Zwei Wege zur Wolfsangst: die Vorstellung einer Begegnung — und das Vertrauen in die zuständigen Behörden.
- Fragestellung
- Welche psychologischen Faktoren erzeugen Angst vor Wölfen, und unterscheiden sich diese zwischen Regionen mit und ohne Wolfsvorkommen?
- Methodik & Datenbasis
- Befragung einer proportional geschichteten Stichprobe der schwedischen Bevölkerung (landesweit n = 545) und einer Stichprobe aus Provinzen mit Wolfsvorkommen (regional n = 1.892), ausgewertet über Strukturgleichungsmodellierung.
- Befunde
- Die Modellierung legt zwei Wege zur selbstberichteten Angst nahe. Der erste betrifft die Bewertung des Umweltkontexts, operationalisiert als möglicher Zusammentreffen mit einem Wolf. Der zweite betrifft die Bewertung des sozialen Kontexts, gemessen als soziales Vertrauen in die verwaltenden Behörden. Das relative Gewicht der beiden Wege unterschied sich zwischen der landesweiten und der regionalen Stichprobe sowie zwischen Menschen im Verwaltungszentrum der Region und in deren Peripherie.
- Einordnung für die Praxis
- Erklärt, warum Wolfsangst nicht allein mit Aufklärung über tatsächliche Gefahren zu begegnen ist: Ein guter Teil davon ist Misstrauen gegenüber den Behörden, die den Wolf verwalten. Die Autoren empfehlen deshalb beides — auf individueller Ebene die möglichen Begegnungssituationen ansprechen und auf kollektiver Ebene das Vertrauen zwischen Öffentlichkeit und Behörden stärken. Und die Peripherie braucht eine andere Ansprache als die Verwaltungszentren.
- Grenzen der Studie
- Querschnittsbefragung in einem Land; Strukturgleichungsmodelle zeigen Zusammenhänge, keine Ursachenrichtung. Gemessen wurde selbstberichtete Angst, nicht Verhalten.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
der Volltext der Arbeit.