Die Studie in Kürze
137 genetisch bestimmte Hasen in Graubünden: 35 davon sind Hybriden — und die nutzen den Lebensraum wie Feldhasen, was den Alpenschneehasen zusätzlich verdrängt.
- Fragestellung
- Wie unterscheiden sich die Habitatvorlieben von Alpenschneehase, Feldhase und ihren Hybriden — und wie stark hängt das Ergebnis von der Genauigkeit des genetischen Verfahrens ab?
- Methodik & Datenbasis
- Genetisch-nichtinvasive Probennahme (gNIS) über vier Jahre in Graubünden (Schweiz). Verglichen wurden die Habitatzuordnungen der genotypisierten Proben sowie die Genauigkeit unterschiedlicher genetischer Analyseverfahren.
- Befunde
- Erfasst wurden 137 Individuen: 35 Hybriden, 49 Feldhasen und 53 Alpenschneehasen. Als genauestes indirektes Verfahren erwies sich die kombinierte Analyse von Kern- und mitochondrialer DNA mit Individualidentifikation. Der Alpenschneehase hatte eine enge Habitatbreite und nutzte wenig Habitatvielfalt. Die Hybriden glichen in ihren Vorlieben stark den Feldhasen. Weil sie ähnliche Nutzungsmuster zeigen, können sie die Konkurrenz zugunsten des Feldhasen verschärfen und die Verdrängung des Alpenschneehasen beschleunigen. Der fortschreitende Klimawandel verstärkt die Nischenüberlappung zusätzlich.
- Einordnung für die Praxis
- Für Hochgebirgsreviere mit Schneehasenbesatz: Der Feldhase rückt mit der Erwärmung höher, und die Hybriden wirken dabei nicht als Puffer, sondern als Verstärker der Verdrängung. Im Gelände sind Hybriden nicht sicher anzusprechen — belastbare Bestandserhebungen brauchen genetische Absicherung.
- Grenzen der Studie
- Ein Untersuchungsgebiet, vier Jahre, 137 Individuen. Die Habitatzuordnung stammt aus Fundpunkten von Proben, nicht aus Telemetrie; die verschärfte Konkurrenz ist eine Schlussfolgerung, keine gemessene Verdrängungsrate.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.