Wildbiologische Studie

Raptors, racing pigeons and perceptions of attacks

Brieftaubenzüchter halten Greifvögel fast einstimmig für die Hauptverlustursache - frühere Studien zeigen, dass nur ein kleiner Teil der Verluste auf sie zurückgeht.

Autorinnen & Autoren
Esther F. Kettel, Richard W. Yarnell, John L. Quinn, Louise K. Gentle
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 67, 73 (2021)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Bibliografische Zitierweise: Esther F. Kettel, Richard W. Yarnell, John L. Quinn, Louise K. Gentle (2021): Raptors, racing pigeons and perceptions of attacks. In: European Journal of Wildlife Research 67, 73. https://doi.org/10.1007/s10344-021-01513-2

Wie hoch sind die Taubenverluste durch Greifvögel tatsächlich, und wie nehmen Brieftaubenzüchter sie wahr?

Die Studie in Kürze

Methodik & Datenbasis
Fragebogenerhebung in Verbindung mit einer Online-Meldefunktion für Greifvogelangriffe, ausgewertet auf Häufigkeit der Verluste und Wahrnehmung der Züchter.
Befunde
Züchter mit mehr Tauben und mehr Wettflügen verloren einen höheren Anteil ihrer Tiere. Die Verluste hingen von der Greifvogelart ab: Sperber griffen Tauben eher am Schlag an, Wanderfalken eher während des Trainings, jeweils im Zusammenhang mit der Brutzeit der Greifvögel. Die Züchter waren sich nahezu einstimmig darin, dass Greifvögel die Zukunft ihres Hobbys bedrohen. Frühere Studien zeigen jedoch, dass nur ein kleiner Anteil der Wettflugtauben Greifvögeln zum Opfer fällt - die Autoren sehen darin eine mögliche Diskrepanz zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Verlustursache.
Einordnung für die Praxis
Ein Musterbeispiel für einen Konflikt, der von Wahrnehmung getragen wird: Der wirksamste Ansatz ist hier Aufklärung über die tatsächlichen Verlustanteile, nicht Eingriff in den Greifvogelbestand. Konkret empfehlen die Autoren, die Wettflugsaison um einen Monat zu verschieben und Taubenschläge im Garten sorgfältig zu platzieren.
Grenzen der Studie
Befragungsdaten und Selbstmeldungen: Beides ist anfällig für Erinnerungs- und Auswahlfehler, und die tatsächlichen Verlustanteile stammen aus früheren Arbeiten, nicht aus eigener Messung.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

KIKI-generierte Zusammenfassung. Was das heißt

Die Arbeit im Einzelnen

Fragestellung und Methode

Die Untersuchung erfolgte mithilfe von Online-Fragebögen. Zudem gab es eine Online-Meldung für Greifvogelangriffe. Die Daten umfassten Antworten von 665 Teilnehmern. Die Rücklaufquoten stammen hauptsächlich aus England (63,91 %), gefolgt von Schottland (20,60 %), Wales (7,22 %), der Republik Irland (3,01 %) und Nordirland (2,56 %). Die Studie untersuchte, ob Angriffe von Greifvögeln wie Wanderfalke und Sperber in verschiedenen Situationen beobachtet wurden.

Grenzen und Folgerungen der Autoren

Die Studie verwendet Daten, die durch Fragebögen und eine Online-Meldungsfunktion für Greifvogelangriffe erhoben wurden. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Daten inhärenten Verzerrungen unterliegen, da beispielsweise nicht alle Teilnehmer Angriffe beobachtet haben oder weil nur solche, die Angriffe beobachtet haben, ein Interesse an der Studie hatten. Die Studie betont, dass die Empfehlungen auf der Annahme beruhen, dass alle Tauben gleiche Qualität und Chancen auf Zielverlust haben, was in der Realität möglicherweise nicht zutrifft. Die Autoren betonen, dass es ein mögliches Missverhältnis zwischen der wahrgenommenen und tatsächlichen Rolle von Greifvögeln bei Taubenverlusten gibt. Die Autoren weisen darauf hin, dass eine Kontrolle der Greifvogelbestände aufgrund der hohen Schutzmaßnahmen unwahrscheinlich ist.

Ergebnisse im Einzelnen

Knapp die Hälfte der Befragten verlor über 20 Tauben pro Jahr. Die beobachteten Angriffe von Sperbern stiegen im Januar an und erreichten ihren Höhepunkt im März und April.

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Geltung und Prüfstand

Gilt für
Mensch-Wild-Konflikt & Akzeptanz; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Prüfvermerk
Bibliografie verifiziert; Zusammenfassung redaktionell erstellt
Primärquellen
Originalpublikation über DOI