Drohne gegen Beobachter am Boden: Beim Storchennachwuchs zählte der Mensch zu wenig, bei den Nestern in Kolonien zählte die Drohne zu wenig.
- Fragestellung
- Liefern Drohnen bei der Bestandserfassung von Weißstörchen dieselben Ergebnisse wie die klassische Beobachtung vom Boden?
- Methodik & Datenbasis
- In zwei getrennten Weißstorch-Populationen — in Polen und in Spanien — wurden beide Verfahren verglichen: Beobachtung durch einen Menschen vom Boden und Erfassung per Drohne. Erhoben wurden die Zahl der Jungvögel, der Zeitaufwand und die Zahl der entdeckten Brutpaare in Kolonien. Untersucht wurden 57 Nester in Polen und 117 in Spanien.
- Befunde
- In beiden Ländern wurden vom Boden aus signifikant weniger Jungvögel gezählt als per Drohne: 2,21 gegenüber 2,60 in Polen und 1,35 gegenüber 1,55 in Spanien. Die Fehlerwahrscheinlichkeit des Beobachters war bei den in Kolonien brütenden spanischen Störchen signifikant geringer als bei den einzeln brütenden polnischen. Der Zeitaufwand war mit Drohne in beiden Populationen signifikant höher. Bei der Zahl der entdeckten Nester in spanischen Kolonien lag der Beobachter deutlich vorn: 13,1 gegenüber 7,4 per Drohne. Der Unterschied fiel bei Kolonien auf Bäumen größer aus als bei solchen auf Bauwerken.
- Einordnung für die Praxis
- Wichtig für jedes Monitoring, das Methoden wechselt — Kitzsuche, Bestandserfassung, Nestkontrolle: Ein Verfahrenswechsel erzeugt einen Sprung in der Zeitreihe, der wie eine Bestandsänderung aussieht. Die Autoren warnen ausdrücklich davor, Drohnen in Langzeitstudien ohne Vergleichsmessung einzuführen.
- Grenzen der Studie
- Zwei Populationen, 174 Nester, ein Vergleichszeitraum. Welches Verfahren „richtig“ zählt, lässt sich ohne unabhängige Kontrolle nicht entscheiden — belegt ist nur, dass beide unterschiedlich verzerren.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.