Wildbiologische Studie

Surveillance and habitat diversity affect European brown hare (Lepus europaeus) density in protected breeding areas

Fachgebiete: Hase & Kaninchen, Jagdmanagement & Bejagung, Mensch-Wild-Konflikt & Akzeptanz, Artenschutz & illegaler Handel

Autorinnen & Autoren
Luca Canova, Andrea Gazzola, Lorenzo Pollini, Alessandro Balestrieri
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 66, 66 (2020)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Die Studie in Kürze

20 Jahre Hasenmonitoring in 20 italienischen Schutzflächen: Dichten von 2,8 bis 68,4 Hasen je km² — entscheidend waren Bewachung und Lebensraumvielfalt.

Fragestellung
Welche Faktoren bestimmen die Hasendichte in kleinen geschützten Vermehrungsflächen, und welche Nutzflächen bevorzugen die Hasen?
Methodik & Datenbasis
Untersucht wurden Landnutzung und Bewachung in 20 italienischen Schutzflächen (ZRC), die zweimal jährlich — vor und nach der Fortpflanzungszeit — zwischen 1997 und 2017 kontrolliert wurden. Die Dichte wurde per Scheinwerferzählung erfasst. Solche Flächen dienen in Italien dazu, wildgeborene Hasen für die Bestandsstützung von Jagdrevieren bereitzustellen und die Einbringung fremder Stämme zu vermeiden.
Befunde
Die Dichten lagen im Frühjahr zwischen 2,8 und 47,0 und im Herbst zwischen 5,0 und 68,4 Individuen je km². Als Haupteinflussfaktoren erwiesen sich die Bewachung, der prozentuale Anteil geschützter Grenzlinien, das Einrichtungsjahr der Fläche und die Lebensraumvielfalt nach dem Shannon-Index. Bei der Nahrungsaufnahme wählten die Hasen Weidelgras, Heuwiesen und Luzerne, mieden Maisstoppeln und gepflügte Flächen und wurden nie in Pappelplantagen oder nahe Siedlungen erfasst.
Einordnung für die Praxis
Konkrete Vorlage für Niederwildhege: Nicht die Fläche allein trägt den Besatz, sondern Vielfalt der Nutzung plus tatsächliche Bewachung. Für die Anlage von Äsungsflächen benennt die Arbeit die bevorzugten Kulturen — Weidelgras, Heuwiesen, Luzerne — und die gemiedenen: Maisstoppeln und gepflügte Flächen. Pappelplantagen und Siedlungsnähe fallen als Hasenlebensraum aus.
Grenzen der Studie
Scheinwerferzählungen liefern Indexwerte, deren Vergleichbarkeit von Sichtbedingungen abhängt. 20 Flächen in Italien; die Autoren betonen selbst, dass die Einbindung örtlicher Beteiligter für den Erfolg wesentlich ist — ein Faktor, der sich schlecht quantifizieren lässt.

Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit — kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

Original-Abstract (englisch)

Wortlaut der Autorinnen und Autoren, übernommen unter CC BY 4.0.

The European brown hare (Lepus europaeus) is an important game species throughout Europe. In Italy, for preventing the introduction of allochthonous strains, the management of brown hare populations has focused on the establishment of small protected areas (ZRCs), appositely managed for disposing of wild-born hares for restocking hunting territories. We investigated the effects of both land cover and surveillance on hare density and habitat preferences in 20 ZRCs, monitored twice per year (pre- and post-breeding periods) between 1997 and 2017. Density, as assessed by spotlight counts, ranged between 2.8 and 47.0 ind/km2 in spring and 5.0 and 68.4 ind/km2 in autumn. Surveillance, percent length of protected boundaries, year of institution and habitat diversity, as assessed by Shannon’s Index, were the main factors affecting hare density. During their foraging activity, hares selected ryegrass, hayfields and lucerne, while avoided maize stubble and ploughed fields and were never recorded in poplar plantations or next to human settlements. While the effects of habitat heterogeneity on hare density have been widely studied, we suggest that the involvement of local stakeholders may be of paramount importance for ensuring effective conservation measures.

Zitation

Luca Canova, Andrea Gazzola, Lorenzo Pollini, Alessandro Balestrieri (2020) Surveillance and habitat diversity affect European brown hare (Lepus europaeus) density in protected breeding areas. European Journal of Wildlife Research 66:66. https://doi.org/10.1007/s10344-020-01405-x

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