Sichere Erkennung

Das sicherste Merkmal sind die Zapfen: Sie stehen aufrecht auf den Zweigen und zerfallen am Baum, sodass nur die Spindel stehen bleibt. Ganze Tannenzapfen am Boden gibt es nicht. Die Nadeln sind flach, weich und tragen unterseits zwei weiße Streifen.

Standort und Verbreitung

Bergmischwald der mittleren Lagen, oft mit Buche und Fichte. Braucht gleichmäßige Feuchte und verträgt keine Staunässe.

Bedeutung für das Wild

Tannennadeln werden im Winter gern angenommen. Genau das macht die Art zur Schlüsselgröße im Verhältnis von Wald und Wild.

Verbiss, Schäle und Fegen

Die Weißtanne ist die verbissempfindlichste heimische Hauptbaumart. Bei zu hohen Schalenwildbeständen fällt sie aus der Verjüngung vollständig aus - sichtbar an Beständen, in denen die Tanne nur noch als Altholz vorkommt. Oft kommt Schälen in größeren Gruppen vor und wird insbesondere vom Hirsch an Bäumen mit dünner Borke verursacht. Fegen wird vor allem kurz vor der Brunft praktiziert, Rehböcke fegen meist ab März bis Ende der Brunftzeit. Die Weißtanne reagiert auf Verbiss mit der Bildung von Adventivtrieben. Diese Reaktion kann um ein Jahr verzögert sein. Die Reaktion eines Baumes auf Wildeinfluss hängt von der Baumart, der Baumhöhe, der Jahreszeit, der Frequenz und Intensität des Verbisses sowie der allgemeinen Stresssituation oder Vitalität des Baumes ab.

Rehböcke fegen Weißtannen im Frühling. Die Weißtanne gehört zu den Baumarten, die von Schalenwild bevorzugt verbissen werden.

Waldbauliche Rolle

Die Pfahlwurzel macht die Tanne im Klimawandel wertvoll: sturmfest, trockenheitstoleranter als die Fichte, dazu schattenertragend. Ihre Wiederherstellung gelingt nur bei angepasstem Wildbestand. Die Tanne ist in Schutzwäldern auf vielen Standorten eine wichtige Baumart, da sie weniger durch Borkenkäfer gefährdet ist als die Fichte, auf vernässten Böden tiefer wurzelt und sich auch im Schatten verjüngen kann. Die Verjüngung in Plenter- und Dauerwäldern ist stärker durch Verbiss gefährdet, da sie flächig notwendig ist und weniger dicht als in anderen Bewirtschaftungsformen auftritt.

Verbreitung & forstlicher Standort

Hauptverbreitungsgebiet und typische forstliche Standorte im DACH-Raum sowie den erfassten Jagdregionen.

Kartengrundlage: Natural Earth (Public Domain, CC0) · Kartenstand: · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.

Wissen prüfen

Zu dieser und den übrigen Baumarten gibt es Übungsfragen mit vier Antwortmöglichkeiten und Begründung: Bäume und Waldbau.

Häufige Fragen zu Weißtanne

Warum gilt die Weißtanne als Weiser für den Wildbestand?

Sie wird von Rehwild besonders gern verbissen. Kommt sie in der Naturverjüngung nicht hoch, obwohl Altbäume Samen liefern, ist der Wildeinfluss zu hoch.

Quellen und Evidenz

2 Einträge
  1. Amtliche Primärquelle Abruf: 3.9.2026

    Baumartenporträts Nadelbäume

    waldwissen.net – FVA Baden-Württemberg, LWF Bayern, BFW Österreich, WSL Schweiz Primärdokument öffnen ↗
  2. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026

    Wald und Wild - Grundlagen für die Praxis

    Bundesamt für Umwelt BAFU Primärdokument öffnen ↗

Geltung und Prüfstand

Gilt für
Deutschland, Österreich, Schweiz
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