Fotofallen-Test in Italien: Sardinen wirken bei Hundeartigen, Erdnussbutter bei Mardern — Rehwild meidet Erdnussbutter, Rotwild reagiert am besten auf den kommerziellen Lockstoff.
- Fragestellung
- Welcher Lockstoff bringt bei Fotofallenerhebungen den größten Nachweiserfolg, und was kostet es, damit ein bestimmtes Monitoringziel zu erreichen?
- Methodik & Datenbasis
- Großangelegtes Freilandexperiment in vier Untersuchungsgebieten in Mittel- und Norditalien, von Tieflandwald bis alpinem Buchenwald. Verglichen wurden drei günstige und leicht verfügbare Lockmittel — Sardinen, Erdnussbutter und ein kommerzieller Lockstoff — gegen eine Kamera ohne Lockmittel als Kontrolle. Erfasst wurden kleine bis große Säugetiere; ausgewertet über eine Power-Analyse in Verbindung mit einer Kostenfunktion.
- Befunde
- Bei 7 von 13 Zielarten hing die Nachweiswahrscheinlichkeit vom verwendeten Lockmittel ab. Sardinen waren am wirksamsten bei Hundeartigen und beim Stachelschwein, Erdnussbutter bei Mardern — vom Rehwild wurde sie dagegen gemieden. Der kommerzielle Lockstoff wirkte am besten bei Rotwild. Die Kostenwirksamkeit unterschied sich drastisch, teils in der Größenordnung von Zehntausenden Euro, je nachdem ob und welches Lockmittel eingesetzt wurde.
- Einordnung für die Praxis
- Unmittelbar praktisch für Fotofallen im Revier: Es gibt kein Allzweck-Lockmittel. Wer Raubwild erfassen will, fährt mit Fischködern besser; wer Rehwild erfassen will, sollte Erdnussbutter meiden, weil sie abschreckt. Die Wahl entscheidet über den Aufwand, nicht nur über den Erfolg.
- Grenzen der Studie
- Vier Gebiete in Italien, 13 Zielarten, drei Lockmittel; die Kostenrechnung bezieht sich auf die dort gesetzten Monitoringziele. Bei 6 der 13 Arten machte das Lockmittel keinen belegbaren Unterschied.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.