Herkunft und Zucht
Um die Jahrhundertwende wurde in einigen Schweizer Kantonen das System der Revierjagd eingeführt. Da die mittelgroßen Schweizer Laufhunde im Revier als zu schnell galten, beschloss man, diese durch kleinere, niederläufige Hunde zu ersetzen. Durch planmäßige Zuchtauslese und gezielte Kreuzungen entstand der Niederlaufhund.
Am 1. Juni 1905 wurde der Schweizerische Dachsbracken-Club gegründet (heute Schweizer Niederlaufhund- und Dachsbracken-Club, SNLC). Der offizielle FCI-Standard Nr. 60 fasst die vier Farbschläge zusammen. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.
Leistungsprofil
Der Schweizer Niederlaufhund ist ein Brackenschlag, der spur- und fährtenlaut das entsprechende Wild verfolgt und selbstständig jagt. Er hält die Fährte sicher und jagt mit wohlklingender Laute anhaltend.
Er sucht und sticht mit großer Sicherheit auch in schwierigem Gelände. Zudem eignet sich der Schweizer Niederlaufhund vorzüglich für die Schweißarbeit, bei der er seine feine Nase und ruhige Konzentration unter Beweis stellt.
Gesundheit und Vorsorge
Zur Zucht dürfen ausschließlich funktional und klinisch gesunde Hunde mit rassetypischem Gebäude herangezogen werden. Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
Hunde mit deutlichen physischen Anomalien oder Verhaltensstörungen werden ausgeschlossen. Das kurze Deckhaar (bzw. das Rauhhaar beim Berner) bietet Schutz bei der Revierarbeit und erfordert regelmäßige Kontrolle nach Dickungseinsätzen.
Haltung und Auslastung
Als passionierter kleiner Laufhund mit Arbeitsprüfung verlangt der Schweizer Niederlaufhund jagdliche Beschäftigung. Seine Eignung für Schweiß- und Fährtenarbeit bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten.
Wegen seines freundlichen und führigen Wesens lässt er sich angenehm halten, vorausgesetzt, sein ausgeprägter Finderwille und Bewegungsdrang werden im Revier gefordert.
Rassestandard
Nach dem FCI-Standard Nr. 60 ist der Schweizer Niederlaufhund ein kleinerer Laufhund von rechteckigem Format und kräftigem Bau. Die Widerristhöhe beträgt bei Rüden 35 bis 43 cm und bei Hündinnen 33 bis 40 cm (mit einer Toleranz von ±2 cm). Die Rute reicht bis zum Sprunggelenk; in ruhiger Situation und Gangart wird sie hängend und ohne wesentliche Biegung getragen, bei Aufmerksamkeit und in Aktion leicht nach oben, niemals jedoch über den Rücken gekrümmt oder gerollt.
Der Standard führt vier Farbschläge auf:
- Berner Niederlaufhund: Weiß und schwarz mit lohfarbenen Abzeichen; als Glatthaar oder Rauhhaar mit wenig Unterwolle und leichtem Bart.
- Jura Niederlaufhund: Lohfarben mit schwarzem Mantel oder schwarz mit lohfarbenen Abzeichen; kurzes, glattes Haar.
- Luzerner Niederlaufhund: Grundfarbe grau-weiß gewolkt oder blau-weiß gesprenkelt mit schwarzen Flecken oder Sattel und lohfarbenen Abzeichen.
- Schwyzer Niederlaufhund: Weiß mit roten bis orangegelben Flecken oder einem Sattel; kurzes, glattes Haar.
Wesen und Arbeitsweise
Der Standard beschreibt den Schweizer Niederlaufhund als feinnasigen, flinken, ausdauernden und passionierten kleinen Laufhund. Im Wesen ist er freundlich, nicht ängstlich oder aggressiv, mit einem ruhigen bis lebhaften Temperament.
Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde entsprechen nicht dem Standard und gelten als disqualifizierende Zuchtfehler.
Prüfungen und Zuchtzulassung
Der Schweizer Niederlaufhund wird im FCI-Standard in der Gruppe 6, Sektion 1.3 (Kleine Laufhunde) mit Arbeitsprüfung geführt.
In den Prüfungen werden das spur- und fährtenlaute Jagen, das selbstständige Suchen und Stechen des Wildes sowie die vorzügliche Eignung für die Schweißarbeit überprüft.
Vor der Anschaffung
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Häufige Fragen zu Schweizer Niederlaufhund (Petit Chien Courant Suisse)
Warum wurde der Schweizer Niederlaufhund gezüchtet?
Um die Jahrhundertwende wurde in Schweizer Kantonen das Revierjagdsystem eingeführt. Da die mittelgroßen Schweizer Laufhunde im Revier als zu schnell galten, züchtete man durch Auslese und Kreuzungen kleinere, niederläufige Laufhunde mit tieferem Schwerpunkt.
Wie verhält sich der Niederlaufhund bei der Jagd?
Der Standard beschreibt ihn als feinnasig, flink, ausdauernd und passioniert. Er hält die Fährte sicher, jagt spur- und fährtenlaut mit wohlklingendem Geläut und sucht und sticht das Wild selbstständig auch in schwierigem Gelände.
Welche Farbschläge gibt es beim Schweizer Niederlaufhund?
Der Standard unterscheidet vier Farbschläge: Berner (weiß-schwarz mit Brand; Glatt- oder Rauhhaar), Jura (lohfarben mit Mantel oder schwarz mit Brand), Luzerner (grau-weiß gewolkt oder blau-weiß gesprenkelt) und Schwyzer (weiß mit roten Flecken/Sattel).
Wie wird die Rute des Schweizer Niederlaufhundes getragen?
In ruhiger Situation und Gangart wird die Rute hängend und ohne wesentliche Biegung getragen. Bei Aufmerksamkeit und in Aktion wird sie leicht nach oben getragen, niemals jedoch über den Rücken gerollt.
Eignet sich die Rasse für die Schweißarbeit?
Ja. Der offizielle FCI-Standard Nr. 60 hebt ausdrücklich hervor, dass sich der Schweizer Niederlaufhund vorzüglich für die Schweißarbeit eignet.
Quellen und Evidenz
3 Einträge- Fachverband / Körperschaft Abruf: 9.8.2026
Laufhunde
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 11.9.2026
FCI-Nomenklatur der Hunderassen
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 13.9.2026
FCI-Standard Nr. 60: Schweizer Niederlaufhund
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Österreich, Deutschland, Schweiz
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 3 Fachquellen hinterlegt
