Was die zugrunde liegenden Studien zeigen
Zwei Arbeiten rechnen mit Geld. In Norwegen sind über zwanzig Jahre die Einnahmen der Grundeigentümer aus der Niederwildjagd umso geringer und schwankender, je näher das Jagdgebiet an einem Wolfsterritorium liegt. Für Kroatien zeigt ein Modell, dass die Jagdorganisationen ohne Trophäenjagd auf den Braunbären einen wesentlichen Teil ihrer Einnahmen verlören und mit ihnen das örtliche System der Schadensentschädigung.
Eine repräsentative Befragung in Polen ergab, dass 61,7 % der Nichtjäger der Jagd mindestens leicht positiv gegenüberstehen. Wer Jäger persönlich kennt, regelmäßig Wildbret isst oder selbst an einer Jagd teilgenommen hat, urteilt positiver.
Die vierte Arbeit zeigt, was Aufsicht bewirkt: In 20 italienischen Schutzflächen lagen die Hasendichten über zwanzig Jahre zwischen 2,8 und 68,4 Tieren je km², und neben der Lebensraumvielfalt erklärte vor allem die Bewachung der Flächen den Unterschied.
Wolf und Niederwildjagd in Norwegen (Pedersen et al., 2019): Getestet wurde die Hypothese, dass die Anwesenheit von Wölfen die Einnahmen der Grundeigentümer aus der traditionellen Niederwildjagd indirekt verringert und dass diese Einnahmen in der Nähe von Wolfsterritorien stärker schwanken. Angenommen wird als Mechanismus, dass Jäger aus Sorge um ihre Jagdhunde, die von Wölfen getötet werden könnten, weniger jagen und die Einnahmen der Grundeigentümer dadurch sinken. Ausgewertet wurden Einnahmen aus Niederwild-Bewirtschaftungsgebieten in den norwegischen Counties Hedmark und Oppland für die Jahre 1990 bis 2009. Die wirtschaftlichen Folgen könnten dort ausgeglichen werden, wo Regierungen dazu den Willen und die Mittel haben; die Auswirkungen auf die Lebensweise der Landbevölkerung, etwa die Sorge der Jäger um ihre Hunde, bleiben umstritten.
Einstellung zur Jagd in der polnischen Bevölkerung (Krokowska-Paluszak et al., 2020): Ziel war, die Einstellung der nichtjagenden Bevölkerung Polens zur Jagd zu untersuchen und die Faktoren, die sie beeinflussen. Befragt wurden 486 Personen in einer zufällig ausgewählten, repräsentativen Stichprobe. Die Einstellung wurde aus neun Aussagen über die Wahrnehmung der Nichtjäger bestimmt und danach mit Jagderfahrung, Sozialisation, sozialem Netzwerk und soziodemografischen Angaben in Verbindung gebracht. Umgekehrt wirkte sich aus, dass wegen laufender Jagd ein Wald in der Nachbarschaft nicht besucht werden kann; das hatte einen signifikant negativen Einfluss auf die Einstellung. Soziodemografische Variablen hatten nur einen geringen Einfluss auf die Einstellung. Empfohlen werden Folgerungen für das Management, die vor allem für den polnischen Kontext gelten.
Hasendichte in italienischen Schutzflächen (Canova et al., 2020): Die Untersuchung betrifft Italien, wo das Management der Feldhasenbestände auf die Einrichtung kleiner Schutzflächen (ZRCs) ausgerichtet ist. Untersucht wurden in 20 dieser Flächen zwischen 1997 und 2017 der Einfluss von Landbedeckung und Überwachung auf die Hasendichte und die Lebensraumvorlieben. Die Dichte, mit Scheinwerferzählungen ermittelt, lag im Frühjahr zwischen 2,8 und 47,0 und im Herbst zwischen 5,0 und 68,4 Tieren je km². Beim Nahrungserwerb bevorzugten die Hasen Weidelgras, Heuwiesen und Luzerne, mieden Maisstoppeln und gepflügte Flächen und wurden nie in Pappelplantagen oder neben Siedlungen erfasst. Als Hauptfaktoren für die Hasendichte nennt die Arbeit Überwachung, den Anteil geschützter Grenzlinien, das Gründungsjahr der Fläche und die mit dem Shannon-Index gemessene Lebensraumvielfalt. Die Autoren schlagen vor, dass die Einbindung örtlicher Akteure für wirksame Naturschutzmaßnahmen von größter Bedeutung sein kann; das ist eine Empfehlung der Autoren und kein gemessenes Ergebnis.