Wasser und Nahrung
Der menschliche Organismus kann mehrere Wochen ohne feste Nahrung auskommen, doch bereits nach 24 bis 48 Stunden ohne Flüssigkeitszufuhr drohen schwere Kreislaufstörungen, Verwirrung und irreversible Nierenschäden. Im Jagdbetrieb führt schon leichter Flüssigkeitsmangel nach wenigen Stunden zu Konzentrationsverlust, Zielfehlern und erhöhter Sturzgefahr. Wasser aus natürlichen Oberflächengewässern darf im mitteleuropäischen Raum niemals ungeprüft getrunken werden, da Weidevieh, Schalenwild und Nager gefährliche Erreger wie Giardien, Kryptosporidien, Leptospiren und Bandwurmeier eintragen.
Notfall im Gelände
Die sicherste Methode zur Trinkwasseraufbereitung ist das sprudelnde Abkochen über mindestens drei Minuten. Steht im Gelände kein Kochgeschirr zur Verfügung, entfernen moderne Hohlfaser-Outdoorfilter (Porengröße 0,1 Mikron) Bakterien und Protozoen zuverlässig. Ergänzend können chemische Entkeimungstabletten auf Chlordioxidbasis genutzt werden. Bei trübem Moor- oder Bachwasser muss die Trübung vor der Filtration durch ein Stofftuch oder einen Sandfilter vorgeklärt werden.
Kälte und Gebirge
Schnee und Gletschereis dürfen niemals in festem Zustand direkt gegessen werden: Das Schmelzen im Mund entzieht dem Körper enorme Wärmemengen und beschleunigt eine Unterkühlung gravierend. Schnee stets im Kocher oder an der Wärmequelle schmelzen und mit einer Prise Salz, Notmineralien oder Trockenfruchtpulver anreichern, da reines Schmelzwasser demineralisiert ist und den Elektrolythaushalt belastet.
Ziel und Grenzen
Auf die Suche nach Notnahrung aus unbekannten Wildpflanzen, Pilzen oder Wurzeln sollte im Revier vollständig verzichtet werden: Vergiftungsrisiken (z.B. Gefleckter Schierling, Knollenblätterpilz) überwiegen den geringen Brennwert um ein Vielfaches. Zwei hochkalorische Riegel, Traubenzucker und Trockenfleisch im Rucksack reichen zur Überbrückung eines 48-Stunden-Notfalls im DACH-Raum völlig aus.
Sicherheit
Wasserstellen im Revier (Quellaustritte, Schilfkanten) sind bevorzugte Einstände und Wechsel für Rot- und Schwarzwild. Bei der Wasserentnahme in der Dämmerung aufmerksam sichern und das Ufer langsam angehen, um weder wehrhaftes Wild aufzuschrecken noch in unbefestigte Schlammufer einzubrechen.
Vorgehen
Bei erkrankten Feldhasen können auffällige Bewegungsabläufe und das Fehlen von Fluchtreaktionen beobachtet werden. Beim Umgang mit erregerhaltigen Flüssigkeiten, insbesondere beim Zerlegen von Feldhasen, kann es durch Kontakt, Schmierinfektion oder Spritzer zu einer Übertragung kommen, ebenso durch Zeckenbisse oder Insektenstiche. Verendete oder kranke, getötete Feldhasen sowie erlegte Feldhasen mit krankhaften Veränderungen an den inneren Organen dürfen nicht weggeworfen oder vergraben werden. Sie sollten entweder zur Untersuchung an das IVET in Mödling geschickt oder seuchensicher entsorgt werden.
Checkliste
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Häufige Fragen zu Wasser und Notnahrung: Trinkbar, haltbar, ohne Experiment
Kann ich Bachwasser trinken?
Nicht unbehandelt. Oberhalb von Siedlungen und Weiden sinkt das Risiko, verschwindet aber nicht. Abkochen, Filtern oder Tabletten bleiben der Standard.
Quellen und Evidenz
2 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 19.8.2026
Tularämie (Hasenpest)
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 19.8.2026
Leitfaden Rehkitzrettung mit Drohne und Wärmebild
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Österreich, Deutschland, Schweiz
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 1 Primärquelle hinterlegt
