Die Studie in Kürze
Der Wolf kehrte 2015 in die Niederlande zurück — die Akzeptanz sank später nicht wegen des Wolfs, sondern wegen des schwindenden Vertrauens in den Staat.
- Fragestellung
- Wie hat sich Angst als Bestandteil der Mensch-Wildtier-Beziehung in den Niederlanden verändert, nachdem der Wolf nach über einem Jahrhundert Abwesenheit zurückkam?
- Methodik & Datenbasis
- Figurationssoziologischer Zugang über das Konzept der „Monopolisierung der Angst“ durch den Staat. Grundlage ist ein Multivocal Literature Review zu drei Perspektiven — kulturelle, ökologische und politische Landschaft der Niederlande — über einen Zeitraum von mehr als 75 Jahren.
- Befunde
- Die Monopolisierung der Angst nahm in den ersten Jahrzehnten zu und blieb dann stabil; das schuf günstige Bedingungen dafür, dass der Wolf überhaupt einwandern konnte. Gegen 2020 hin untergruben mehrere Ereignisse das dafür nötige Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung. Die Folge war geringere Akzeptanz des Wolfs — und seine Verwendung in Debatten als Platzhalter für ein breiteres Misstrauen gegenüber staatlicher Politik.
- Einordnung für die Praxis
- Erklärt, warum sachliche Argumente in der Wolfsdebatte oft nicht verfangen: Es geht in Teilen nicht um den Wolf, sondern um Vertrauen in Behörden und Politik. Wer Akzeptanz für Wolfsmanagement will, muss an der Glaubwürdigkeit der zuständigen Stellen arbeiten — Aufklärung über das Tier selbst greift zu kurz.
- Grenzen der Studie
- Theoriegeleitete Literaturauswertung für ein Land, ohne Befragung und ohne Messung von Einstellungen. Der Zusammenhang zwischen Vertrauensverlust und Wolfsakzeptanz ist eine Deutung der Autoren.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.