Taktik, Wind und Thermik

Der Geruchssinn des Schwarzwilds ist um ein Vielfaches schärfer als der des Hundes. Steht der Wind auch nur minimal Richtung Einstand, bleibt die Rotte im dichten Bewuchs. Bei Abkühlung am Abend fällt die Luft im Hanggelände als 'Fallwind' nach unten ins Tal.

Mond, Licht und Tageszeit

Optimal für den Ansitz ohne Wärmebildzielfernrohr ist das zweite und dritte Mondviertel bei klarem Himmel oder leichter Bewölkung. Zu helles Vollmondlicht lässt erfahrene Keiler jedoch oft im dichten Wald verharren.

Ausrüstung

Lichtstarkes Doppelglas (8x56), Wärmebild-Handgerät, geräuschlose Lodenbekleidung, Ansitzsack und Zielstock für den Pirschgang.

Ziel und Grenzen

Ziel der Ansitzjagd bei Nacht und Dämmerung ist die selektive, ruhige und waidgerechte Bejagung von Schalenwild und Beutegreifern an bekannten Schadflächen, Schadensschwerpunkten oder Hauptwechseln. Die Methode minimiert Beunruhigung im Revier, weil der Jäger stationär bleibt. Grenzen der Jagdart liegen dort, wo Büchsenlicht, Hinterland und sicheres Ansprechen nicht mehr zweifelsfrei gewährleistet sind. Insbesondere der Schutz führender Bachen nach Paragraf 22 Absatz 4 Bundesjagdgesetz und den Landesjagdgesetzen verlangt absolute Gewissheit vor dem Schuss. Künstliche Lichtquellen oder Nachtsichttechnik unterliegen strikten landesrechtlichen Vorschriften und entbinden niemals von der Pflicht zum gewachsenen Kugelfang.

Voraussetzungen

Erforderlich sind gründliche Revierkenntnis über Einstände, Äsungsflächen und die tageszeitlichen Wechsel des Wildes. Ein stabiler, geräuscharmer Hochsitz oder eine geschlossene Kanzel mit guter Schussauflage ist unverzichtbar. Vor dem Ansitz sind lokale Wetterdaten, Mondphase und die vorherrschende Windrichtung abzugleichen. Zur jagdlichen Grundausstattung gehören ein lichtstarkes Fernglas, verlässliche Zieloptik, lautlose Kleidung, ein Sitzkissen und ein funktionierender Windprüfer. Für die spätere Bergung müssen Bergegurt, Stirnlampe und Wildwanne einsatzbereit im Fahrzeug liegen.

Schritt für Schritt

Der Ansitz beginnt mit dem rechtzeitigen, lautlosen Angehen des Hochsitzes gegen oder quer zur Windrichtung, bevor das Wild austritt. Auf der Kanzel wird die Waffe lautlos geladen, gesichert und stabil auf der Schussauflage eingerichtet. Der Wind wird in regelmäßigen Intervallen überprüft. Tritt Wild aus, erfolgt zunächst das ruhige und vollständige Ansprechen nach Wildart, Alter, Geschlecht und Sozialstatus. Erst wenn das ausgewählte Stück breit und verhofft steht und das Umfeld frei von anderen Stücken ist, wird entsichert und die Kugel angetragen. Nach dem Schuss verharrt der Jäger aufmerksam auf dem Sitz, repetiert leise nach und merkt sich Schusszeichen, Fluchtrichtung und das letzte Vernehmen.

Sicherheit

Absolute Sicherheit beim Ansitz erfordert vor jedem Einrichten einen gewachsenen, natürlichen Kugelfang durch Hanglage oder ausreichenden Winkel zum Erdboden. Schüsse in Richtung von Horizonten, Bergrücken, Straßen oder Gehöften sind ausnahmslos verboten. Beim Besteigen und Verlassen der Leiter bleibt die Waffe entladen und gesichert auf dem Rücken. Nach dem Schuss wird die Waffe gesichert und entladen, bevor der Hochsitz verlassen wird. Bei unklarer Trefferlage oder einer Flucht ins Dickicht wird nachts keine Nachsuche auf eigene Faust unternommen, sondern der Anschuss verbrochen und am nächsten Morgen ein brauchbarer Schweißhund eingesetzt.

Checkliste

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Häufige Fragen zu Nachtansitz, Mondphasen & Windtaktik auf Schwarzwild

Wie wirkt sich Hangabwind bei der Abenddämmerung aus?

Wenn die Sonne sinkt und der Boden abkühlt, strömt die kältere Luft hangabwärts ins Tal. Sitzt man oberhalb des Wildes, weht der eigene Geruch direkt zum Wild hinab.

Quellen und Evidenz

1 Eintrag
  1. Amtliche Primärquelle Abruf: 26.8.2026

    Open-Meteo Weather API & High-Resolution Numerical Weather Prediction (DWD ICON-D2, ECMWF)

    Open-Meteo GmbH / Deutscher Wetterdienst (DWD) Primärdokument öffnen ↗

Geltung und Prüfstand

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Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: Dr. Wolfgang Spiess-Knafl