Elchfütterungen wirken über den Elch hinaus: Wo gefüttert wird, nehmen Waldspitzmaus und Erdmäuse zu — Rötelmäuse nicht.
- Fragestellung
- Welche Wirkung haben Winterfütterungen für Elche auf Vegetation und Kleinsäuger?
- Methodik & Datenbasis
- Untersucht wurden Pflanzendecke sowie Häufigkeit, Reproduktion und Biomasse von Kleinsäugern in Jahren mit niedriger und hoher Wühlmausdichte. Kleinsäuger wurden mit Schlagfallen erfasst, die Krautschicht kartiert — jeweils in unterschiedlichen Entfernungen von den Elch-Fütterungsstellen. Die Winterfütterung von Elchen nimmt in Fennoskandien zu; ihre Wirkung auf Vogelgemeinschaften war bekannt, die auf Kleinsäuger nicht.
- Befunde
- Durch die von den Fütterungen ausgelösten Vegetationsänderungen wurden Waldspitzmaus und Wühlmäuse der Gattung Microtus durch langjährige Elchwinterfütterung positiv beeinflusst, Rötelmäuse dagegen nicht. Reproduktion, individuelle Körpermasse und Gesamtbiomasse der Kleinsäuger blieben unbeeinflusst. Die Fütterungsstellen wirken damit als Inseln bevorzugten Gras- und Krautlebensraums, über die Microtus-Arten und Waldspitzmäuse in eine Matrix weniger geeigneten Waldlebensraums vordringen können.
- Einordnung für die Praxis
- Ein Nebeneffekt der Fütterung, der in der Revierpraxis selten mitgedacht wird: Fütterungsstellen verändern die Vegetation dauerhaft und schaffen Lebensraum für Arten, die dort sonst nicht vorkämen. Das erhöht örtlich das Kleinsäugerangebot — und damit die Attraktivität für Beutegreifer. Wer Fütterungsstandorte wählt, verändert mehr als die Wildverteilung.
- Grenzen der Studie
- Schlagfallen und Vegetationsaufnahmen in einem Untersuchungsgebiet; die Wirkung wird über den Abstand zur Fütterung erschlossen. Reproduktion und Biomasse blieben unverändert, sodass die höhere Häufigkeit nicht zwingend einen produktiveren Bestand bedeutet.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
der Volltext der Arbeit.