Fotos aus sozialen Medien belegen: Während des zwanzigjährigen Jagdverbots in Polen stieg die mittlere Endenzahl beim Elch von 3,2 auf 4,7.
- Fragestellung
- Wie veränderten sich Geweihgröße und Geweihform beim Elch während des polnischen Jagdverbots?
- Methodik & Datenbasis
- Ausgewertet wurden Fotos männlicher Elche und Abwurfstangen aus den Jahren 2005 bis 2021, bereitgestellt von Fotografen oder aus sozialen Medien — passive Citizen Science. Hintergrund: Nach dem Bestandseinbruch der 1990er Jahre und dem Jagdverbot ab 2001 wuchs der polnische Elchbestand von 1.800 auf über 20.000 Tiere.
- Befunde
- Die Wahrscheinlichkeit, den Geweihtyp „cervina“ zu beobachten, sank signifikant von 47 % im Jahr 2012 auf 28 % im Jahr 2021. Gleichzeitig stiegen die intermediären Typen von 44 auf 53 % und die Schaufelgeweihe von 9 auf 19 %. Die mittlere Endenzahl nahm von 3,2 (2005) auf 4,7 (2021) zu, der Geweihgrößen-Index von 3,4 auf 3,9. Als wahrscheinlichsten Mechanismus nennen die Autoren die Alterung einer von Jagddruck befreiten Population. Zusätzlich zeigte sich regionale Variation der Geweihgröße, vermutlich durch unterschiedliche Umweltbedingungen.
- Einordnung für die Praxis
- Ein direkter Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Jagddruck und Trophäenqualität: Ohne Bejagung altert der Bestand, und die Geweihe werden stärker. Umgekehrt zeigt ein hoher Anteil schwacher Geweihe in erster Linie die Altersstruktur an, nicht zwangsläufig Genetik oder Standortqualität — für die Abschussplanung ist damit die Altersklassenverteilung der entscheidende Hebel.
- Grenzen der Studie
- Fotos aus öffentlichen Quellen sind nicht zufällig ausgewählt: Auffällige Geweihe werden häufiger fotografiert, und die Ansprache erfolgte am Bild. Das Alter der einzelnen Tiere war nicht bekannt, die Alterung des Bestands bleibt die plausibelste, nicht die belegte Ursache.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.