Taktik, Wind und Thermik
Der Wind ist der wichtigste Sinnesfaktor des Schalenwildes: Seine Geruchswahrnehmung ist der menschlichen um das Tausendfache überlegen. Jede Jagdplanung muss sich nach der vorherrschenden Windrichtung richten. Ansitz und Pirsch erfolgen stets gegen den Wind (Wind von vorn) oder mit halbem Wind (halber Gegenwind), niemals mit dem Wind im Rücken.
Ausrüstung
Windprüfer mit geruchlosem Talkum- oder Kreidepulver, Seifenblasen oder elektronische Windmessgeräte. Kleidung aus geräuschlosem Loden oder geruchsneutralisierenden Fasern.
Ziel und Grenzen
Verständnis der Gesetzmäßigkeiten von Wind, Wetterfronten und kleinräumiger Thermik zur Vermeidung von Fehlansitzen und Vergrämung des Reviers. Wetterextreme wie Sturm ab Windstärke 8 verbieten das Besteigen von Hochsitzen aus Sicherheitsgründen.
Voraussetzungen
Regelmäßiges Studium regionaler Wetter- und Windprognosen (ICON-D2-Modelle) sowie genaue Kenntnis der Geländestruktur im Revier (Täler, Bergkuppen, Waldränder beeinflussen die Windströmung massiv).
Schritt für Schritt
1. Windprüfung am Ausgangspunkt mit dem Windprüfpulver. 2. Berücksichtigung der Hangthermik: Morgens steigt die erwärmte Luft den Hang hinauf (Aufwind), abends sinkt die kühle Luft talwärts in die Senken (Abwind). 3. Kanzelwahl passend zur vorhergesagten Windrichtung für die gesamte Ansitzdauer. 4. Kontrolle möglicher Windwirbel an Waldkanten und Schneisen. 5. Bei kreisendem Wind Ansitz abbrechen oder geschlossene Kanzel wählen.
Sicherheit
Bei aufkommendem Gewitter oder Sturm Hochsitze sofort verlassen: Blitzschlaggefahr auf freien Kanzeln und akute Gefahr durch Astabbruch und Windwurf im Altholz. Beim Jagen und beim Errichten von jagdlichen Einrichtungen bestehen erhöhte Risiken für Unfälle und Gesundheitsschäden. Broschüren und Flyer sind verfügbar. Hier erhalten Sie Tipps zur sicheren Erntejagd. Es gibt das Seminar „Sicher und gesund arbeiten im Klein-Privatwald“, das Grundlagen zur sicheren Arbeit im Revier vermittelt. Es gibt Seminare zur sicheren Arbeit in der Forstwirtschaft, wie z. B. 'Sicher und gesund arbeiten in der Forstwirtschaft'. Die Broschüre B11 Jagd kann bestellt werden. Broschüren zur sicheren Hochsitzkonstruktion sind verfügbar. Broschüren zur sicheren Erntejagd sind verfügbar. Broschüren zum sicheren Einsatz von Klettersitzen sind verfügbar.
Vorgaben aus Merkblättern und Verordnungen
Ist ein Grundstück einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk zugeordnet oder an ihn angeschlossen und wird es durch Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen beschädigt, so ist die Jagdgenossenschaft verpflichtet, dem Geschädigten den Wildschaden zu ersetzen. Die Jagdgenossen tragen den aus der Genossenschaftskasse gewährten Ersatz entsprechend dem Verhältnis der Flächeninhalte ihrer beteiligten Grundstücke. Hat der Jagdpächter den Ersatz des Wildschadens vollständig oder zum Teil übernommen, so ist er verpflichtet, den Ersatz zu leisten. Soweit der Geschädigte vom Pächter keinen Ersatz erhält, haftet weiterhin die Jagdgenossenschaft; ihre Ersatzpflicht entfällt insoweit nicht.
Checkliste
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Häufige Fragen zu Wind, Wetter und Thermik lesen
Wie prüfe ich den Wind ohne Gerät?
Feine Asche, Samen, Grassamen oder Puder in die Luft geben. Alternativ: feuchter Finger in die Luft halten (kühle Seite = Windrichtung). Rauch einer Zigarette oder eines Grashalms zeigt ebenfalls die Windrichtung.
Quellen und Evidenz
2 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 11.8.2026
Bundesjagdgesetz (BJagdG)
- Amtliche Primärquelle Abruf: 2.9.2026
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Jagd
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Österreich, Deutschland, Schweiz
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 2 Primärquellen hinterlegt
