Irlands Dachsbestand liegt bei geschätzt 63.188 Tieren — ohne die Entnahme in Agrarlandschaften wären es rund 92.000.
- Fragestellung
- Wie groß ist der Dachsbestand in Irland, und wie belastbar sind landesweite Bestandsschätzungen überhaupt?
- Methodik & Datenbasis
- Aus veröffentlichten Daten und Experteneinschätzungen wurde per Monte-Carlo-Verfahren eine Momentaufnahme der wahrscheinlichen Bestandsgröße geschätzt. Einbezogen wurde die Streuung von drei Kerngrößen: Zahl der Sozialgruppen, Gruppengröße und Wirksamkeit der Entnahme. Hintergrund: Wegen der Rolle des Dachses in der Epidemiologie der Rindertuberkulose wird die Art in landwirtschaftlich geprägten Landschaften entnommen, um die Rückübertragung auf Rinderbestände zu senken.
- Befunde
- Der Mittelwert der Schätzung lag bei 63.188 Dachsen (5.–95. Perzentil: 48.037–79.315). Die Schätzungen reagierten empfindlich auf die angenommene mittlere Gruppengröße je Landschaftstyp. Unter der Annahme, dass die Entnahme in Agrargebieten eingestellt würde — etwa zugunsten einer Impfung —, ergab sich ein Mittelwert von 92.096 Tieren (67.188–118.881). Trotz umfangreicher Dachsforschung sind landesweite Bestandsangaben für Irland nur Näherungen, was sich in der großen Unsicherheit und in inkonsistenter Erfassung von Datenparametern früherer Studien zeigt.
- Einordnung für die Praxis
- Ein Lehrstück über Bestandszahlen, mit denen politisch argumentiert wird: Selbst bei einer gut untersuchten Art bleibt die landesweite Schätzung eine Bandbreite von über 30.000 Tieren. Der entscheidende Hebel für Genauigkeit ist hier die Gruppengröße — bei uns wäre es der Besatz je Fläche. Wer Bestandszahlen zitiert, sollte immer die Spanne mitzitieren.
- Grenzen der Studie
- Modellrechnung aus vorhandenen Daten und Expertenmeinung, keine eigene Felderhebung. Die Autoren nennen selbst zwei Schwachpunkte: die Schätzung der Gruppengröße und das Verständnis der Wiederbesiedlung nach Entnahme.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.