vor dem Abbaumen, vor dem Überwinden von Gräben, Zäunen oder Hindernissen sowie vor dem Einsteigen ins Auto wird die Waffe vollständig entladen und das Patronenlager geöffnet überprüft. Bei Gesellschaftsjagden bleibt der Verschluss offen.
Sicherheit
Die Mündung einer Schusswaffe zeigt immer in eine Richtung, in der niemand gefährdet werden kann – selbst im nachweislich entladenen Zustand. Der Zeigefinger berührt den Abzug erst in der Sekunde der bewussten Schussabgabe und liegt ansonsten lang am Abzugsbügel gestreckt. Schüsse in Gewässer, auf gefrorenen Boden oder steinigen Untergrund bergen tödliche Abprallergefahren und sind verboten. Schusswaffen werden im Auto stets ungeladen und in verschlossenen Futteralen geführt. Bei jedem Jagdunfall greift sofort die Rettungskette: Erste Hilfe leisten, Rettungspunkt im Revier ansteuern und Notruf über 112 (DE/AT) bzw. 144 (CH/AT) oder 140 (Bergrettung AT) absetzen. Die SVLFG stellt Broschüren bereit, die sich unter anderem mit sicheren Hochsitzen und der sicheren Erntejagd befassen. Die SVLFG bietet Kurse und Seminare an, die sich unter anderem mit Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Jagd befassen. Die SVLFG betont die Bedeutung von Sicherheit bei der Jagd und weist darauf hin, dass Verantwortung und Sorgfalt erforderlich sind.
Vorgaben aus Merkblättern und Verordnungen
Die Broschüre B46 „Sicherer Einsatz von Klettersitzen“ behandelt ebenfalls Sicherheitsvorgaben für den Benutzer von Klettersitzen.
Checkliste
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Häufige Fragen zu Jagdsicherheit als System
Was sind die vier Grundregeln der Waffensicherheit?
1. Jede Waffe ist geladen, bis das Gegenteil bewiesen ist. 2. Die Mündung zeigt nie auf etwas, das man nicht zerstören will. 3. Der Finger bleibt außerhalb des Abzugsbügels, bis das Ziel erfasst ist. 4. Ziel und Hintergrund müssen sicher identifiziert sein.
Quellen und Evidenz
2 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 2.9.2026
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Jagd
- Amtliche Primärquelle Abruf: 20.9.2026
Bundesjagdgesetz § 19 Sachliche Verbote
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Österreich, Deutschland, Schweiz
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 2 Primärquellen hinterlegt