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Wildbiologische Studie

Wolf attacks on hunting dogs are negatively related to prey abundance in Finland: an analysis at the wolf territory level

Fachgebiete: Rehwild, Elch, Wolf, Wildunfälle & Infrastruktur, Wildschaden, Äsung & Fütterung, Jagdmanagement & Bejagung, Mensch-Wild-Konflikt & Akzeptanz

Autorinnen & Autoren
Ilpo Kojola, Ville Hallikainen, Vesa Nivala, Samuli Heikkinen, Mari Tikkunen, Esa Huhta, Leena Ruha, Jyrki Pusenius
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 69, 26 (2023)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Der Volltext liegt beim Verlag. JAGDNAVIGATOR hostet keine PDF-Kopien.

Die Studie in Kürze

Finnland: Je mehr Schalenwild im Wolfsterritorium vorkommt, desto weniger Jagdhunde werden gerissen — die Entlastung kommt dort aber von einer invasiven Art.

Fragestellung
Hängt die Zahl der von Wölfen getöteten Hunde von der Dichte des vorhandenen Schalenwilds ab?
Methodik & Datenbasis
Auswertung auf Ebene der Wolfsterritorien in Finnland: Zahl der von territorialen Wölfen getöteten Hunde im Verhältnis zur Bestandsdichte der häufigsten Schalenwildarten — Elch, Weißwedelhirsch und Rehwild. Die meisten Übergriffe auf Hunde erfolgen bei der Jagd mit Hund.
Befunde
Die Zahl der von Wölfen getöteten Hunde stand in einem hochsignifikanten negativen Zusammenhang zur Bestandsdichte des Weißwedelhirschs und zur gesamten Schalenwildbiomasse je Flächeneinheit, die wiederum stark von der Weißwedelhirschdichte bestimmt wird. Reichlich vorhandenes Wild würde demnach das Risiko von Übergriffen auf Hunde senken. Die Autoren stellen dem zwei Sachverhalte gegenüber: Der Weißwedelhirsch ist in Finnland eine invasive Art und jährlich an über 6.000 Verkehrsunfällen beteiligt. Risikoerhöhend wirkte die geringe Schalenwilddichte in Regionen, in denen der Elch die einzige nennenswerte Beute ist; höhere Elchdichten könnten das Risiko senken, gleichzeitig aber Verkehrsunfälle und Verbissschäden erhöhen.
Einordnung für die Praxis
Für die Jagd mit Hund in Wolfsgebieten ein handfester Zusammenhang: Wo das Beuteangebot dünn ist, steigt das Risiko für den Hund. Als Motiv gelten sowohl Beutemachen als auch die Beseitigung von Konkurrenten. Der Ausweg über höhere Wildbestände ist aber keine freie Wahl — er erkauft sich mit Wildunfällen und Verbiss.
Grenzen der Studie
Korrelation auf Territoriumsebene, kein Nachweis der Ursache. Die Zahlen gelten für die finnische Situation mit dem Weißwedelhirsch als eingeführter Hauptbeute und sind nicht unmittelbar auf mitteleuropäische Verhältnisse übertragbar.

Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit — kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

Original-Abstract (englisch)

Wortlaut der Autorinnen und Autoren, übernommen unter CC BY 4.0.

Attacks by wolves (Canis lupus) on dogs (C. familiaris) presumably are motivated both by preying and elimination of potential competitors. Regardless of these alternative motivations in wolves, the risk of attacks might be higher when the density of primary prey is low. We examined how many dogs do territorial wolves in Finland kill in relation to the population density of the most abundant ungulates, moose (Alces alces), white-tailed deer (Odocoileus virginianus), and roe deer (Capreolus capreolus). Most attacks by wolves on dogs take place in hunting with dogs. The number of wolf-killed dogs was in highly significant negative relationship to the population density of white-tailed deer and to total ungulate biomass per unit area which is largely determined by the density of white-tailed deer. Our results indicate that abundant wild prey would decrease the risk at which wolves attack dogs. On the other side of the coin prevail two hard facts which wildlife managers had to take a notice. White-tailed deer, although a potential mitigator of wolf–human conflict, is an alien species and a partner in > 6000 traffic collisions annually in Finland. One factor that seemed to increase the risk of wolf attacks on dogs is the low ungulate density in regions where moose is the only remarkable ungulate prey. Higher moose densities could decrease the risk of attacks, but on the other hand, higher densities could increase the risk of serious traffic collisions and browsing damages in forests.

Zitation

Ilpo Kojola, Ville Hallikainen, Vesa Nivala, Samuli Heikkinen, Mari Tikkunen, Esa Huhta, Leena Ruha, Jyrki Pusenius (2023) Wolf attacks on hunting dogs are negatively related to prey abundance in Finland: an analysis at the wolf territory level. European Journal of Wildlife Research 69:26. https://doi.org/10.1007/s10344-023-01652-8

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