80 Fotofallen in Baumkronen: Eichhörnchen halten sich lieber im Nadelholz, Schläfer in der Buche — gemeinsam kommen sie im Mischbestand vor.
- Fragestellung
- Wie wirkt die Baumartenmischung aus Buche, Douglasie und Fichte auf drei baumbewohnende Kleinsäuger — Eichhörnchen, Siebenschläfer und Haselmaus?
- Methodik & Datenbasis
- 80 unbeköderte Fotofallenstationen an Bäumen in 2 bis 30 m Höhe, verteilt auf vier Standorte in Norddeutschland mit je fünf Waldflächen unterschiedlicher Mischung. Ausgewertet wurden Vorkommen, Besiedlungswahrscheinlichkeit, mögliche Konkurrenz und gemeinsames Vorkommen über Occupancy-Modelle und generalisierte lineare Mischmodelle.
- Befunde
- In 7.374 Kameratagen wurden 468 Nachweise von Eichhörnchen, 249 von Siebenschläfern und 197 von Haselmäusen erfasst. Es gab keinen Hinweis darauf, dass die Anwesenheit einer Art die der anderen negativ beeinflusst. Bestände mit höherem Nadelholzanteil wurden stärker von Eichhörnchen besiedelt, Bestände mit höherem Buchenanteil stärker von den beiden Schläferarten. Die Wahrscheinlichkeit gemeinsamen Vorkommens war bei mittleren Anteilen von Buche und Nadelholz am höchsten.
- Einordnung für die Praxis
- Für Waldumbau und Biotophege ein klares Argument für die Mischung: Nicht der reine Laub- und nicht der reine Nadelbestand, sondern der Mischbestand mit mittleren Anteilen trägt alle drei Arten gleichzeitig. Wer Kronenlebensräume erhalten will, arbeitet mit Baumartenmischung statt mit Reinbeständen.
- Grenzen der Studie
- Vier Standorte in Norddeutschland und drei Arten. Fotofallen an Bäumen belegen Vorkommen und Aktivität, nicht Bestandsdichte oder Reproduktionserfolg.
Redaktionelle Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR auf Basis der genannten Arbeit —
kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.