Notfall im Gelände
Wird ein Jäger durch Unwetter, Sturzbruch, Hochwasser oder Verletzung zur ungeplanten Notübernachtung gezwungen, hat der Bau einer witterungsbeständigen Notunterkunft vor Einbruch der Dämmerung oberste Priorität. Als Grundstruktur eignen sich natürliche Gegebenheiten wie dichte Fichten-Überhänge, Wurzelteller stabiler Windwürfe oder windgeschützte Felsvorsprünge. Das Notlager muss mindestens 30 bis 50 Zentimeter dick mit trockenen Fichtenzweigen, Buchenlaub oder Moos gegen die feuchte Bodenkälte isoliert werden, um konduktiven Wärmeverlust zu stoppen.
Orientierung und Navigation
Der Lagerplatz muss außerhalb erkennbarer forstlicher Gefahrenzonen gewählt werden: Niemals direkt unter morschen Totholzbäumen, brüchigen Starkast-Kronen (Gefahr von Sturmbruch) oder in trockenen Bachbetten lagern, die bei nächtlichem Starkregen rasch überflutet werden. Nach Möglichkeit erhöht und im Lee einer natürlichen Geländekante bauen, sodass der Rauch eines wärmenden Feuers abziehen kann, ohne das Lager einzunebeln.
Kälte und Gebirge
Ein wärmendes Notfeuer erfordert systematische Brennstoffvorbereitung: Bevor das erste Streichholz entzündet wird, muss reichlich trockenes Zundermaterial (Birkenrinde, harzreiches Kienspanholz, feines Fichtenreisig von den untersten Ästen stehender Bäume) sowie Brennholz für die gesamte Nacht gesammelt und trocken gestapelt sein. Eine Reflektorwand aus feuchten Holzstämmen oder Steinblöcken hinter dem Feuer wirft die Wärmestrahlung direkt in das geöffnete Notbiwak zurück.
Ziel und Grenzen
Notunterkünfte im Revier sind temporäre Schutzbauten zur Abwendung von Kältetod und Schock. Das Entfachen von offenem Feuer im Wald unterliegt strengen forst- und naturschutzrechtlichen Bestimmungen und ist außerhalb akuter Notstände strikt untersagt. Nach überstandenem Notstand muss die Feuerstelle mit reichlich Wasser und Mineralboden vollständig abgelöscht und auf Glutnester kontrolliert werden.
Sicherheit
Vor dem Hantieren mit Beil, Säge oder Astholz zum Hüttenbau muss die Jagdwaffe vollständig entladen und gesichert an einem geschützten, trockenen Baumstamm abgestellt werden. Verletzungen durch Schneidwerkzeuge fernab von Wegen verschlimmern eine Notlage dramatisch.
Checkliste
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Häufige Fragen zu Notunterkunft und Feuer: Wind, Nässe, Signal
Darf ich im Wald ein Feuer machen?
Oft nein. Waldbrandverordnungen, Forstrecht und Revierregeln gehen vor. Survival heißt zuerst Schutz vor Wind und Nässe, nicht automatisch offenes Feuer.
Quellen und Evidenz
2 Einträge- Fachverband / Körperschaft Abruf: 19.8.2026
Leitfaden Rehkitzrettung mit Drohne und Wärmebild
- Amtliche Primärquelle Abruf: 19.8.2026
Rote Liste der Brutvögel Deutschlands
Geltung und Prüfstand
- Gilt für
- Österreich, Deutschland, Schweiz
- Inhalt geprüft
- Primärquellen
- 1 Primärquelle hinterlegt
