Herkunft und Zucht

Der Schweizer Laufhund hat einen sehr alten Ursprung in der Schweiz. Sein Vorkommen zur Zeit der Römer ist durch ein in Avenches gefundenes Mosaik nachgewiesen, das Meutehunde zeigt, deren Varietäten mit den heutigen Schweizer Laufhunden übereinstimmen. Im 15. Jahrhundert schätzten italienische Hundeliebhaber und im 18. Jahrhundert französische Jäger die Rasse wegen ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten bei der Hasenjagd.

Die ursprüngliche Zucht wurde durch französische Meutehunde beeinflusst, die von Schweizer Söldnern mitgebracht wurden. Im Jahr 1882 wurde für jede der fünf damaligen Varietäten ein eigener Standard erstellt. Nach dem Verschwinden des Thurgauer Laufhundes wurde am 22. Januar 1933 ein einheitlicher FCI-Standard für die vier verbliebenen Varietäten geschaffen. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Leistungsprofil

Der Schweizer Laufhund ist ein passionierter Brackenschlag, der spurlaut Hase, Reh, Fuchs und gelegentlich das Wildschwein jagt. Er arbeitet selbstständig mit ausgeprägter Fährtensicherheit.

Er sucht und sticht das Wild mit großer Sicherheit auch in schwierigem, unübersichtlichem Gelände. Dank seiner feinen Nase, seiner Ausdauer und seines Finderwillens eignet er sich hervorragend für die ausdauernde Fährtenarbeit und die traditionelle laute Jagd.

Gesundheit und Vorsorge

Zur Zucht dürfen gemäß Standard ausschließlich funktional und klinisch gesunde Hunde herangezogen werden. Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Hunde mit deutlichen physischen Anomalien oder Verhaltensstörungen werden von der Zucht ausgeschlossen. Das kurze, dichte Fell bietet Schutz bei der Arbeit; die langen Behänge bedürfen nach Einsätzen in feuchter Vegetation regelmäßiger Kontrolle.

Haltung und Auslastung

Als ausdauernder Laufhund mit Arbeitsprüfung verlangt der Schweizer Laufhund regelmäßige Bewegung und jagdliche Aufgaben. Seine feine Nase und sein Arbeitswille fordern eine angemessene Auslastung.

Wegen seines empfindsamen und anhänglichen Wesens benötigt er eine konsequente, aber sanfte Führung ohne übertriebene Härte. Ein enger Anschluss an den Hundeführer fördert die Arbeitsfreude und Verlässlichkeit.

Rassestandard

Nach dem FCI-Standard Nr. 59 ist der Schweizer Laufhund ein mittelgroßer Hund von guter körperlicher Verfassung, die Ausdauer und Leistungsfähigkeit anzeigt. Die Widerristhöhe beträgt bei Rüden 49 bis 59 cm und bei Hündinnen 47 bis 57 cm. Der Kopf ist trocken mit langem Fang und langen, tief angesetzten, gefalteten Behängen. Die Rute ist mittellang und verjüngt sich gegen das Ende; in ruhiger Situation und Gangart wird sie meist hängend ohne wesentliche Biegung getragen, bei Aufmerksamkeit und in Aktion über der Rückenlinie, jedoch niemals darüber gerollt.

Der Standard unterscheidet vier Varietäten nach ihrer Farbgebung:

  1. Berner Laufhund: Weiß mit schwarzen Flecken oder einem schwarzen Sattel, mit blassen bis kräftigen lohfarbenen Abzeichen über den Augen, an den Backen, auf der Innenseite der Behänge und um den Anus.
  2. Jura-Laufhund: Lohfarben mit schwarzem Mantel oder schwarz mit lohfarbenem Brand über den Augen, an den Backen, um den Anus und an den Gliedmaßen.
  3. Luzerner Laufhund: Grundfarbe ist eine blaue Verbindung von schwarzen und weißen Haaren, sehr stark gesprenkelt, mit schwarzen Flecken oder einem schwarzen Sattel sowie lohfarbenen Abzeichen. Ein schwarzer Mantel ist zulässig.
  4. Schwyzer Laufhund: Weiß mit orangen Flecken oder einem orangen Sattel; manchmal mit einigen orangen Tupfen. Ein oranger Mantel ist zulässig.

Wesen und Arbeitsweise

Der FCI-Standard beschreibt den Schweizer Laufhund als lebhaft und passioniert für die Jagd. Zugleich ist er empfindsam, leicht zu führen und anhänglich gegenüber seiner Bezugsperson.

Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde entsprechen nicht dem Standard und gelten als disqualifizierende Zuchtfehler. Bei sachkundiger und einfühlsamer Führung beweist die Rasse große Zuverlässigkeit im Revier und im Alltag.

Prüfungen und Zuchtzulassung

Der Schweizer Laufhund wird im FCI-Standard in der Gruppe 6 (Laufhunde) mit Arbeitsprüfung geführt.

Die Prüfungen überprüfen die angeborenen Anlagen wie Spurlaut, Fährtenwille, Suchen und Stechen des Wildes sowie die Führigkeit und Ausdauer bei der Fährten- und Revierarbeit.

Vor der Anschaffung

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Häufige Fragen zu Schweizer Laufhund (Berner, Jura, Luzerner, Schwyzer)

Welche vier Varietäten des Schweizer Laufhundes gibt es?

Der FCI-Standard Nr. 59 unterscheidet vier Varietäten: Berner Laufhund (weiß-schwarz mit Brand), Jura-Laufhund (lohfarben mit Mantel oder schwarz mit Brand), Luzerner Laufhund (blauschimmelig gesprenkelt aus schwarzen und weißen Haaren mit Flecken/Sattel) und Schwyzer Laufhund (weiß mit orangen Flecken oder Sattel).

Wie wird die Rute des Schweizer Laufhundes nach dem Standard getragen?

Die Rute wird in ruhiger Situation und Gangart meist hängend ohne wesentliche Biegung getragen. Bei Aufmerksamkeit und in Aktion wird sie über der Rückenlinie getragen, darf jedoch niemals über den Rücken gekrümmt oder gerollt sein.

Auf welches Wild wird der Schweizer Laufhund eingesetzt?

Gemäß FCI-Standard jagt der Schweizer Laufhund als selbstständiger Brackenschlag spurlaut auf Hase, Reh, Fuchs und gelegentlich auf das Wildschwein. Er sucht und sticht das Wild mit großer Sicherheit auch in schwierigem Gelände.

Was zeichnet das Wesen des Schweizer Laufhundes aus?

Der Standard beschreibt den Schweizer Laufhund als lebhaft und passioniert für die Jagd sowie zugleich empfindsam, leicht zu führen und anhänglich. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind zuchtausschließend.

Wo liegt der geschichtliche Ursprung der Rasse?

Die Rasse stammt aus der Schweiz und reicht bis in die Römerzeit zurück, wie ein in Avenches entdecktes Mosaik mit Meutehunden belegt. Am 22. Januar 1933 wurde ein einheitlicher Standard für die vier verbliebenen Varietäten erstellt.

Quellen und Evidenz

3 Einträge
  1. Fachverband / Körperschaft Abruf: 9.8.2026

    Laufhunde

    Kärntner Jägerschaft Primärdokument öffnen ↗
  2. Fachverband / Körperschaft Abruf: 11.9.2026

    FCI-Nomenklatur der Hunderassen

    Fédération Cynologique Internationale (FCI) Primärdokument öffnen ↗
  3. Fachverband / Körperschaft Abruf: 13.9.2026

    FCI-Standard Nr. 59: Schweizer Laufhund

    Fédération Cynologique Internationale (FCI) Primärdokument öffnen ↗

Geltung und Prüfstand

Gilt für
Österreich, Deutschland, Schweiz
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Primärquellen
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