Wildbiologische Studie

Hunting Bambi-evaluating the basis for selective harvesting of juveniles

Der Kitz- und Kälberabschuss bremst das Bestandswachstum kaum - den Ausschlag gibt der Abschuss weiblicher Alttiere.

Autorinnen & Autoren
Jos M. Milner, Christophe Bonenfant, Atle Mysterud
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 57, 565-574 (2010)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY-NC 2.0
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Bibliografische Zitierweise: Jos M. Milner, Christophe Bonenfant, Atle Mysterud (2010): Hunting Bambi-evaluating the basis for selective harvesting of juveniles. In: European Journal of Wildlife Research 57, 565-574. https://doi.org/10.1007/s10344-010-0466-x

Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage steht der in Europa verbreitete Schwerpunkt auf dem Abschuss von Jungwild, und hält diese Grundlage einer Prüfung stand?

Die Studie in Kürze

Methodik & Datenbasis
Erste Gesamtübersicht der demografischen, evolutionären und praktischen Argumente für den selektiven Abschuss von Jungwild. Zwei demografische Annahmen wurden anschließend empirisch an Rotwild-Streckenstatistiken aus sieben europäischen Ländern geprüft: (P1) Jungwildabschuss beeinflusst das Streckenwachstum wegen des geringeren Reproduktionswerts weniger als der Abschuss weiblicher Alttiere; (P2) Jungwildabschuss dämpft die Schwankung der Strecke, weil Jungwild von Natur aus geringere und stärker schwankende Überlebensraten hat.
Befunde
P1 bestätigte sich: Der Jungwildabschuss hatte nur geringen Einfluss auf die Wachstumsrate der Strecke, während der Abschuss weiblicher Alttiere signifikant negativ wirkte. P2 bestätigte sich nicht: Ein höherer Jungwildanteil in der Strecke verringerte die Schwankung zwischen den Jahren nicht. Die Autoren erörtern, dass der Nutzen des Jungwildabschusses davon abhängt, ob eine Population von niedriger zu sehr hoher Dichte übergeht.
Einordnung für die Praxis
Direkt für die Abschussplanung: Wer den Bestand tatsächlich senken will, kommt am weiblichen Wild nicht vorbei - Kitz- und Kälberabschuss allein reguliert nicht. Umgekehrt ist der Jungwildschwerpunkt sinnvoll, wenn ein Bestand gerade nicht reduziert werden soll. Das oft genannte zweite Argument, Jungwildabschuss verstetige die Strecke, ließ sich nicht belegen.
Grenzen der Studie
Die empirische Prüfung stützt sich auf Streckenstatistiken aus sieben Ländern, also auf Meldedaten und nicht auf gemessene Bestände. Geprüft wurden zwei von mehreren Argumenten; die evolutionären und praktischen bleiben Erörterung.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist der Volltext der Arbeit.

KIKI-generierte Zusammenfassung. Was das heißt

Die Arbeit im Einzelnen

Grenzen und Folgerungen der Autoren

Die Autoren betonen, dass es wenig empirische Evidenz dafür gibt, dass die Jagd auf Jungtiere die temporale Variabilität des Jagdertrags signifikant beeinflusst. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Erwartung, den Anteil von Jungtieren im Jagdertrag zu erhöhen, die Schwankungen im Jagdertrag zu reduzieren, nicht durch die empirischen Daten unterstützt wird. Die Autoren erwähnen, dass selektive Jagd auf Jungtiere in Zeiten niedriger Bestandsdichten entwickelt wurde, um die Populationswachstumsraten zu erhöhen, was in Modellen für Elche belegt wurde. Die Autoren betonen, dass in der aktuellen Studie die Jagd auf Jungtiere keine signifikante oder nur eine schwache negative Auswirkung auf die Wachstumsrate des Jagdertrags hatte. Die Autoren warnen davor, dass die Jagd auf Jungtiere in Gebieten mit Überbeständen nicht empfohlen werden sollte, da sie dort weniger geeignet ist als die Jagd auf erwachsene Weibchen, zumindest aus demografischer Sicht. Die Autoren erwähnen, dass es an genauen Daten über die Jagdrate fehlt, was eine Grenze ihrer Studie darstellt, und sie fordern daher weitere empirische Forschung an markierten Individuen, um eine optimale Ressourcenverwaltung der großen Pflanzenfresser zu ermöglichen.

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Geltung und Prüfstand

Gilt für
Jagdmanagement & Bejagung; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Prüfvermerk
Bibliografie verifiziert; Zusammenfassung redaktionell erstellt
Primärquellen
Originalpublikation über DOI