Welchen Umfang haben legaler und illegaler Bärenhandel in Tschechien, und woher stammen die Waren?
Die Studie in Kürze
Tschechien 2010 bis 2018: 495 legal eingeführte Bärenteile, überwiegend Trophäen aus Kanada und Russland - daneben 36 Beschlagnahmen mit 346 Gegenständen.
- Methodik & Datenbasis
- Auswertung der gemeldeten legalen Einfuhren für 2010 bis 2018 sowie aller Beschlagnahmen der tschechischen Umweltinspektion von Januar 2005 bis Februar 2020.
- Befunde
- Tschechien meldete für 2010 bis 2018 legale Einfuhren von 495 Bärenteilen, überwiegend Trophäen aus Kanada und Russland. Im selben Zeitraum bestand illegaler Handel mit Bärenteilen und -erzeugnissen für Medizin sowie mit Trophäen. Von Januar 2005 bis Februar 2020 wurden 36 Beschlagnahmen mit insgesamt 346 Gegenständen vorgenommen. Die meisten Fälle betrafen Trophäen - Decken, Schädel, Präparate - überwiegend aus Kanada, Russland und den USA, gefolgt von traditionellen Arzneimitteln mit angeblichen Bärenbestandteilen, meist aus Vietnam und China. Drei Fälle betrafen Souvenirs oder Schmuck, einer lebende Bärenjunge. Die meisten Beschlagnahmen betrafen Sendungen aus Vietnam, dann Kanada und Russland.
- Einordnung für die Praxis
- Für Trophäeneinfuhr aus Nordamerika und Russland: Der legale Weg ist der übliche und zahlenmäßig dominierende - die Beschlagnahmen betreffen zu einem großen Teil genau dieselben Warenarten aus denselben Ländern, nur ohne Papiere. Da alle beteiligten Staaten CITES-Vertragsparteien sind, besteht der Mechanismus zur gemeinsamen Bekämpfung; er muss nur genutzt werden.
- Grenzen der Studie
- Beschlagnahmen zeigen den entdeckten Anteil des illegalen Handels, nicht dessen Umfang. Die Zeiträume für legale Einfuhren (2010-2018) und Beschlagnahmen (2005-2020) sind unterschiedlich und nur eingeschränkt vergleichbar.
Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren.
Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.