Auf den Golanhöhen wird jährlich rund ein Viertel des Wolfsbestands entnommen — die Wölfe bleiben trotzdem in den Konfliktzonen und weichen nur in die Nacht aus.
- Fragestellung
- Hält die Entnahme von Wölfen sie von den Konfliktflächen mit Weidevieh fern?
- Methodik & Datenbasis
- 60 bewegungsgesteuerte Fotofallen über 5.997 Fallennächte auf den Golanhöhen in Nordisrael — einem dichten Mosaik aus Weideflächen, Militärzonen, Naturschutzgebieten, Landwirtschaft und Minenfeldern mit einer der höchsten Wolfsdichten weltweit. Mit langjährigen Entnahme- und Landnutzungsdaten wurden die räumlichen und zeitlichen Reaktionen von Einzelwölfen und Rudeln auf den Entnahmedruck ausgewertet. Wölfe sind dort gesetzlich geschützt, dennoch werden jährlich etwa 25 % des Bestands entnommen.
- Befunde
- Zwischen Entnahmedruck und der Aktivität von Einzelwölfen bestand ein positiver Zusammenhang; die Reaktion der Rudel fiel je nach Landnutzung unterschiedlich aus. Einzelwölfe nutzten Hochrisikoflächen in Rindernähe trotz intensiver Entnahme, Rudel dominierten die geschützten, entnahmefreien Zonen. Die Entnahme hielt weder Einzeltiere noch Rudel von Konfliktzonen ab — alle Zonen waren von Wölfen besetzt. Zeitlich wichen die Tiere hingegen aus: In Gebieten mit hohem Entnahmedruck waren sie überwiegend nachtaktiv und mieden die Stunden menschlicher Aktivität.
- Einordnung für die Praxis
- Zentral für die Wolfsdebatte: Entnahme verändert hier nicht die Raumnutzung, sondern die Tageszeit. Wer erwartet, dass Abschüsse Wölfe von Weideflächen fernhalten, findet dafür in diesen Daten keine Stütze — Herdenschutz bleibt erforderlich. Die Autoren halten die Ergebnisse ausdrücklich für Europa relevant, wo Wölfe vergleichbare Mosaiklandschaften zurückerobern.
- Grenzen der Studie
- Ein Untersuchungsgebiet mit außergewöhnlich hoher Wolfsdichte und besonderer Landnutzung, darunter Militärzonen und Minenfelder. Fotofallen erfassen Aktivität, nicht Risse; die Wirkung auf tatsächliche Nutztierschäden prüft die Arbeit nicht.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.