Die Studie in Kürze
Finnland: Je mehr Schalenwild im Wolfsterritorium vorkommt, desto weniger Jagdhunde werden gerissen — die Entlastung kommt dort aber von einer invasiven Art.
- Fragestellung
- Hängt die Zahl der von Wölfen getöteten Hunde von der Dichte des vorhandenen Schalenwilds ab?
- Methodik & Datenbasis
- Auswertung auf Ebene der Wolfsterritorien in Finnland: Zahl der von territorialen Wölfen getöteten Hunde im Verhältnis zur Bestandsdichte der häufigsten Schalenwildarten — Elch, Weißwedelhirsch und Rehwild. Die meisten Übergriffe auf Hunde erfolgen bei der Jagd mit Hund.
- Befunde
- Die Zahl der von Wölfen getöteten Hunde stand in einem hochsignifikanten negativen Zusammenhang zur Bestandsdichte des Weißwedelhirschs und zur gesamten Schalenwildbiomasse je Flächeneinheit, die wiederum stark von der Weißwedelhirschdichte bestimmt wird. Reichlich vorhandenes Wild würde demnach das Risiko von Übergriffen auf Hunde senken. Die Autoren stellen dem zwei Sachverhalte gegenüber: Der Weißwedelhirsch ist in Finnland eine invasive Art und jährlich an über 6.000 Verkehrsunfällen beteiligt. Risikoerhöhend wirkte die geringe Schalenwilddichte in Regionen, in denen der Elch die einzige nennenswerte Beute ist; höhere Elchdichten könnten das Risiko senken, gleichzeitig aber Verkehrsunfälle und Verbissschäden erhöhen.
- Einordnung für die Praxis
- Für die Jagd mit Hund in Wolfsgebieten ein handfester Zusammenhang: Wo das Beuteangebot dünn ist, steigt das Risiko für den Hund. Als Motiv gelten sowohl Beutemachen als auch die Beseitigung von Konkurrenten. Der Ausweg über höhere Wildbestände ist aber keine freie Wahl — er erkauft sich mit Wildunfällen und Verbiss.
- Grenzen der Studie
- Korrelation auf Territoriumsebene, kein Nachweis der Ursache. Die Zahlen gelten für die finnische Situation mit dem Weißwedelhirsch als eingeführter Hauptbeute und sind nicht unmittelbar auf mitteleuropäische Verhältnisse übertragbar.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.